Die rechte Perspektive eines Mitglieds der Jungen-Alternativen LV Baden-Württemberg

Andreas Zimmermann, Beisitzer im Landesvorstand der AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative Baden-Württemberg“ verfasste am 21. Januar 2013 einen Text, der die Überschrift „Familie und Generation – Ein Debattenbeitrag zu Programmatik und Strategie“ trägt. Darin wird eine rechte Perspektive des Autors deutlich sichtbar.
Zum Anfang lobt er „die Deutschen“ in vergangener Zeit als „fruchtbares Volk“:

Die Deutschen waren stets ein ungemein fruchtbares Volk. Das vor gut hundert Jahren eingeweihte Völkerschlachtdenkmal in Leipzig, errichtet zur Erinnerung an die Befreiungskriege wider dem napoleonischen Frankreich, gibt in Stein gemeißelte Auskunft darüber. Im Innenraum repräsentieren vier Figuren die Tugenden der zeitgenössischen Deutschen – neben Tapferkeit, Opferbereitschaft und Glaubensstärke auch die sogenannte Volkskraft, also jene Fruchtbarkeit, von der wir heute noch zehren.
Unsere Geburtenstärke war wortwörtlich grenzenlos.

Die in die Vergangenheit zurückprojezierte ‚wir Deutschen‘-Perspektive ist eindeutig nationalistisch. Ob die BewohnerInnen dieses Gebietes sich damals alle überhaupt als ‚die Deutschen‘ begriffen oder sich evtl. mehr über ihre Bauern-Sein etc. definierten, ist aus historisch-kritischer Sicht fraglich.
Nach dem Lob der ‚Fruchtbarkeit‘ der ‚Deutschen‘ früher, kommt eine Kritik der mangelhaften Vermehrung heute. Das gelte es zu ändern, so Zimmermann. Denn dafür gäbe es gute Gründe:

Die Nation wird wehrhafter. In einer multipolaren und nicht weniger konfliktreichen Welt können wir so eine dem Schutz unserer Interessen und Wahrung unserer künftigen Souveränität angemessene Streitkraft stellen.

Auch soll mit der Steigerung der Geburtenrate ‚der Deutschen‘ eine Einwanderung abgewehrt werden:

Ein eigener Bevölkerungsüberdruck erschwert prinzipiell die Entladung fremder Bevölkerungsüberschüsse in unser Land.

Nebenbei plädiert Zimmermann noch für etwas, was er als „Islamkritik“ bezeichnet:

Neben der Eurokritik scheint es uns ein weiteres politisches Minenfeld angetan zu haben – die sogenannte Islamkritik. So ehrlich und gutgemeint alle Aufklärungsversuche bezüglich dieses Themas sind: Sie zeigen erstens unseren Widersachern wohin sie schlagen müssen und sie leiden zweitens an einer perspektivischen Verzerrung. Denn das Problem ist nicht die Stärke des Islam oder des hier lebenden Teils der Moslems, welche sich nicht anpassen wollen. Das Problem ist unsere Schwäche. Insofern bildet die trotz sachlich fundiertem Ansatz strategisch kurzsichtige, da öffentlich sanktionierte, Kritik an islamischer Realität Deutschlands nur eine Seite der Medaille dieser Einheit ab. Auf der anderen Seite liegt dort eine deutsche Aufnahmegesellschaft brach, welche sich mehr um das Schicksal von Krötenpopulationen sorgt als um sich selbst.

Auch wenn Zimmermann behauptet, dass das Problem „nicht die Stärke des Islam“ sei. Was er auf jeden Fall macht, ist eine Einteilung in ‚wir‘ (Nicht-Muslime) und die ‚anderen‘ (Muslime). So etwas wie deutsche Muslime bzw. muslimische Deutsche gibt es aus der Perspektive des Autors nicht.
Zuletzt versucht er noch ‚die Deutschen‘ zur verstärkten Reproduktion anzuhalten, indem er vor einer ansonsten verstärkten Einwanderung warnt:

Nahe verwandt der ‚Islamkritik‘ ist in demografischem Zusammenhang auch die Befürchtung  (binneneuropäischer) Armutszuwanderung. Wie oben bereits erwähnt, sollten wir eher gen Bevölkerungsüberdruck tendieren. Lieber Auswanderungs- als Einwanderungsland! Denn eines zeigt die Geschichte deutlich: Freie Territorien werden immer besiedelt, vor allem so wunderschöne wie das unsrige. Wenn wir’s nicht tun machen’s andere! Einschließlich angestrebter Regelungen, (binneneuropäische) Armutszuwanderung nicht zu forcieren, sondern möglichst komplett zu verhindern, sollte auch eine Bevölkerungspolitik für Deutschland wenn nicht explizit in unserer Europaprogrammatik Erwähnung finden, so doch stets als wirkmächtige Richtlinie mitgedacht werden.

Zimmermann zeigt mit seinem Debatten-Beitrag für die AfD, dass man auch solche Themen wie „Familie und Generation“ nationalistisch aufladen kann.