AfD – wie christlich darf es denn sein?

Am 31. Januar 2014 verfasste Hardi Schumny für den baden-württembergischen Landesverband den Diskussionsbeitrag „Wie christlich darfs denn sein?“, einen „Beitrag zur Positionsbestimmung der AfD im Parteienspektrum“. Der Verfasser Hardi Schumny aus Blaustein ist Betriebswirt, Mitglied des Vorstandes im AfD-Kreisverband Ulm/Alb-Donau und Mitglied des Landesarbeitskreises „Christen in der AfD” innerhalb der AfD. Sein Name tauchte im Jahr 2002 auch als Unterzeichner unter einer Petition für die ultrarechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“ auf.

In seinem Text schreibt Schmmny, es müsse „die Frage beantwortet werden, wie die AfD zu den christlichen Wertvorstellungen steht.“
Weiter orakelt er über die ‚Gefahr‘ eines entchristlichten Europas:

Weicht das Christentum in Europa zurück, werden andere, lebendigere Kräfte in das Vakuum hineinstoßen. „Die verlassenen Altäre werden von Dämonen besiedelt“, wie das schon der Schriftsteller Ernst Jünger zutreffend feststellte. Es bedarf nur geringer Phantasie, um sich vorzustellen, welche „Dämonen“ hier gemeint sein könnten.

Unklar ist, was hier mit ‚Dämonen‘ gemeint ist. Die Moderne? Esoterik? Der Islam?

Dann berichtet er über den Landesarbeitskreises „Christen in der AfD” und das demnächst eine „Bundesvereinigung der Christen in der AfD“ geplant sei. Zum Programm der AfD-ChristInnen heißt es:

Die wesentlichen Positionen der katholischen, protestantischen und freikirchlichen Christen in Baden-Württemberg wurden in einer Grundsatzerklärung am 04.09.2013 in Pforzheim fixiert. Dies betrifft insbesondere
- den Schutz des ungeborenen und des behinderten Menschen;
[…]
- den Schutz der christlichen Familie und die Ablehnung der Gleichsetzung mit gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften;
[…]
- die Ablehnung der Aufnahme der Türkei in die EU

Stolz schreibt Schumny, dass Mitglieder des „AK Christen” u.a. auch beim Berliner „Marsch für das Leben”, einer großen christlich-fundamentalistischen Demonstration gegen das Recht auf Abtreibung, vertreten waren.

Er beendet seinen Text mit der typischen rechtskonservativen Abendlandsrhetorik:

Die Christen in der AfD stehen für eine an christlich-abendländischen Werten orientierte Politik. Wir wollen alle Bürger ansprechen, die sich mit diesem Wertekanon identifizieren können, unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer christlichen Glaubensgemeinschaft. Die Alternative für Deutschland wird entweder christlich-konservativ oder überflüssig sein. Der Wähler hat kein Interesse an einer weiteren Mitte-links-liberalen Partei. Konzentrieren wir uns auf unser Kernklientel, dann wird auch der dauerhafte Wahlerfolg nicht ausbleiben.