„Patriotische Plattform“ formiert sich innerhalb der AfD – mit Beteiligung aus Baden-Württemberg

Aus dem sich offen deutschnational gebende Flügel innerhalb der AfD heraus, hat sich eine „Patriotische Plattform“ gebildet. Diese gibt es als Facebook-Gruppe schon länger, hat aber erst seit Anfang diesen Jahres eine eigene Homepage. In ihrer Selbstvorstellung heißt es u.a., man halte fest an Deutschland, speziell halte man fest u.a. „an seiner Sprache und Kultur gegen die Herausbildung einer multikulturellen Gesellschaft auf seinem Boden“ und „an seinem Sozialstaat, der durch falsche Strukturen, vor allem aber durch massenhafte Einwanderung in die Sozialsysteme zunehmend in Frage gestellt wird.“

Von den 13 Gründungsmitgliedern der „Patriotischen Plattform” stammt die Mehrheit aus Sachsen, aber drei baden-württembergische AfD-Mitglieder sind auch mit dabei:
Patriotische Plattform AfD-BaWü a
* Eva Kahlmann, die im AfD-Kreisverband Rhein-Neckar aktiv ist und die Facebook-Seite des AfD
Bundesverbandes betreuen soll. Kahlmann war Schriftführerin im von ihr mitgegründeten Kreisverband Nordbaden der antimuslimischen Kleinstpartei „Die Freiheit“.
* Hans Joachim Kuhs aus Baden-Baden, Mitbegründer des AfD-Landesverbandes Baden-Württemberg und laut Impressum Verantwortlicher der Website der “Patriotischen Plattform”
* Norbert Walter vom AfD-Landesverband Baden-Württemberg.
Patriotsche Plattform in der AfD-BaWü b

In einem Recherche-Artikel zu den Hintergründen der „Patriotischen Plattform“ heißt es:

Dass die sächsischen AfD’ler nicht nur im Falle der Plattform mit den als besonders konservativ geltenden Parteifreunden aus Baden-Württemberg gut auskommen, zeigte sich jüngst im Falle einer homophoben Online-Petition im Ländle: Die AfD hatte Mitglieder zur Unterzeichnung der Petition aufgerufen, um so gegen “Indoktrinierungs- und Missionierungsversuche” zu protestieren. In dem derart gescholtenen Bildungsplan wird vorgesehen, im Schulunterricht auf abweichende Lebensweisen einzugehen – in Teilen der AfD hält man das für einen gravierenden Anschlag auf “Ehe und Familie”. Von den etwa 190.000 UnterzeichnerInnen der homophoben Petition kommt nur die Hälfte aus Baden-Württemberg, gleich darauf folgt Sachsen. Neben Neonazis und Fundamentalchristen gehören zahlreiche sächsische AfD-Mitglieder zu den UnterstützerInnen.
[…] Erst kürzlich hatte Marc Jongen im Magazin “Cicero” argumentiert, die AfD sei eine “konservative Avantgarde” und müsse auch mal “reaktionär” sein. Jongen ist stellvertretender Sprecher der AfD in Baden-Württemberg und Assistent des bekannten TV-Philosophen-Darstellers Peter Sloterdijk.