Good luck für Lucke auch im Ländle

alle gegen das Weltsozialamt
Nun wurde die „Alternative für Deutschland“ (AfD) am 25. Mai 2014 mit 7 Prozent bzw. ins Europaparlament gewählt und wird dort künftig mit ebenso vielen Abgeordneten vertreten sein. Unter den neuen AfD-Abgeordneten sind auch Bernd Kölmel und Joachim Starbatty aus Baden-Württemberg. Über Starbatty wurde auf diesem Watchblog bereits berichtet. Bernd Kölmel aus Ötigheim ist ein ehemaliger Polizist und arbeitet als Referatsleiter am Landrechnungshof Karlsruhe. Kölmel ist seit November 2013 AfD-Landessprecher und war 1982 bis 2012 CDU-Mitglied.
Kölmel positionierte sich in Vergangenheit durchaus Rechtsaußen. So äußerte er sich zur doppelten Staatsbürgerschaft wie folgt:

Ich verurteile die doppelte Staatsbürgerschaft! Damit werden die Grundfesten Deutschlands geschleift.

Ansonsten brachte er in einem Interview mit der ultrarechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ seine Ablehnung des baden-württembergischen Bildungsplans zugunsten der „Verankerung der Akzeptanz sexueller Vielfalt“ klar zum Ausdruck:

Der Bildungsplan 2015 ist eindeutig der falsche Weg. Dies könnte in eine pädagogische, moralische und ideologische Umerziehungskampagne an allgemeinbildenden Schulen münden. […] Die Alternative für Deutschland unterstützt diese Petition und protestiert gegen die eklatante Missachtung der Elternrechte bei der Erziehung und die Relativierung und Diskreditierung traditioneller Geschlechterrollen unter der Flagge des Gender-Mainstreaming. Wir fordern die Rücknahme dieses Bildungsplanes und Rückkehr zur Orientierung an Artikel 12 unserer Landesverfassung und Artikel 3 und 6 unseres Grundgesetzes. Die AfD sieht sich mit diesen Forderungen in einem Boot mit den beiden großen Kirchen in Baden Württemberg, die ebenfalls darauf drängen, daß die Bildungsleitlinien auf der Grundlage jenes Menschenbildes erarbeitet werden, das der Landesverfassung zugrunde liegt. […] Bei aller Toleranz stehen wir insbesondere für den Schutz der Familie als Keimzelle der Gesellschaft. In erster Linie sind die Eltern für die Bildung und Erziehung ihrer Kinder verantwortlich, auch im höchst sensiblen Bereich der Sexualität. Sexualität obliegt alleine dem einzelnen Menschen selbst und darf nicht Gegenstand staatlicher Einflussnahme sein.

In Baden-Württemberg haben am 25. Mai von 3.920.683 Wähler/innen 308.887 bzw. 7,88% AfD gewählt. Wobei das Ergebnis aber regional sehr unterschiedlich war. So hatte die AfD eine Hochburg in Pforzheim, wo sie 14,5 Prozent der Stimmen erhielt. Da 2009 hier noch 15,6 Prozent der FDP ihre Stimme gaben, 2014 aber nur noch 4,6 Prozent, liegt die Vermutung nahe, dass die AfD hier besonders von enttäuschten FDP-Wähler/innen Zulauf erhalten hat.

ERGÄNZUNG (02.06.14)
Zur Landtagswahl 1992 erzielten die Republikaner in Pforzheim 18,6 Prozent und damit ihr bestes Ergebnis.