Archiv für Juni 2014

AfD-Fuktionäre traten bei Karlsruher Burschenschaft auf

Am 23. April 2014 sprachen bei der Karlsruher Burschenschaft Teutonia zwei Funktionäre der AfD zum Thema „Ökonomisierung der Bildung durch Bologna, Pisa & Exzellenzinitiative“. Die Karlsruher Burschenschaft Teutonia gehört der „Initiative Burschenschaftliche Zukunft“ (IBZ) an, einer Reihe rechtskonservativer Burschenschaften, die inzwischen mehrheitlich den extrem rechts dominierten Dachverband „Deutsche Burschenschaft“ (DB) verlassen haben. Die Teutonia gehörte der DB bis 1996 oder 1997 an.
Es sprachen Dr. Marc Jongen und Prof. Dr. Gunther Nickel. Jongen ist stellvertretender Sprecher des AfD-Landesverbandes Baden-Württemberg und Hochschuldozent in Karlsruhe. Nickel ist Sprecher des AfD-Landesverbandes Hessen und Professor in Mainz.
Das hohe AfD-Funktionäre zu einem bildungsspezifischen Thema bei einer Burschenschaft auftreten könnte ein Hinweis darauf sein, dass man im korporierten Milieu gezielt nach Unterstützung für die neue Partei sucht. Vermutlich geht es dabei weniger um die Stimmen, denn um akademisches Personal. Damit könnte die AfD durchaus auf Resonanz stoßen. So meinte Professor Benno Hafeneger, Marburger Erziehungswissenschaftler und Rechtsextremismus-Experte, zur AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative für Deutschland“ (JA):

Damit steht die JA in der Tradition des elitären Denkens und der Elitenreproduktion, das angeblich eine neue politische – auch parteipolitische – Heimat sucht.

Extrem rechte Republikaner-Partei lastet ihr Versagen der AfD als Konkurrenz an

Aus der Ausgabe Juni 2014 des Parteiblatts „Neue Republik“ der Republikaner-Partei:

Das Protestpotential konnte die erst vor gut einem Jahr auf der politischen Bildfläche erschienene „Alternative für Deutschland“ nahezu vollständig einsammeln und sich auch in zahlreichen Kommunalparlamenten etablieren. Einzelne kommunale Erfolge sind den Republikanern vor allem dort gelungen, wo die AfD lokal nicht zur Wahl stand. Fast ironisch erscheint, dass die neue Partei nicht nur mit den Parteifarben der Republikaner antrat, sondern sich auch bei unseren Aussagen
großzügig bediente. Im baden-württembergischen Pforzheim, einer einstigen Republikaner-Hochburg, erzielte die AfD ihr bundesweit bestes Ergebnis mit Aussagen etwa zur inneren Sicherheit, die teilweise wörtlich übernommen wurden.

REPAfD-Koalition
BILD: Screenshot der „Esslinger Zeitung“, die von einem Koalitionsangebot der Republikaner an die AfD berichtete, was von der AfD abgelehnt wurde

Junge Union und Junge Alternative im Südwesten hatten informelle Treffen

Der Landesvorsitzende von Baden-Württemberg sieht die Aufgabe der Jungen Alternative darin, Nachwuchs für die AfD aufzubauen und Bündnisse mit anderen Parteien zu ermöglichen. Im Südwesten streitet die CDU derzeit darüber, ob es nach der Landtagswahl 2016 eine Koalition mit der AfD geben könnte. Der CDU-Fraktionsvorsitzende in Stuttgart Peter Hauk schloss ein schwarz-blaues Bündnis nicht aus. Die Junge Alternative ist schon einen Schritt weiter. „Wir sind seit einigen Monaten im Dialog mit der Jungen Union in Baden-Württemberg“, berichtet Markus Frohnmaier. Informelle Treffen hätten stattgefunden. „Dabei haben wir festgestellt, dass wir viele Gemeinsamkeiten haben“, sagt Frohnmaier.

* Die Möchtegern-Rebellen, 30.05.2014, http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/junge-alternative-die-moechtegern-rebellen/9968898.html