Archiv für Oktober 2014

Stuttgart AfD-Rat bezeichnete Abtreibungen als „Kindstötungen“

„Der Onkologe Dr. Heinrich Fiechtner (AfD) bedauert die „Kindstötungen“ und empfahl Pro Familia, sich in „Contra Familia“ umzubenennen, was zu Protest im Saal führte.“

* Barbara Czimmer-Gauss: Abtreibungsklinik Stapf Räte fordern Wölfle zum Handeln auf, 20.10.2014, http://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.abtreibungsklinik-stapf-raete-fordern-woelfle-zum-handeln-auf.3e805940-c29c-4511-a13b-5cf5246cb0c0.html

AfD erneut auf homophober „Demo für alle“ in Stuttgart


Bildquelle: „Beobachternews.de“
Auch auf der fünften homophoben Demonstration in Stuttgart am 19. Oktober 2014 war die AfD stark vertreten. Neben einzelnen Mitgliedern sprachen mit Markus Frohnmaier aus Tübingen, Vorsitzender der „Jungen Alternative Baden-Württemberg“ und Anna Schupeck aus Scharnhausen im Landkreis Esslingen, Mitarbeiterin des AfD-Europaabgeordneten Joachim Starbatty, auch eine Vertreterin und ein Vertreter der Partei.
Beobachter-News berichten: „Am Fronttransparent war auch AfD-Stadtrat Dr. Heinrich Fiechtner, den seine Partei neulich erst aus dem Landesvorstand geworfen hat.“

Markus Frohnmaier im Oktober 2014 auf Konferenz mit FPÖ-Funktionär

Auf seiner Facebook-Präsenz postete Markus Frohnmaier über seine Teilnahme an einer Konferenz in Belgrad mit dem Titel „Paris – Berlin – Moscow – Belgrade: New Agreement in Europe“ in Belgrad, zusammen mit mit dem kroatischstämmigen Rechtsanwalt und Burschenschafter Dubravko Mandic aus Freiburg.
Dabei bewunderte Frohnmaier während seines Belgrad-Aufenthaltes auch eine Panzerparade in der serbischen Haupstadt und ließ sich mit einem serbischen Offizier ablichten.
Frohnmaier panzerparadiert in Belgrad
Laut Pressemitteilung [1] besuchte auch der stellvertretende Wiener FPÖ-Vorsitzende Johann Gudenus diese Konferenz, die von der NGO Foundation „Dignity“ organisiert wurde. Die Konferenz scheint eine Art von Treffpunkt von Putin-Unterstützern gewesen zu sein. Gudenus ist jedenfalls für seine Kontakte nach Moskau bekannt und unter Frohnmaiers Regie hatte der baden-württembergische Landesverband der „Jungen Alternative“ bereits einen russischen Botschafts-Vertreter bei sich auftreten lassen. Derzeit entsteht in Teilen der europäischen Rechten ein pro-russisches Netzwerk, was von staatsnahen, russischen NGOs gefördert und unterstützt wird.
Wenig überraschend forderte Gudenus auf der Konferenz auch die Aufhebung der Sanktionen gegen Russland.

[1] OTS/fpd: FP-Gudenus: FPÖ gegen Zentralismus in der EU und für ein Europa der Vaterländer, http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20141017_OTS0117/fp-gudenus-fpoe-gegen-zentralismus-in-der-eu-und-fuer-ein-europa-der-vaterlaender

NACHTRAG (28.10.2014)
Auf den von Frohnmaier auf seinem Facebook-Account veröffentlichten Fotos lässt sich auf einem Bild auch erkennen, dass Manuel Ochsenreiter, Herausgeber des Nazi-Hochglanzmagazins „Zuerst!“, an der Konferenz teilgenommen hat.

AfD-Landesverband offenbar gespalten

Den Medienberichten über den Landesparteitag in Kirchheim/Teck Anfang Oktober nach ist die Ländle-AfD in Teilen gespalten. Neben persönlichen Querelen hat das auch politische Wurzeln. Ein tendenziell realpolitisch orientierter Flügel streitet sich mit einem eher ideologischen. Allerdings greift auch der tendenziell realpolitisch orientierte Flügel der AfD Baden-Württemberg immer wieder in die Kiste rechtspopulistischer Themen, wie beispielsweise beim Thema Bildungsplan zu sehen war.
Beim Landesparteitag bestand der Landesvorsitzende und Europaabgeordnete Kölmel ein Misstrauensvotum mit 60 % Zustimmung, 36 % der Mitglieder lehnten ihn ab und 4 % enthielten sich.
Solidarität mit Brett&Fiechtner
BILD: Screenshot Facebook
Dagegen trat Dr. Heinrich Fiechtner aus Stuttgart vom Posten des stellvertretenden AfD-Landessprecher zurück. Fiechnter sitzt auch für die AfD im Stuttgarter Gemeinderat. Das ehemalige FDP-Mitglied nannte laut Zeitung Sarrazin „einen der brillantesten Analysten der Lage in unserem Land und mutigsten Vertreter einer freien Meinungsäußerung“.
In der „Badischen Zeitung“ wurde ein Parteitags-Teilnehmer mit folgenden Worten zitiert: „Wir haben Leute an Bord – von denen wusste ich gar nicht, dass es sie gibt, dass jemand so verrückt ticken kann.“

FPÖ-Bezirksrat als Gastautor in „Junger Alternativer Zeitung“

FPÖ-Gastautor bei Junger Alternativer Zeitung
In der „Jungen Alternativen Zeitung“, dem „Magazin der Jungen Alternative für Deutschland in Baden-Württemberg“ Ausgabe Oktober 2014 ist auch Konstantin Dobrilović mit einem Beitrag vertreten. Dobrilović ist FPÖ-Bezirksrat und Präsident der FPÖ-Vorfeldorganisation „Christlich-Freiheitlichen Plattform“.
In dem Text vermischt Dobrilović die Christenverfolgung durch den „Islamischen Staat“ mit einer angeblichen „Islamisierung“ Europas. Er schreibt:

Aber unsere Religion und unsere Kultur werden aus falsch verstandener Toleranz systematisch zurückgedrängt. Das beginnt beim Abnehmen von Kreuzen in den Klassenzimmern, reicht über die Krankenhaus-Küche ohne Schweinefleisch, das Nikolaus-Verbot in Kindergärten bis zur Entschuldigung von häuslicher Gewalt als „kulturelle Eigenart“, und endet schließlich bei der Narrenfreiheit für islamistische Hassprediger und Terror-Paten. […] Die christlich-westliche Gemeinschaft, eine solche ist die EU, hat die Pflicht, ihre verfolgten Glaubensbrüder – egal wo auf der Welt – zu schützen und ihre religiösen Stätten vor der Zerstörung durch religiöse Extremisten zu bewahren. Aber auch im eigenen Haus müssen wir Farbe bekennen und unsere Werte verteidigen. Dass binnen weniger Monate bereits mindestens 3.000 vermeintlich gut integrierte Muslime aus der EU als Gotteskrieger in andere Teile der Welt gefahren sind, um dort Terror zu verbreiten, sollte sogar die letzten Multi-Kulti-Träumer wachrütteln. Die Bildung von Parallelgesellschaften, aus der auch große Gefahren erwachsen können, mit eigenen Werten und eigenen Gesetzen ist strikt abzulehnen. Wer bei uns leben möchte, der hat sich an unsere demokratisch-freiheitliche Hausordnung zu halten. Das müssen wir klarstellen!

Sicher ist es bedenklich, dass Muslime aus der EU, darunter übrigens auch viele herkunftsdeutsche Konvertiten, sich dem IS in Syrien und im Irak angeschlossen haben. Die dem IS nahe stehenden SalafistInnen stellen aber nur Promille der Muslime in Europa. Wie so vielen Rechtspopulisten gelingt es Dobrilović nicht zwischen Islam und Islamismus zu unterscheiden.