„Junge Alternative“ wettert gegen Autonome Zentren

Reimond Hoffmann gilt als Erfinder der Antifeminismuskampagne der „Jungen Alternative Baden-Württemberg“ (JA-BaWü). Der stellvertretende JA-Landesvorsitzende nimmt sich in einem Beitrag mit der Überschrift „Rechtsfreie Räume nicht links liegen lassen“1 vom 6. November „Autonome Zentren“ (AZ) vor.
Zuerst versucht er linken AfD-Gegner/innen den politischen Anspruch abzusprechen, indem er sie als Kinder diffamiert:

„Wenn man einem Kind von frühester Kindheit an keine Grenzen aufzeigt und es alles bekommt, was es fordert, so wird es nie ein vernünftiges Verhalten lernen und immer mehr wollen. Nicht anders ist es bei politischen Gruppen.“

Mit Verweis auf den Landesparteitag am 4. und 5. Oktober in Kirchheim fragt sich Hoffmann, woher eigentlich die Gegendemonstrant/innen kämen und wie sie sich finanzieren. Als Beispiel arbeitet er sich an dem Freiburger AZ „Kulturtreff in Selbstverwaltung“, kurz KTS, ab. Er prangert an, dass es staatliche Gelder für die KTS gibt, und der Staat „als Bewahrer von Recht und Ordnung der aggressiven autonomen Szene nachgibt.“
Hoffmann behauptet:

„Der Hass auf Andersdenkende wohnt dieser Klientel inne und nicht umsonst wird sie auch in Freiburg vom Staatsschutz beobachtet. Trotzdem wird sie paradoxerweise zeitgleich staatlich gefördert – ein bemerkenswerter Vorgang. […] Aus dem Umkreis des KTS kam dann folglich auch das „Kommando Rhino“. Diese martialische Gruppe, deren Namen man spontan womöglich eher mit der NS-Szene verbinden würde, ging dazu über, neue Räume in der Stadt rechtswidrig zu besetzen – unter anderem auch einen Bauplatz, auf dem ein ökologisches Hotel mit behinderten Mitarbeitern entstehen sollte. Die Stadt hat Angebot um Angebot gemacht, doch das „Kommando Rhino“ hat immer mehr verlangt, bis es schließlich zur Räumung kam und in der Folge das Stadtteil Vauban mit brennenden Barrikaden und Stahlfangseilen für Fahrradfahrer präpariert wurde.“

Horrorlügengeschichten (Stahlfangseile für Radfahrer/innen) und Halbwahrheiten werden von Hoffmann benutzt um sein apokalyptisches Szenario von einem brennenden Stadtteil zu illustrieren. Die Wahrheit ist dagegen weitaus unspektakulärer.
Hoffmann plädiert dafür, dass die AfD-Kommunalparlamentarier/innen sich des Themas annehmen:

„In diesem Thema schlummert erhebliches Potenzial für die AfD: „Den frisch gebackenen Kommunalpolitikern in den betroffenen Städten nicht nur in Baden-Württemberg ist zu raten, bei entsprechenden Geldflüssen ganz genau hinzuschauen und die Öffentlichkeit frühzeitig zu informieren.“

In seiner extremismustheoretischen Überlegungen, gibt es für Hoffmann natürlich keinen Unterschied zwischen basisdemokratischer Selbstverwaltung, wie sie in den meisten AZs praktiziert wird, und Antidemokrat/innen von rechts: Alles Extremist/innen. Wenn Gewalt das Problem ist, dann sollte Hoffmann die Auslandseinsätze der Bundeswehr kritisieren, die im Gegensatz zu irgendwelchen Sprayereien oder kaputten Schaufenstern, Menschen das Leben kosten.