Archiv für Februar 2015

Junge Alternative Rems-Murr imitiert Neonazi-Aktionsform

Die „Junge Alternative“ Rems-Murr berichtet auf ihrer Facebook-Präsenz davon, dass sie am Abend des 13. Februar in Schorndorf, Winterbach, Schwaikheim, Winnenden, Waiblingen und Fellbach Kerzen in Erinnerung an die Bombardierung Dresdens vor 70 Jahren aufstellten.
Eine Kerze rfür Dresden by JA-Rems-Murr
Die Fotos zeigen Grableuchten mit der Aufschrift „Im Gedenken an die deutschen Opfer – 13.-15. Februar Dresden ’45“. Mit dieser Aktion findet ein JA-Kreisverband nicht nur Anschluss an einen rechten Geschichtsdiskurs von den Deutschen als „Opfern“, sie verwendeten auch eine Aktionsform, die in Bezug auf dieses Thema fast nur von der neonazistischen Rechten verwendet wird. So gab es auch vom neonazistischen „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“ einen Aufruf mit dem Titel „Auch 2015 – Ein Licht für Dresden!“.
Eine Kerze für Dresden by Neonazis
Das kann natürlich alles nur Zufall sein, muss es aber nicht. Ohnehin ist der Kreisverband bereits durch Verwendung von Online-Bildmaterial der extrem rechten „Identitären Bewegung“ aufgefallen (wir berichteten).

JA-BaWü-Chef Frohnmaier als Kandidat des Rechtsaußen-Flügels

Aus dem Artikel „Das junge Gesicht des Konservatismus“ von Jan Rübel in der „Neuen Züricher Zeitung“ vom 3. Februar 2015:

„In der JA tobt ein Kulturkampf, ähnlich wie bei der AfD. Zwar insgesamt konservativer als die Mutterpartei, streiten auch hier zwei Flügel: auf der einen Seite die West-Landesverbände, sie haben die JA gegründet und stehen an der Seite Luckes. Und auf der anderen Seite die Verbände Ostdeutschlands gemeinsam mit Baden-Württemberg, welche die JA auf einen nationalistischen Kurs trimmen wollen. […] Plötzlich kommt Unruhe auf. Aus dem rechten Lager kommt der Antrag, die Vorstandswahlen vorzuziehen. Auf dem Podium wird vor einer «Lastwagen-Demokratie» gewarnt – der zum rechten Flügel gehörende baden-württembergische Landesverband hat mit einem Bus viele Mitglieder für die Fahrt nach Bottrop mobilisiert. Wütende Zwischenrufe. Das Stimmengewirr wächst zu einem Tumult. […] Am nächsten Tag dann die Wahlen. Markus Frohnmaier aus Tübingen, 23, tritt für den rechten Flügel als Spitzenkandidat an. Er ist ein quirliger Netzwerker, in seiner Bewerbungsrede ruft er, AfD und JA würden «nicht an Deutschland leiden, sondern mit Deutschland und wenn es sein muss, auch für Deutschland».“

Frohnmaier verlor diese Wahl.

Mannheimer AfD-Bezirksbeirat outet sich als Corpsstudent

Ein Alexander Becker reagiert bei Facebook verstimmt auf die Vorschläge der Mannheimer AfD-Hochschulgruppe Studentenverbindungen keine Uni-Räumlichkeiten zu überlassen. Tatsächlich eine ungewöhnliche Forderung für eine AfD-Hochschulgruppe.
Becker ist AfD-Bezirksbeirat in Mannheim Innenstadt/Jungbusch, Landesschiedsrichter der AfD Baden-Württemberg und Corpsstudent. Corps sind eine besonders elitäre Form von Studentenverbindungen.
Konkret schreibt Becker auf Facebook:

„Alexander Becker „Wir bitten von einer Debatte abzusehen und das so zu akzeptieren?!“ – Mit Sicheheit nicht! Als AfD-Mitglied und ehem. Student der Uni Mannheim hätte ich gerne eine begründete Antwort darauf, warum sich die AfD-Hochschulgruppe von der Linie der JA und der AfD derart entfernt und sich in die Reihen derer stellt, die Toleranz fordern und Diskriminierung betreiben. Die Studentenverbindungen sind an der Universität angeschlagene Vereine, die nicht wenig für die Studenten und die Uni tun und getan haben. Der AfD-Jugend täte es vielleicht gut, sich mit der Hochschulgeschichte auseinanderzusetzen, bevor man den anderen politischen Gruppierungen in vorauseilendem Gehorsam nachhüpft. Auf eine Begründung dieser nicht hinnehmbaren Entscheidung gespannt wartend: A. Becker, Landesschiedsrichter AfD Ba-Wü, Bezirksbeirat Mannheim Innenstadt/Jungbusch und Corpsstudent.“

AfD-Bawue-Bezirksrat ist Corpsstudent