AfD-Landtagswahlkandidat ethnisiert sexualisierte Gewalt

Manuel Speck aus Bietigheim, der AfD-Kandidat zur Landtagswahl 2016 im Wahlkreis 32 (Rastatt), veröffentlichte am 13. November 2015 eine Pressemitteilung mit dem Titel „Die vergewaltigte Generation“ . Darin behauptet er:

Wir stehen aktuell vor einer Katastrophe, die allen voran die verletzlichsten Mitglieder unserer Gesellschaft betrifft: Junge Frauen und Mädchen.
Während Medien, Politik und hohe Vertreter der Polizei gerne davon sprechen, dass keine Steigerung der Gewalttaten durch Asylbewerber festgestellt werden kann, mehren sich zunehmend die Berichte über versuchte oder vollendete Vergewaltigungen durch Asylbewerber. […] Mit wenig Aufwand kann man im Internet problemlos unzählige weitere traurige Beispiele der letzten Tage und Wochen finden.
Wir erleben dieser Tage eine Welle sexueller Gewalt, bis hin zu Gruppenvergewaltigungen, wie sie Deutschland seit 1945 nicht erlebt hat.
Besonders perfide ist, dass in Presseberichten markante Merkmale, wie die ethnische Herkunft und Hautfarbe der Täter, meist bewusst verschwiegen werden.
Der Schutz der eigenen Bevölkerung, der eigenen Frauen, muss unbedingte Priorität in allen Entscheidungen eines jeden Bürgers und Politikers haben.
[…] Doch mit ihrer aktuellen Asylpolitik, durch die eine Überzahl junger Männer aus meist islamischen Ländern in unglaublicher Anzahl ins Land strömt, fördert die Bundesregierung diese Verbrechen sogar!
Wir stehen vor der Vergewaltigung einer ganzen Generation junger Frauen, die in ständiger Angst leben müssen!

Daraus leitet Manuel Speck ab:

Ich fordere: Schluss mit dieser verbrecherischen Asylpolitik! Frau Merkel denken Sie endlich an Ihre eigene Bevölkerung und gewähren Sie ihr den Schutz, den sie benötigt!

Sexualisierte Gewalt gegen Frauen und Mädchen darf nicht ignoriert werden. Wenn es zu sexualisierten Übergriffen von Flüchtlingen kommt, dann ist das zu verurteilen. Das darf aber nicht dazu führen, dass die Taten Einzelner einer ganzen Gruppe angelastet werden.
Dazu kommt, dass besonders in sozialen Netzwerken derzeit gefälschte Berichte über angebliche sexualisierte Übergriffe verbreitet werden.
Eine Ethnisierung der Taten widerspricht bisherigen Statistiken, wonach bei sexualisierten Übergriffen die Täter vor allem im direkten Umfeld des Opfers zu finden sind und nicht etwa ‚Fremde‘ sind.
Eine Aufzählung von einzelnen Fällen widerlegt keine Statistik sondern ist nur die populistische Instrumentalisierung.

Natürlich sind Flüchtlinge nicht bessere Menschen, d.h. unter ihnen gibt es genauso Machos und Verantwortliche für sexualisierte Übergriffe wie im Rest der Bevölkerung. Das Problem ist aber nicht die Herkunft oder Religion der einzelnen Täter, sondern das Patriarchat in seinen unterschiedlichen Ausprägungen. Wer aber vom Patriarchat nicht reden will, der/die möge vom Sexismus schweigen.