Archiv für Dezember 2015

JA-Weihnachtsfeier mit rechter Prominenz

Am 22. Dezember 2015 fand in Kupferzell (Kreis Künzelsau) die Weihnachtsfeier der „Jungen Alternative“ und des AfD-Kreisverbandes Kreisverband Hohenlohe – Schwäbisch Hall auf. Es traten u.a. der syrische Journalist Kevork Almassian, Markus Frohnmaier aus Tübingen, Björn Höcke und Martin Hohmann.
Die „Junge Alternative Freiburg/Breisgau-Hochschwarzwald“ vermerkte in einem Bericht auf Facebook: „Die letzten Tage waren vor allem für Höcke sehr anstrengend. Heute Abend haben wir uns alle unserer gegenseitigen Loyalität und Treue versichert und neue Kraft für den politischen Kampf geschöpft.“
Auch Hohmann ist kein Unbekannter. Der frühere Martin Hohmann aus Fulda war als CDU-Rechtsaußen aktiv bis der Bundestagsabgeordnete wegen einer kruden und mit antisemitischen Stereotypen versehene Rede aus der Partei geworfen wurde.
Der rechte Unions-Flügel hatte zwar eine Kampagne „Kritische Solidarität mit Martin Hohmann“ initiiert, blieb aber damit erfolglos.
Hohmann-Kampagne 2004

Hohmann versuchte sich als unabhängiger Kandidat in seinem Wahlkreis, scheiterte aber. Der Katholik verteidigte Papst Benedikt 2005 gegen Kritik auf Grund von dessen Ablehnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. „Es ist nicht der Papst, der die Homosexuellen beleidigt, wenn er gleichgeschlechtliche Ehen ‚Pseudo-Ehen’ nennt; es sind organisierte Homosexuelle, die mit dem Irrsinn der ‚Homo-Ehe’ die Schöpfungsordnung beleidigen, die man auch als biologische Vernunft bezeichnen kann.“
Dazu passend trat Hohmann im Umfeld der rechtsklerikalen Piusbruderschaft auf.
Seine parteipolitische Inaktivität hat Hohmann jetzt aufgegeben. Er tritt bei den kommenden Kommunalwahlen als Spitzenkandidat der AfD Fulda an.

Ein bei Facebook veröffentlichtes Bild zeigt, dass mindestens zwei Teilnehmer das Band ihrer Studentenverbindung tragen.
Screenshot JA-Weihnachtsfeier mit Bändelträgern
BILD: Screenshot Facebook-Präsenz Junge Alternative Freiburg, 25.12.15

Stellv. AfD-Landessprecher Marc Jongen an seiner Hochschule unter Druck

Der SWR berichtete in einem Beitrag vom 22. Dezember , dass Dr. Marc Jongen, das rechtsintellektuelle Aushängeschild der Südwest-AfD, an seinem Arbeitsplatz zunehmend auf Kritik stößt. Jongen ist akademischer Mitarbeiter an der Karlsruher Hochschule für Gestaltung und war Assistent des inzwischen in Ruhestand gegangenen Rektors Peter Sloterdijk.
Brief Kritik an Jongen
In dem Beitrag heißt es:

„Kollegen der HfG kritisieren das, und auch auf Seiten der Studentenschaft wird protestiert. Jetzt haben einige Autoren der hochschuleigenen Schriftenreihe in einem offenen Brief gefordert, Marc Jongen als Herausgeber abzusetzen.
[…] Niemand will und kann Marc Jongen verbieten, Mitglied einer verfassungskonformen Partei zu sein, betonen auch seine Kritiker. Aber man sollte ihn nicht mit der Herausgeberschaft der hochschuleigenen Schriftenreihe betrauen, sagt Friedrich von Borries, Professor an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg, der sich deswegen zusammen mit acht weiteren Professoren und Autoren dieser Schriftenreihe in einem offenen Brief an das Rektorat der HfG gewandt hat:
„Da gibt es einen immanenten Zielkonflikt. Wenn wir uns an deutschen Hochschulen zum Beispiel für Gleichberechtigung und Gleichstellung einsetzen und dann jemand mit der prestigieusen Aufgabe betraut wird, der in seinem privatem politischen Engagement sagt: Wo Gleichstellung geschieht, ist die Gleichschaltung nicht weit, etc. Also das finde ich einfach skandalös!“ Friedrich von Borries
Von den Aussagen und Forderungen zum Thema Gleichstellung von Frauen, die Marc Jongen formuliert hat, distanziert sich auch die Gleichstellungsbeauftragte der HfG Karlsruhe, Barbara Kuon scharf.
[…] In der Studierendenschaft ist das parteipolitische Engagement von Marc Jongen dennoch ein viel diskutiertes Thema, sagt der ASTA der HfG Karlsruhe. Im Januar soll eine Vollversammlung einberufen werden, um die aktuelle Stimmung zu sondieren und über etwaige Protestaktionen zu beraten.“

stellvertretender Landesvorsitzender der CDU Baden-Württemberg gegen Gender

Winfried Mack, der stellvertretende Landesvorsitzende der CDU Baden-Württemberg und stellvertretender Vorsitzender der CDU-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg, sagte auf einer antifeministischen Veranstaltung am 17. November 2015:

Zu Beginn möchten wir klarstellen: Die CDU ist die Partei der Freiheit! Staatliche Bevormundung, auch in Form von verordneten Ideologien, lehnen wir strikt ab.Hierzu gehört auch die Gender-Ideologie. […]
Welche Ziele möchte Grün-Rot in diesem Bereich erreichen? Die Antwort findet man bei der Hinterfragung, von wem sich die Landesregierung hier beraten lässt. Der entsprechende Beirat setzt sich zum größten Teil aus Menschen zusammen, die der Gender-Theorie (mindestens) nahe stehen. Diese Theorie wiederum will das Ziel der Akzeptanz über eine Dekonstruktion der Geschlechterbilder erreichen, was unter anderem an den Schulen geschehen soll! Die Folge ist eine Abkehr von der Pädagogik vom Kind her. Hier wird Politik auf dem Rücken der Kinder für die eigenen Interessen und Vorlieben von Erwachsenen gemacht, und die Leidtragenden sind im Zweifel die Kinder. […]
Die bewusste Verwirrung, die durch entsprechende Schulaufgaben gestiftet werden soll, ist gewollt, und dient somit nicht mehr dem ehrenwerten Ziel der Gleichstellung aller Geschlechter, sondern der Schaffung einer neuen Identität. Es sieht so aus, als wolle man einmal mehr auf eine möglichst frühe Sexualisierung der Jugendlichen abzielen.
[…] Dennoch wird den Schülerinnen und Schülern eine Ideologie vorgesetzt, die auf Annahmen beruht, die naturwissenschaftliche Forscher längst widerlegen können. Die Psychologie geht beispielsweise davon aus, dass sich eine bewusste Verwirrung der eigenen Identität negativ auf die Entwicklung von Kindern auswirken kann. Die Gender Theorie stellt ihre Ideologie somit über alles, was man in der Biologie, Psychologie oder Neurologie über Geschlechterunterschiede weiß. Wenn so etwas in der Schule gefördert werden soll, ist dies ein Skandal.
[…] Der Versuch des Staates, hier eine Ideologie zu vertreten, von der die Folgen auf die Schülerinnen und Schüler völlig unklar ist, greift zu weit in deren Privatsphäre ein. In einer Lebensphase, in der es ohnehin schwer genug ist, sich im Leben zurechtzufinden, muss die Frage erlaubt sein, ob eine solche Politik zielführend ist.
[…] Was wir aber nicht wollen, ist den Gender-Lobbygruppen so viel Einfluss zuzusprechen! Der Weg, um das Ziel von weniger Diskriminierung zu erreichen, geht für uns nicht über die Gender-Theorie, sondern über das christliche Menschenbild.

Offenbar hat Mack nicht begriffen, dass ‚Gender‘ erstmal nur eine aus dem Englischen stammenden Vokabel für das sozial geprägte Geschlecht ist und nicht das Synonym für eine Verschwörung zur Auflösung der Familie. Auch wenn einige, die diesen Begriff verwenden traditionelle Geschlechterrollen in Frage stellen.

Frohnmaier und Petry bei AfD-Veranstaltung im Kreis Göppingen

Die Südwestpresse berichtet über die AfD-Veranstaltung in Süßen (Kreis Göppingen) mit der Parteichefin Frauke Petry und dem Nachwuchs-Chef Markus Frohnmaier aus Tübingen :

Reflexartig kamen die Sprecher mit ihren Beispielen auf dieses Thema zurück. Vor der gebürtigen Dresdenerin hatten Markus Frohnmaier, Bundesvorsitzender der AfD-Nachwuchsorganisation, sowie der AfD-Landtagskandidat im Wahlkreis Göppingen, Heinrich Fiechtner gesprochen. Frohnmaier wandte sich gegen „völlig überzogenen Humanitarismus“. […] Aus Frohnmaiers Sicht werden in Deutschland die Fremden den Einheimischen vorgezogen. Flüchtlinge erhielten Taschengeld aus der Gießkanne, Rentner würden benachteiligt. Die Deutschen seien ein „gutherziges Volk“, verspottete er die Willkommenskultur. Er fordert volle Souveränität für Deutschland, statt „Wasserträger“ von Amerika zu sein. Da er die USA als Schuldige am Krieg im Nahen Osten sieht, fordert er, dass die amerikanischen Kasernen in Flüchtlingsunterkünfte umgewandelt werden.

Rechte Konferenz in Villingen-Schwenningen mit AfD-Beteiligung

Am 14. Dezember 2015 organisierte Markus Frohnmaier aus Tübingen, Bundesvorsitzender der „Jungen Alternative“ und AfD-Landtagskandidat, in Villingen-Schwenningen eine „Konferenz zum Erhalt christlich-europäischer Werte“ teil . Neben Frohnmaier traten folgende Personen auf:
* Prof. Dr. Lothar Maier, Sprecher des AfD-Kreisverbandes in Stuttgart. Er verglich Oberbürgermeister Fritz Kuhn 2015 mit einem „DDR-Chefpropagandisten“.
* Sergije Karanović, Bischof der serbisch-orthodoxen Kirche für Mitteleuropa
* Miroslav Parović, Präsidentschaftskandidat der Partei „Drittes Serbien“ („Treća Srbija“), er war wie Frohnmaier am 23. April 2015 in Belgrad auf der Konferenz „Novi lideri Nove Evrope“ ein Referent gewesen
* Stefan Surlić, Dozent an der Universität Belgrad
* Kevork Almassian, politischer Analyst aus Syrien, trat bereits am 26. November 2015 auf einer Veranstaltung der „Jungen Alternative Berlin“ auf

Frohnmaier zitiert sich in Zusammenhang mit der Konferenz selbst mit den Worten:

„Der lokale Schützenverein wird abgelehnt, aber jeder kulturfremde Regentanz bejubelt!“

Im Veranstaltungsbericht heißt es:

„Zwischen den Referenten bestand Konsens, dass wir die gegenwärtigen Herausforderungen für die europäische Kultur nur gemeinsam lösen können. Eine christlich-europäische Wertegemeinschaft müsse letztlich Gemeinsamkeiten jenseits der Geographie betonen und von Lissabon bis Wladiwostok reichen.“

Die Betonung des geografischen Raums „von Lissabon bis Wladiwostok“ erinnert an das Eurasien-Modell des faschistischen Theoretikers Aleksandr Dugin, der dieses Gebiet unter russischer Vorherrschaft gegen ‚Amerikanismus‘ und Liberalismus in Stellung bringen will.
Interessanterweise hat Putin in einem Gastartikel für die „Süddeutsche Zeitung“ „die Gestaltung einer harmonischen Wirtschaftsgemeinschaft von Lissabon bis Wladiwostok“ als Ziel skizziert.