Zum Beispiel Calw

In dem Artikel „Partei der Pessimisten“, der am 22. November 2015 in der FAZ erschien, beschreibt die Autorin Lisa Nienhaus eine „ganz gewöhnliche Veranstaltung der Partei Alternative für Deutschland“:

„In Calw im Schwarzwald sitzen rund 50 Leute beisammen und lauschen einem Polizisten, der über das Thema »Innere Sicherheit« vorträgt. Es geht um Gewalt von rechts und links, Parallelgesellschaften, Terrorgefahr, Flüchtlinge. Die Besucher der Veranstaltung sind zur Hälfte weißhaarig, auch einige Männer mit tätwierten Unterarmen sowie genau sieben Frauen sind dabei. Sie alle sind aufgeregt.
Als sie endlich eine Frage stellen dürfen, meldet sich irgendwann ein Mann, der über Flüchtlinge sprechen will: »Die kommen her und halten beide Hände auf«, sagt er aufgebracht. Er ist sicher, dass viele von ihnen gar nicht arbeiten wollen. »Bananerepublik«, ruft er. Und: »Früher hätte man die einfach ins Arbeitslager gesteckt.« Die jüngeren Männer im Publikum johlen zustimmend. Dem vortragenden Polizisten gefällt das nicht, er weist die Idee von Arbeitslagern zurück. Die AfD sei die Partei des Rechtsstaates, »keinen Zentimeter links, keinen Zentimeter rechts«, sagt er. Dafür muss er sich Zwischenrufe gefallen lassen. »Hält sich der IS denn an solche Regeln?«, fragen die Leute. Auch die Frage weist der Polizist zurückKurz danach wird er Angela Merkel mit Hitler vergleichen. Sie mache nur noch, was sie wolle, ohne sich an geltendes Recht zu halten, sagt er. Wie dieser Mann vor 80 Jahren und man wisse ja, wohin das geführt habe.“