Björn Höcke im baden-württembergischen Wahlkampf

Vom SPD-nahen Informationsdienst „Blick nach rechts“:

„Sich zurückzunehmen, um den Wahlerfolg nicht zu gefährden, das wird auch von Björn Höcke verlangt. Selbst Parteifreunde, die ihm eigentlich wohlgesonnen sind, fühlen sich bei Auftritten des Landes- und Fraktionschefs in Thüringen zuweilen an Wochenschau-Aufnahmen aus den 30er Jahren erinnert. So etwas macht sich schlecht im Westen. Im rheinland-pfälzischen Wahlkampf ist Höcke gänzlich unerwünscht. In Baden-Württemberg fanden sich lediglich zwei Kreisvorsitzende, die ihn im Wahlkampf auftreten lassen wollten. Es schade „dem Ansehen unserer Partei, mit solchen Aussagen in Verbindung gebracht zu werden“, hatte Landeschef Jörg Meuthen im Dezember mit Blick auf Höckes Äußerungen zum Reproduktionsverhalten von Afrikanern festgestellt. In Geislingen (Landkreis Göppingen) vor eineinhalb Wochen und am Freitagabend in Unterbalbach (Main-Tauber-Kreis) durfte er trotzdem ran. Überraschen konnte es nicht wirklich, dass er gerade dort gastieren konnte: In Göppingen leitet Heinrich Fiechtner den AfD-Kreisverband, im Main-Tauber-Kreis führt Christina Baum die Partei – beide stramme Rechtsausleger in der AfD.
Landespolitisches war von Höcke verlangt. Zum Thema Bildungspolitik lieferte er trotz Zurückhaltungsgelübde fast im gewohnten Höcke-Sound. Seine Erzählung klingt so: An den Schulen und Universitäten haben „Neomarxisten“ in den vergangenen Jahren traditionelle Werte „kaputt gemacht“. Die deutsche Gesellschaft ist „sterbenskrank“, und schuld daran sind vor allem die 68er. Der „preußischen Tugenden“ muss man sich besinnen, denn der junge Mensch braucht Orientierung. Rütli-Schule ist überall und die Misere der Schulen kein Zufall. Denn, so zitiert ihn die „Stuttgarter Zeitung“: „Die Verblödung unserer Kinder geschieht mit Vorsatz.“ Schließlich würden sie so vom Staat manipulierbar. „Höcke! Höcke!“, skandiert auch im Südwesten das Publikum. Meuthen dürfte es ungern hören.“