Die parteipolitischen Wurzeln von Bernd Grimmer, AfD-Landtagskandidat in Pforzheim

Dr. Bernd Grimmer kandidiert bei der kommenden Landtagswahl im Wahlkreis 42 (Pforzheim) für die AfD, ist Pforzheimer Stadtrat und seit Ende Juli 2015 Landessprecher seiner Partei. Grimmer ist schon länger parteipolitisch aktiv. So gehörte er in den 1980er Jahren zu den Gründern der Südwest-Grünen und schloss sich später den Freien Wählern an, deren Landesvorsitzender er kurz war. Doch auch bei den Grünen war er ein Mitglied des rechten Flügels, was auch in einem Artikel im Tagesspiegel über die AfD-Hochburg Pforzheim erwähnt wird:

„Rechtsaußen hat er sich schon immer verortet. Erst war er in der Aktionsgemeinschaft Unabhängiger Deutscher aktiv, und als die Ende der 70er in den Grünen aufging, schrieb Grimmer am Programm mit und saß in der Satzungskommission.“

Doch was war die „Aktion Unabhängiger Deutscher“ (AUD) für eine Partei?
Die „Aktion Unabhängiger Deutscher“ (AUD) war eine 1965 gegründete Sammelpartei von nationalneutralistischen Kleingruppen, die 1980 in den Grünen aufging. Die AUD vertrat einen „Neuen Nationalismus“, der sich zu keinem der Kontrahenten im Kalten Krieg hin orientierte und versuchte neutral zu bleiben (‚Nationalneutralismus‘). Zu alten Rechten bestanden durchaus Kontakte, so sprach Hitlers ehemaliger Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht auf dem AUD-Parteitag 1967.
AUD Bundestagswahl 1976
Nach der Auflösung zugunsten der Parteineugründung der Grünen spielten ehemalige AUD-Mitglieder besonders in den beiden süddeutschen Landesverbänden der Grünen zur Zeit der grünen Gründerjahre eine nicht zu unterschätzte Rolle.