Party von AfD-Funktionär Mandic mit Hitlergrüßen?

Am 4. April 2016 erschien in der „Badischen Zeitung“ (BZ) der Artikel „Vorwürfe gegen AfD-Politiker Mandic wegen Rechtsradikalismus“ von Sebastian Kaiser und Thomas Steiner.
Dubravko Mandic aus Freiburg ist Mitglied des AfD-Landesschiedgerichts, der „Jungen Alternative“ (JA) und der Freiburger Burschenschaft Saxo-Silesia.
Mandic ist zudem Mitglied im Bundesvorstand der „Patriotischen Plattform“, dem Zusammenschluss der Ultrarechtsaußen in der AfD.
Mandic als PP-Mitglied

In dem BZ-Artikel wird über die Verwicklungen von Mandic in rechte Umtriebe berichtet:

„Der Rechtsanwalt, Burschenschaftler und AfD-Politiker Dubravko Mandic soll an rechtsradikalen Feiern bei seiner Burschenschaft teilgenommen haben. Sein Parteivorstand hält still.
Es muss hoch hergegangen sein, an jenem Wochenende im Februar 2014, im Haus der Burschenschaft Saxo-Silesia am Lorettoberg in Freiburg. Von „mutwilligen Zerstörungen von Gläsern und Flaschen“ ist die Rede. Überall Scherben. Die Putzfrau sieht sich nicht mehr imstande, das Haus zu reinigen.
In einem Schreiben des Vorsitzenden des Hausvereins an das Ehrengericht der Saxo-Silesia, das der Badischen Zeitung vorliegt, heißt es: „Am heutigen Montag um 09.00 Uhr befanden sich immer noch ,feiernde’ Personen auf dem Haus; gleichzeitig wurden Nazilieder abgespielt und ,Heil Hitler’ gebrüllt und dies alles so lautstark, dass es auch die Nachbarschaft und Passanten auf der Straße hören konnten.“ Eingeladen hatte Dubravko Mandic – „Alter Herr“ der Saxo-Silesia, Rechtsanwalt und Politiker der Alternative für Deutschland (AfD). Er habe die Vorfälle in einem Gespräch nicht bestritten und von einer „normalen Wochen(en)dfeier“ gesprochen, so das Schreiben weiter. […]
In einem anderen Dokument der Burschenschaft vom Dezember 2015 ist von einem weiteren Vorfall im Haus der Saxo-Silesia die Rede. Zwei Bundesbrüder hätten auf dem Balkon Lautsprecher aufgestellt und Musik der verbotenen Neonazi-Rockband Landser laut abgespielt. Einer der beiden, erfährt man aus dem Umfeld, sei Dubravko Mandic gewesen. Es seien rechte Parolen skandiert und mehrfach der Hitler-Gruß gezeigt worden. „Ganz offen und selbstverständlich“, so der Brief, „generierten sich Bbr. Bbr. (Abkürzung für ,Bundesbrüder’, d. Red.) als auch die Gäste unseres Bundes als Sympathisanten des Nationalsozialismus.“ Und: „Ist den anderen Bbr. Bbr. und insbesondere ist dem Vorstand bekannt, dass sich der Bund radikalisiert? (…) Ist diese fehlgeleitete politische Indoktrination junger Menschen adH. (Abkürzung für ,auf dem Haus’, d.Red.) mittlerweile Programm?“ […] Auch habe Mandic den in der rechten Szene bekannten Journalisten Manuel Ochsenreiter zu einer Veranstaltung der Plattform in das Freiburger Verbindungshaus eingeladen.“

Mandic bestritt gegenüber der BZ die Vorwürfe und betonte, er selbst sehe sich auf dem Boden des Grundgesetzes.
Der Rechtsanwalt Mandic behauptet:

„Ich vertrete keine dermaßen radikalen Ansichten, für die es in dieser freiheitlich demokratischen Grundordnung keinen Platz gäbe. Das ist alles noch im Rahmen. Meinetwegen irgendwo rechts – aber das ist alles in Ordnung.“

Mandic als Anwalt
BILD: Screenshot Anwalts-Homepage von Mandic

Seine Burschenschaft dagegen will Mandic rauswerfen – der zweite Anlauf. Dieser kam allerdings offenbar erst jetzt, nachdem die Umtriebe auf dem Verbindungshaus in der Öffentlichkeit bekannt geworden sind, zustande.

Die AfD wollte zuerst nichts von rechtsradikalen Feiern im Zusammenhang mit Dubravko Mandic wissen („Wir haben keine Kenntnisse über diese Vorfälle“). Man werde bei Bedarf reagieren.
Doch die Personalie Mandic wird nur auch für den AfD-Fraktionsvorsitzenden Jörg Meuthen zur Belastung. Dieser gilt als Vertreter des rechtskonservativen und neoliberalen Minderheiten-Flügels in der AfD.
Er hatte ein früheres Ausschlussverfahren gegen Mandic wie gegen den jetzigen Landtagsabgeordneten Fiechtner, der den Koran mit Hitlers „Mein Kampf“ verglich, gestoppt und zu den Akten gelegt.
Das Handelsblatt bezeichnet Meuthen deswegen als „Rechts-Verteidiger“ und der Ex-AfD-Europaabgeordnete Hans-Olaf Henkel bezeichnet ihn als „Schattenboxer“.
Nun kündigte Meuthen an, gegen Parteimitglieder aus einem „rechtsextremen Umfeld“ vorgehen zu wollen.
Meuthen große Worte gegen rechts
BILD: Screenshoot Facebook-Präsenz der AfD Baden-Württemberg

Ob Meuthen wirklich so weit gehen wird, ist ungewiss. Denn Mandic ist nicht isoliert in der AfD. Besonders in der „Jungen Alternative dürfte er über einen gewissen Rückhalt verfügen.
Im Internet geleakte Bilder zeigen beispielsweise ein Bild von Mandic und Markus Frohnmaier aus Tübingen, Bundesvorsitzender der JA, worauf Mandic und Frohnmaier ihren Eichenkranz präsentieren. Frohnmaier als Tattoo und Mandic als Tshirt-Motiv.
Mandic und Frohnmaier mit Eichenkranz
BILD: Screenshot „Schwarzbuch Junge Alternative“