Archiv für Mai 2016

Ex-Bürgermeister von Eschbach wechselt von der CDU zur AfD

Der ehemalige Eschbacher Bürgermeisters Harald Kraus verließ im januar 2016 aus Protest gegen die Flüchtlingspolitik die CDU und wechselte zur AfD.
Er trat nach über 45 Jahren aus der CDU aus. Seinen Austritt begründet er auf seiner Homepage mit einer Links-Entwicklung der CDU.
Weiter kritisiert er:

„In Berlin wird derzeit in kleinen, elitären, politischen Zirkeln entschieden. So geschehen bei der Masseneinwanderung oder der sogenannten Eurorettung!“

AfD-Landtagsfraktion lobt den Kandidaten der extrem rechten FPÖ

Norbert Hofer hat als Kandidat der extrem rechten FPÖ die Präsidentschaftswahl in Österreich nur knapp gegen seinen Konkurrenten van der Bellen verloren.
Auf der neuen Facebook-Präsenz der AfD-Landtagsfraktion Baden-Württemberg wurde ein Foto des gescheiterten Kandidaten mit der Botschaft „Herzlichen Glückwunsch an Norbert Hofer zu dem hervorragenden Ergebnis!“ veröffentlicht.
AfD BaWü pro Norbert Hofer
Durch ihre Sympathie für Hofer verdeutlicht die AfD-Landtagsfraktion unter Jörg Meuthen erneut den Rechtsruck in der AfD. Unter Bernd Lucke wäre derlei offene Sympathiebekundungen für den Kandidaten einer extrem rechten Partei sanktioniert worden.
Auch der gerne als gemäßigt auftretende Meuthen bewegt sich als Fraktionsvorsitzender mit diesen Glückwünschen im FPÖ-Sympathieumfeld.

Jongen warnt im Interview vor „schrankenloser Überschwemmung“

Der AfD-Vordenker Marc Jongen aus Karlsruhe gab der „Neuen Züricher Zeitung“ ein ausführliches Interview, was am 13. März 2016 erschien.
Darin warnt Jongen vor einer schrankenlosen Überschwemmung:

„Es gibt verschiedene Methoden einen Staat zu destabilisieren. Auch die schrankenlose Überschwemmung mit Menschen, die auf lange Dauer nicht integrierbar sind, weil sie einfach zu viele sind und zu fremd, bedeutet eine Destabilisierung.“

Weiter warnte Jongen:

„Wenn unsere Vorväter dieses Territorium nicht leidenschaftlich und wenn nötig auch mit Gewalt verteidigt hätten, würden wir jetzt nicht hiersitzen und uns in unserer Sprache unterhalten.“

AfD-Ortsverband Böblingen / Sindelfingen hält Deutschland offenbar für besetzt

Der Ortsverband Böblingen / Sindelfingen der Alternative für Deutschland schrieb am 14. Mai 2016 auf Facebook:

„Deutschland befreien – AfD wählen !“

Neurechter Ideologe ist neuer Schriftführer im AfD-Kreisverband Tübingen

Die Wahl zum Kreisvorstand der Tübinger AfD am 20. April 2016 legte offen das ein bekannter Protagonist der extremen Rechten sich auf lokaler Ebene in der AfD engagiert.
Maaß als Schriftführer
Gemeint ist Sebastian Maaß, der nun das Amt des Schriftführers im Kreisvorstand bekleidet.
Der Kenner Sebastian Weiß bezeichnet ihn als „Chronist der Neuen Rechten“. Der in Tübingen ansässige Publizist und Fotograf wurde im Jahr 1981 geboren und
studierte von Oktober 2001 bis Oktober 2003 an der Universität Konstanz Politik und Verwaltung, sowie von Oktober 2003 bis April 2009 Geschichtswissenschaften an der Universität Tübingen mit dem Abschluss Magister. Seine Magisterarbeit schrieb er bei dem Tübinger Geschichts-Professor Doering-Manteuffel.

Im Laufe der Zeit bewegte sich Maaß politisch stark nach rechts. So war er von November 2010 bis November 2011 Stipendiat der rechtslastigen „Erich und Erna Kronauer“-Stiftung.
Maaß widmet sich als Historiker den Protagonisten der so genannten „Konservativen Revolution“, einer antidemokratischen und elitären Strömung in der Weimarer Republik, welche diese durch eine rechte Revolution zu überwinden versuchte und damit dem Nationalsozialismus mit das Feld bereitete.
Maaß widmete sich einzelnen Personen dieser Strömung. So war er Buchautor im Regin-Verlag über Edgar Julius Jung (2009), Arthur Moeller van den Bruck (2010), Othmar Spann (2010), die Freunde Carl Schmitt und Wilhelm Stapel (2011), sowie Herausgeber zweier Gesprächsbände mit dem Carl-Schmitt-Epigonen Günter Maschke und dem Reichs-Ideologen Hans-Dietrich Sanders (2011).

Maaß als Regin-Autor
Screenshot: Regin-Verlag, 22.05.2016

Der Regin-Verlag ist ein extrem rechter Verlag mit Sitz in Kiel. In im veröffentlichte 2013 auch Eric F. aus Chemnitz als Ko-Autor das Buches „Phänomen Inselfaschismus“. F. soll zu den Köpfen der sogenannten „Nationalen Sozialisten Chemnitz“ zählen und wird von manchem dem Unterstützungs-Umfeld des NSU zugerechnet.
Im nicht minder rechten Telesma-Verlag publizierte Maaß über Friedrich Georg Jünger (2012).
Zudem beteiligte sich Maaß mit einigen Artikeln am zweiten Band des „Staatspolitischen Handbuchs“ (2011), das von Erik Lehnert und Karlheinz Weißmann für das neurechte „Institut für Staatspolitik“ herausgegeben wurde
Als Autor schrieb er für die extrem rechten Blätter „Sezession“, „Der Eckart“, „Junges Forum“ und „Junge Freiheit“.
Interviewpartner war er für die NPD-Zeitung „Deutsche Stimme“ (August 2013) und das österreichische Burschenschafter-Organ „Die Aula“ (April 2015).

Eine Publikation über Oswald Spengler (2013) im konservativen Verlag Duncker & Humblot wurde dagegen wieder aus dem Programm genommen.
Distanzierung von Dunckler und Humblot
Was war geschehen?
Maaß hatte eine Dissertation mit dem Titel „Die Geschichte der Neuen Rechten in Deutschland 1945 bis Heute“ an der Universität Chemnitz verfasst.
Prüfer waren die bekannten Rechtsaußen Frank-Lothar Kroll und Harald Seubert. Beide bewerteten Arbeit mit „cum laude“. Aber Eckhard Jesse als Vorsitzender des Promotionskolloquiums verwehrte die Nachprüfung und ließ das Promotions-Projekt damit scheitern. Das verwundet, weil Jesse ein rechtskonservativer Extremismustheoretiker ist. Aber selbst ihm war die affirmative Darstellung aufgefallen. Die sicher geglaubte Promotion bei einer rechten Professorenriege war damit an Jesse gescheitert.
Die extreme Rechte sprang Maaß bei, der sich als Opfer inszenierte und beklagte. Dabei erhielt er beispielsweise auch die Unterstützung der „National-Zeitung“ (Nr. 29-2013).
National-Zeitung pro Maaß
Die gescheiterte Promotion erschien schließlich 2014 unter dem Titel „Die Geschichte der Neuen Rechten in der Bundesrepublik Deutschland“ im Regin-Verlag.
Geschichte der Neuen Rechten
Screenshot: Regin-Verlag, 22.05.2016