Wolfgang Gedeon, der „Ich bin kein Antisemit“-Antisemit

Gedeon will kein Antisemit sein
Niemand kann in den Kopf von Wolfgang Gedeon hineinschauen, d.h. es weiß auch niemand ob er ernsthaft selber davon überzeugt ist kein Antisemit zu sein. In der heutigen Zeiten ist ein öffentlich ausgelebter Antisemitismus im Westen mit einem Tabu belegt und wird gesellschaftlich sanktioniert, wenn er nicht gerade in seiner antizionistischen Variante daher kommt.
Neben Holocaustrelativierung und der Heroisierung von Holocaustleugnern wie Horst Mahler oder Ernst Zündel findet sich bei Gedeon vor allem eine Variante des Verschwörungsantisemitismus. Hierbei markiert er den Zionismus als Bewegung mit Welteinfluss. Hinter diesem steckten laut Gedeon Juden und ihnen hörige Personen. Juden und Jüdinnen eine derartige Macht zuzuschreiben ist ein klassischer Fall von Verschwörungsantisemitismus. Da überrascht es kaum noch das Gedeon sich dann auch auf die antisemitische Fälschung der „Protokolle der Weisen von Zion“, was eine fiktive jüdische Weltverschwörung skizziert, bezieht.
Trotzdem will Gedeon kein Antisemit sein. Vermutlich auch, weil die ursprünglich stolze Eigenbezeichnung ‚Antisemit‘ nach der Shoah zu einem ein Schimpfwort geworden ist und die gesellschaftliche Isolation des derart Bezeichneten zur Folge hat.

Gedeons Antisemitismus ist so eindeutig, dass er auch in Teilen des rechten Umfelds nicht geleugnet wird.
Selbst in der ultrarechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ (JF) zitiert der JF-Autor Christian Vollradt in der Ausgabe 24-2015 mehrere Mitglieder der AfD-Parteiprominenz, die sich der Ausschlussforderung gegen Meuthen anschließen. Selbst die graue Partei-Eminenz Gauland stellt fest:

„Die Äußerungen sind antisemitisch und damit in Deutschland untragbar“

Die JF gibt dazu noch mehrere Zitate von Gedeon aus dessen Büchern wieder, die dessen Einordnung als Antisemiten untermauern:

„Drittens sind die meisten Sympathisanten und politischen Handlanger des Zionismus nicht Juden, sondern Nichtjuden. Das fängt oben bei israelhörigen Spitzenpolitikern wie Angela Merkel oder Joschka Fischer an und geht hinunter bis zu den zahlreichen verblendeten und verbiesterten Zionomanen, von denen es in Deutschland nur so wimmelt.“

„Politisch will man überall ein Mehrparteien-System, das man ‘Demokratie’ nennt, durchsetzen, und ideologisch geht es um die Durchsetzung einer freimaurerisch-zionistischen Ideologie, die als solche die Grundideologie des US-amerikanischen Staates darstellt.“

„Erst die Pius-Brüder, dann die ganze katholische Kirche und schließlich das gesamte Christentum niedermachen und ausschalten: Das ist die freimaurerisch-zionistische Strategie, wie wir schon in den so sehr angefeindeten Protokollen der Weisen von Zion nachlesen können.“

„Der Zionismus aber ist ein integraler, wenn nicht dominanter Bestandteil des westlichen Systems.“

„Geert Wilders und seine Partei, […] betreiben einen Antiislamismus auf zionistischer Grundlage. Hier wird der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben […]“

„Der Zionismus aber ist ein integraler, wenn nicht dominanter Bestandteil des westlichen Systems.“

„Das Problem fängt damit an, daß schon die Begriffe Freimaurerei und Zionismus nicht nur von der politischen Klasse tabuisiert werden, sondern auch in der Bevölkerung weitgehend unbekannt oder zumindest sehr ungeläufig sind. Eine wirksame Oppositionspolitik muß also erst einmal diese beiden Begriffe mit Inhalt füllen und politisch geläufig machen.“

Auch der neurechte Nachwuchs-Vordenker Felix Menzel schrieb in seinem Artikel „Der „Antisemitismus“-Fall Wolfgang Gedeon“ am 10. Juni 2016 auf Facebook:

„Ich habe die Bücher von Gedeon nicht gelesen, aber aussagekräftige Auszüge, die weit über das hinaus gehen, worüber die Presse berichtet. Mein Eindruck: Gedeon ist kein klassischer Dumpfbacken-Antisemit, wie es ihn in der Neonazi-Szene gibt. Aber seine jetzt nach dem Ausbruch des Skandals vorgetragene Meinung, er sei lediglich „Anti-Zionist“ und kein „Antisemit“ halte ich auch für eine Verharmlosung. […] Gedeon hält den Zionismus für den dominantesten Bestandteil des Westens, auch wenn er dies an manchen Stellen abschwächt, an anderen aber sehr radikal ausdrückt. Es seien allerdings, betont er ausdrücklich, Nicht-Juden, die am meisten im Sinne der zionistischen Ideologie agieren würden. Da der Zionismus laut Gedeon jedoch ursprünglich eine jüdische Bewegung sei, geht dann doch wiederum alles auf den nicht nur übermäßig großen, sondern alles dominierenden, aber eben weitestgehend geheimen Einfluß der Juden zurück.“

Hier ist Menzel ausnahmsweise zuzustimmen.

Interessant ist auch, wer sich bisher noch nicht geäußert hat, nämlich die „Patriotische Plattform“. Diese bezieht ansonsten gegen jede Form der Abgrenzung nach rechts Stellung. Aber selbst ihr scheint es zu heikel, sich offen für Gedeon zu erklären.