Grüner Landesvater Kretschmann outet sich als Konservativer

Unlängst verfasst der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann einen Beitrag in der Wochenzeitung „Die Zeit“, in dem es u.a. hieß:

„Es geht darum, dass jeder nach seiner Fasson leben kann, und nicht darum, traditionelle Lebensformen abzuwerten oder die Individualisierung ins Extreme zu treiben. Individualismus darf nicht zum Egoismus werden, sonst wird gesellschaftlicher Zusammenhalt unmöglich. So ist und bleibt die klassische Ehe die bevorzugte Lebensform der meisten Menschen – und das ist auch gut so.“

Hier schimmert deutlich der Heteronormativismus (Heterosexualität als Norm gesetzt) durch. Nichtheterosexualität wird als „Individualismus“ und tendenziell als Egoismus angedeutet. Die „traditionelle“ (= heterosexuelle) Ehe wird dagegen als Basis der Gesellschaft hoch gehalten und mit dem Outing-Spruch des ehemaligen Berliner Oberbürgermeisters verteidigt („und das ist auch gut so“).
Damit outet sich Kretschmann als gesellschaftspolitisch Konservativer. Wirklich verwunderlich ist das aber kaum. Kretschmann ist Mitglied in einer katholischen Studentenverbindung, im „Zentralkomitees der Deutschen Katholiken“ und in einem Schützenverein.