Archiv für Februar 2017

Marc Jongen unter Neuen Rechten

Marc Jongen, u.a. stellvertretender AfD-Landessprecher, ist bei der 17. Winterakademie des radikal neurechten „Institut für Staatspolitik“ (IfS) in Schnellroda in Sachsen-Anhalt aufgetreten. Das IfS und sein Publikum bezeichnete Jongen als „Freunde im Geiste“.
Jongen beim IfS
In dem Mitschnitt seines Vortrags rekurriert Jongen auf sein altbekanntes Bild vom Thymos. Der griechische Begriff, der übersetzt soviel wie Spannung heißt, ist für ihn auch ein Begriff für Nationalismus bzw. Nationalstolz. Dieser ist für ihn eine ‚natürliche‘ Haltung in der Bevölkerung. Dieser darf nicht übertrieben werden, wofür er als Beispiel den Nationalsozialismus nennt. Er wünscht sich aber wieder mehr Thymos-Spannung, sonst seien die Deutschen „wehrlos gegen den Migrantenstrom“. Die AfD verortet er in einer „Zone der Dissidenz“, in der eine ‚gesunde‘ thymiotische Spannung vorherrsche.

CDU-Rechtsaußenbündnis will sich in Schwetzingen gründen

Am 25. März 2017 soll in Schwetzingen die Gründungsversammlung des „Freiheitlich-konservativen Aufbruchs“ stattfinden, in dem sich die „Konservativen Kreise“ vom rechten Rand der Union sammeln. Es sind von Merkels Politik enttäuschte Rechtskonservative, die (noch) nicht zur AfD abgewandert sind.
Die „Schwetzinger Zeitung“ schrieb am 21. Februar 2017 unter der Überschrift „Konservative in der CDU formieren sich“ zu dem Treffen:

„Dass die Versammlung in Schwetzingen stattfindet, beruht vor allem auf der Tatsache, dass der Plankstadter Alexander Mitsch als Mitinitiator von „Konrads Erben“ und des „Freiheitlich-konservativen Aufbruchs der Union“ die offizielle Gründungsversammlung dieser Initiative nach Schwetzingen geholt hat. Mitsch ist Beisitzer im neuen Vorstand der CDU-Mittelstandsvereinigung Heidelberg und einer von sechs Sprechern des Sprecherrates der in Schwetzingen und der Region aktiven „Bürgerinitiative Aufbruch 2016″, die sich seit gut eineinhalb Jahren vor allem mit der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung kritisch auseinandersetzt.“

Das ist durchaus interessant, weil der „Aufbruch 2016“ auch Kontakte zur AfD pflegt und sogar darüber hinaus. Denn die genannte Bürgerinitiative „Aufbruch 2016“ mit Sitz in Schwetzingen ist offenbar angegliedert an das neurechte Netzwerk „Ein Prozent“. Sie erscheint jedenfalls auf der Vernetzungslandkarte von „einprozent.de“.

Die im Oktober 2015 gegründete Initiative „Ein Prozent für Deutschland“ beschreibt sich selbst als „patriotische NGO“, ist aber dem organisierten Rechtsradikalismus zuzurechnen.
Beteiligt sind beispielsweise der Rechtsaußen-Professor Karl Albrecht Schachtschneider, der radikal neurechte Vordenker Götz Kubitschek, der Rechtspopulist Jürgen Elsässer oder Dr. Hans-Thomas Tillschneider, AfD-Landtagsabgeordneter in Sachsen-Anhalt und Vorsitzender der „Patriotischen Plattform“ in der AfD.

Jongen publiziert in neurechten Theorieorgan

Marc Jongen referiert nicht nur für den neurechten thinktank „Institut für Staatspolitik“ (IfS), sonder publiziert auch in dessen Hausblatt „Sezession“.
Jongen in Sezession Sreenshot
Er schreibt in der aktuellen „Sezession“ zum Thema „Migration und Streßtraining“.

Was macht Reimond Hoffmann im Iran?

Reimond Hoffmann (* 1987) aus Umkirch ist stellvertretender Bundesvorsitzender der „Jungen Alternative“ und kandidiert für die AfD zur Bundestagswahl im Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen.
Zudem ist er Unterzeichner der „Erfurter Resolution“ und Mitglied der Burschenschaft Saxo-Silesia Freiburg.
Auf seiner Facebook-Präsenz berichtet Hoffmann dass er derzeit in Teheran im Iran ist. Dort hätten sich „einige interessante Gespräche“ ergeben. Weiter heißt es:

„Der Iran bekennt sich beispielsweise eindeutig zum Kampf gegen den Terrorismus.“

Reimond Hoffmann im Iran
Der Staatsterrorismus des iranischen Regimes gegen seine BürgerInnen fällt bei solch einem Lob natürlich unter den Tisch.
Hoffmann schreibt, dass er von seinem „JA-Kollegen Nicolai Boudaghi“ begleitet wird. Nicolai Boudaghi Vandchali ist Beisitzer im Essener AfD-Vorstand und war Mitglied der rechtspopulistischen Kleinstpartei „Die Freiheit“. Zudem wurde er als Beisitzer im Februar 2013 in den nordrhein-westfälischen Landesvorstand des „Rings Freiheitlicher Jugend“ (RFJ) gewählt und war im 11. August 2012 Redner auf dem „Marsch der Patrioten” der antimuslimischen „German Defence League“ (GDL) in Köln.

Antisemiten-Unterstützer Räpple in Beirat für die Oppenheimer-Auszeichnung

Die baden-württembergische AfD-Landtagsfraktion schickt Stefan Räpple in den Beirat für die Oppenheimer-Auszeichnung. Räpple ist der Abgeordnete, der den Vereingungsvertrag der beiden Fraktionen samt Präambel gegen Antisemitismus und Rassismus bis heute nicht unterschrieben hat.
Der Württembergische Hoffaktor Joseph Süß Oppenheimer (1698/99–1738) war wegen seiner Zugehörigkeit zum Judentum unter den Nazis in dem antisemitischen Film „Jud Süß“ von 1940 als Bösewicht verwendet worden.
Die jüdische Gemeinde initiierte den nach Oppenheimer benannten Preis.