Fundstücke zur Südwest-AfD im Buch „Was will die AfD?“ von Justus Bender

In dem neuen Buch „Was will die AfD? Eine Partei verändert Deutschland“ beschreibt Justus Bender auch den Konflikt um den antisemitischen Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon und die dahinter liegenden Motive:

„Viele von den Gedeon-Verteidigern gehören selbst zur Spezies jener, die sich mit radikalen Äußerungen angreifbar machen. Indem sie Sanktionen gegen Gedeon erschweren, verhindern sie, selbst eines Tages sanktioniert zu werden, nicht notwendigerweise für Antisemitismus, sondern für Äußerungen anderer Art, etwa gegen Muslime. Es ist unklar, welche Interpretation schlimmer wäre: Dass die Abgeordneten bewusst einen Antisemiten verteidigt haben. Oder dass sie einen Antisemiten verteidigt haben, um sich selbst einen Vorteil zu verschaffen.“

(Seite 122)
Das hat laut Bender fatale Konsequenzen auch in anderen Fällen wie dem von Mandic:

„Führende Vertreter aus Baden-Württemberg sagen hinter vorgehaltener Hand ausdrücklich, dass wegen der Querelen im Fall Gedeon ein baldiges Ausschlussverfahren gegen Mandic unmöglich geworden ist. Es fehlt der Parteiführung an Autorität und an Energie. Schon das Hinausdrängen eines einzelnen, unbedeutenden Hinterbänklers mit antisemitischen Ansichten war zu einem Machtkampf zwischen zwei Parteivorsitzenden eskaliert. Jemand wie Dubravko Mandic wird deshalb auf lange Zeit unantastbar sein in Baden-Württemberg. Und mit ihm alle anderen, die man als Überzeugungstäter bezeichnen könnte.“

(Seite 81)

An anderer Stelle beschreibt Bender auch kritisch, die Anstellung von Markus Frohnmaier, Bundesvorsitzender der „Jungen Alternative“, als Pressesprecher der AfD-Bundesvorsitzenden Frauke Petry:

„Wenn der SPD-Vorsitzende den jeweiligen Bundesvorsitzenden der Jungsozialisten, die für gewöhnlich scharfe Kritik an ihrer Mutterpartei und deren Vorsitzendem äußern, als seinen Pressesprecher anstellen würde, wäre nicht nur von versuchter Käuflichkeit die Rede, die Jungsozialisten würden ihren Vorsitzenden wohl auch binnen kürzester Zeit abwählen. In der AfD aber scheinen solche Gesetzmäßigkeiten keine Geltung zu haben.“

(Seite 116)


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