Kritisches Porträt von Alice Weidel

Zusammen mit Alexander Gauland wurde Alice Weidel auf dem Bundesparteitag in Köln zur Spitzenkandidatin der AfD bei der kommenden Bundestagswahl gewählt.
Weidel als BTW-Spitzenkandidatin
Grund genug, um ein kritisches Porträt von Alice Weidel zu zeichnen:

Alice Weidel wurde 1979 in Gütersloh geboren und wohnt heute in Überlingen am Bodensee. Sie absolvierte ein Doppelstudium der Volks- und Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth und promovierte über das chinesische Pensionssystem. Ihr Doktorvater Prof. Dr. Peter Oberender, Mitgründer und Hauptzeichner der AfD bzw. der AfD im Larvenstadium „Wahlalternative 2013“, plädierte dafür, dass Hartz-IV-Empfänger zur Verbesserung ihrer Finanzen ihr Organe verkaufen dürfen sollten
Nach ihrem VWL-Studium arbeitete sie fast sechs Jahre in China und später u.a. für Goldman Sachs und im Vorstandsbüro der Allianz Global Investors in Frankfurt.
Heute arbeitet sie als Internet-Unternehmerin und Start-Up-Beraterin.
Privat lebt sie mit einer Schweizerin in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft und hat ein Kind adoptiert. Ein Lebensmodell, was von ihrer Partei verbal gerne mal marginalisiert wird und das nach dem Parteiprogramm benachteiligt werden soll.

Weidel ist seit 2015 Mitglied im AfD-Bundesvorstand und leitete bis Januar 2016 die Bundesprogrammkommission der Partei. Zudem kandidiert sie auf Platz eins bei der Bundestagswahl im Herbst 2017. Bei der Kampfabstimmung um den Vorsitz des AfD-Landesverbandes Baden-Württemberg konnte sich Weidel nicht gegen ihren Konkurrenten Ralf Özkara durchsetzen, der von Jörg Meuthen protegiert wurde. Im Bundesvorstand hatte sich Weidel für einen Ausschluss des Hardliners Björn Höcke stark gemacht, während Meuthen sich mit Höcke solidarisierte.

Weidel gilt als Vertreterin des nationalneoliberalen Flügels der Partei. Dafür steht auch ihre Mitgliedschaft in der Hayek-Gesellschaft, welche nach dem neoliberalen Vordenker Friederich August von Hayek benannt ist. Dessen Feindschaft gegen den Sozialstaat scheint Weidel zu teilen.
Zeitweise schmückte auch ein Hayek-Zitat die Facebook-Seite von Weidel.
Widel und Hayek-Zitat

Gute Kontakte zur „Neuen Rechten“
Weidel scheint über gute Kontakte zur so genannten „Neuen Rechten“ zu verfügen. Diese bezieht sich auf die antidemokratische Rechte der Weimarer Republik und ist derzeit in einen pragmatischen Flügel um die Wochenzeitung „Junge Freiheit“ und einen offen faschistischen Flügel um das „Institut für Staatspolitik“ gespalten. Weidel steht dem Flügel um die „Junge Freiheit“ (JF) nahe. Bereits im September 2015 besuchte sie die „Bibliothek des Konservatismus“, die ein thinktank der JF in Berlin darstellt. Für die „Bibliothek des Konservatismus“ trat sich auch am 20. Oktober 2016 als Referentin auf und auf der Frankfurter Buchmesse 2016 für die „Junge Freiheit“. Ebenso sprach sie beim Neujahrsempfang der JF am 25. Januar 2017.
Weidel für JF auf Frankfurter Buchmesse 2016
Für diese Wochenzeitung griff sie außerdem bereits als Gastautorin zur Feder, etwa in Ausgabe 44/2016.

Auch zur extrem rechten FPÖ hat Weidel keinerlei Berührungsprobleme, wie Weidel am 17. November 2016 in Leinfelden-Echterdingen durch einen gemeinsamen Auftritt mit dem FPÖ-Europaabgeordneten Harald Vilimsky demonstrierte.
Weidel und Vilimsky

Unter anderem durch die Ausnutzung ihrer Genderrolle als jüngere und hübsche Frau erscheint Weidel in den Augen vieler als scheinbar ‚gemäßigt‘. Sie wird auch deswegen gerne von ihre Partei vorgeschickt, so vertrat sie die AfD u.a. auch bei Markus Lanz.
Dabei gerät außer Acht, dass Weidel neben sozialchauvinistischen und neoliberalen Positionen, auch durchaus antimuslimische Positionen vertritt und das sie über keinerlei Berührungsängste zur extremen Rechten verfügt.