Archiv für Juni 2017

parlamentarischer Berater der AfD-Landtagsfraktion mit brauner Biografie

Das Informationsportal „Blick nach Rechts“ berichtet unter der Überschrift „AfD-Berater mit brauner Vergangenheit“ über Laurens N., den neuen Berater der baden-württembergischen AfD-Landtagsfraktion:

„Der erst seit wenigen Tagen bei der AfD als Berater tätige Laurens N. war bis 2006, zuletzt als stellvertretender Bundesführer, bei der im März 2009 vom Bundesinnenministerium verbotenen braunen Erziehertruppe „Heimattreue Deutsche Jugend“ (HDJ) engagiert. Die HDJ existierte bis zu ihrem Verbot rund ein Jahrzehnt und stand in der Tradition der „Heimattreuen Jugend e.V.“ (DHJ), einer radikale Abspaltung des „Bundes Heimattreuer Jugend – Der Freibund e.V.“. Personelle und ideologische Bezüge bestanden bei der HDJ auch zur 1994 verbotenen neonazistischen „Wiking-Jugend“ (WJ). Dem baden-württembergischen AfD-Fraktionsvorsitzenden und Ko-Bundeschef Jörg Meuthen ist, so die FAZ, nach Aussage seines Sprechers bekannt, dass der Rechtsanwalt Laurens N. früher bei der HDJ war. Sie wurde vor acht Jahren wegen Verfassungsfeindlichkeit und NS-Wesensverwandtschaft verboten.“

Vor ihrem Verbot 2006 verbarg die HDJ ihren paramilitärischen Drill kaum. Auch in einem Youtube-Werbefilm betonte sie ihre Disziplin.
HDJ-Werbefilm

PEGIDA-Fan Stefan Räpple

Der AfD-Landtagsabgeordnete Stefan Räpple twitterte am 11. April 2017:

„Glückwunsch #Pegida zum 100.ten Spaziergang. Nächstes Mal in #Dresden laufe ich wieder mit“

Räpple PEGIDA-Fan

Der AfD-Abgeordnete Stein und die „Wissensmanufaktur“

Udo Stein schrieb am 23. Juni 2017 auf Facebook:

„Am vergangenen Dienstag traf ich im Rahmen unserer Fraktionsveranstaltung in Heilbronn Prof. Dr. Karl Albrecht Schachtschneider.
Wir standen bereits vor den Zeiten der AfD in engem Kontakt und lernten uns über die „Wissensmanufaktur“ kennen.
2014 schlug ich ihn als möglichen Kandidaten für die Europawahl vor, was er leider ablehnte.
Es hat mich daher besonders gefreut, ihn bei einer unserer AfD-Veranstaltungen wieder zu treffen.“

Der Ultra-Rechtsaußen Schachtschneider sitzt im wissenschaftlichen Beirat der „Wissensmanufaktur“, die sich ähnlich wie die AfD als rechte Alternative zur aktuellen Situation versteht. Der so genannte „Plan B“ der „Wissensmanufaktur“ bezieht sich offen auf das „Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft“ des frühen NSDAP-Theoretikers Gottfried Feder (1883-1941).

Lesetipp: kritischer FAZ-Artikel über die MitarbeiterInnen der Südwest-AfD

In einem sehr lesenswerten FAZ-Artikel wird einer ganzen Reihe extrem rechter MitarbeiterInnen der AfD benannt.

Alice Weidel verbalrandaliert

Ähnlich wie Meuthen wird die – neben Alexander Gauland – bundesweite Spitzenkandidatin Alice Weidel immer noch in den Medien als Vertreterin eines angeblich in der Partei vorhandenen gemäßigten Flügels interpretiert.
Diese Mäßigung setzt aber in letzter Zeit immer öfter aus. Ob das Kalkül oder eine Art individuelle Rechtsradikalisierung ist, ist unklar.
So forderte Weidel unlängst im Interview mit dem Berliner „Tagesspiegel“ ein Verbot von Kopftüchern im öffentlichen Raum:

„Kopftücher gehören aus dem öffentlichen Raum und von der Straße verbannt. Das sollte auf jeden Fall gesetzlich festgelegt werden.“

Und auf Facebook äußert sie sich deutlich geschichtsrevisionistisch:

„Nach 1945: Aus dem kollektiven Gedächtnis erfolgreich gelöscht. Die Gräueltaten an der deutschen Bevölkerung nach dem zweiten Weltkrieg. Man hat gewartet bis die Zeugengeneration stirbt, um für immer zu schweigen. Denn es mag so gar nicht zu dem Schuldkult passen.“

Vokabeln wie „Schuldkult“ gelten als typisch rechte Vokabeln.