Archiv für Juli 2017

Ausführliches Weidel-Interview in extrem rechten Magazin „Zuerst!

Alice Weidel, die nationalneoliberale Hälfte des AfD-Spitzenteams zur Bundestagswahl im Herbst 2017 hat dem extrem rechten Magazin „Zuerst“ 8/9-2017 über vier Seiten ein ausführliches Interview gegeben. Damit demonstriert Weidel ein weiteres Mal auch den Höcke-Flügel der Partei inhaltlich durch Wort und Tat zufrieden zu stellen.
Weidel als Zuerst-Interviewpartnerin

Nachwuchs-AfDler lobt Vorgehen von Diktator gegen Opposition

Thorben Schwarz aus Stuttgart, Jahrgang 1998, ist Jazzpianist und Publizist. Er war bis September 2016 FDP-Mitglied und ist seit Februar 2017 AfD-Mitglied. Sich selbst rechnet er dem Paläolibertarismus zu, einer extremen Variante des Neoliberalismus. Das er auch Autor für das marktradikale Kampfblatt „eigentümlich frei“ (ef) ist, verwundert da kaum. ef brachte in diesem Jahr bereits ein lobhudelndes Interview mit Marco Antonio Pinochet, dem Sohn des ehemaligen Dikators Augusto Pinochet Ugarte. Pinochet putschte als Militär 1973 gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Allende und herrschte bis 1990. Seiner Herrschaft fielen mindestens 3.000 Menschen zum Opfer. Der vom Westen unterstützte Diktator führte zudem neoliberale Reformen durch, die viel Lob aus dem Lager des Neoliberalismus erhielten.
Der Nationalneoliberale Schwarz steht insofern in einer längeren Tradition, wenn er Pinochet lobt. Schwarz schrieb am 7. Juli 2017 auf Twitter:
„Unter Pinochet hat’s glänzend geklappt – und er ließ Kommunisten aus dem Helikopter werfen. So muß das!“
Pinochet als Vorbild

Höcke demonstriert Einigkeit mit Weidel

Björn Höcke, der Anführer des faschistischen Flügels der AfD, betont demonstrativ die Verbundenheit zu Alice Weidel aus Überlingen am Bodensee.
Höcke pro Weidel
Das ist deswegen interessant, weil Höcke derzeit innerparteilich mit einem Parteiausschlussverfahren konfrontiert ist, was u.a. von Weidel als mit initiiert wurde.

Wolfgang Gedeon raunt mal wieder

Am 21. Juli 2017 veröffentlichte der fraktionslose AfD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Gedeon – mal wieder – eine Stellungnahme, in dem er die welt aus seiner Sicht erklärt. In seinem neuesten Pamphlet, welches den Titel „Die Partei muss sich von Grund auf erneuern“ trägt, reproduziert Gedeon mal wieder verschwörungsideologische Vorstellungen. So schreibt er u.a.:

„Auch sollte es zu denken geben: Heinrich Fiechtner und Claudia Martin, die heftigsten Hetzer in der AfD-Fraktion gegen mich, hetzen heute gegen die Partei oder gehen sogar gerichtlich gegen sie vor. Diese zionistischen Elemente verhinderten damals eine Diskussion über das pseudowissenschaftliche Konstrukt des „sekundären“ Antisemitismus und erzwangen, offensichtlich von außen gelenkt, eine vorzeitige Abstimmung, mit der sie mich aus der Fraktion ausschließen wollten.“

(Seite 5)
Also nicht sein Antisemitismus, sondern „zionistische Elemente“ seien an der zeitweiligen Landtagsfraktionsspaltung Schuld gewesen.
Ansonsten sieht er noch die Bundesrepublik auf dem Weg zur „rot-grünen Diktatur, einer neuen Groß-DDR“ und warnt vor der „psychologische[…] Kriegsführung des Zionismus“.

Ex-JA-Funktionär bestätigt: Identitäre als JA-Aufbauhelfer

Mario Olsson war Vorsitzender des Bezirksverband Lüneburg der AfD-Nachwuchsorganisation „Junge Alternative“ (JA) und seit Juni 2015 Schatzmeister der JA in Niedersachsen. Er stieg Anfang Juli 2017 nach der Wahl von dem als rechtsradikal geltenden Lars Steinke zum JA-Landesvorsitzenden aus der AfD aus.
Ein Artikel zitiert den Ex-JAler Mario Olsson wie folgt:

„In Baden-Württemberg oder Sachsen-Anhalt, wo um die 20 IBler eingetreten sind, um den Landesverband überhaupt erst zu gründen. Und jetzt aktiv zu gestalten.“