Argumentationshilfe: Kein Podium der AfD!

Bei den nachfolgenden Argumenten, geht es nur um die öffentliche Diskussion mit einem/einer VertreterIn der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) vor Publikum. Mit der einfachen AfD-Sympathisantin in der Warteschlange an der Supermarkt-Kasse oder dem AfD-Wähler am Familientisch kann und sollte natürlich diskutiert werden.

Der AfD ein Podium zu bieten, heißt ihren Positionen ein Podium zu bieten!
Wer die AfD auf ein Podium nimmt, die/der bietet auch ihren Positionen ein Podium. Damit werden diese Positionen zugleich als verhandelbar und diskutabel legitimiert und im Effekt wird so einer weiteren Normalisierung der AfD und ihrer Positionen Vorschub geleistet.
Es ist ohnehin unwahrscheinlich dass es hier zu einer fruchtbaren Diskussion kommt, da sich viele AfD-Positionen außerhalb eines humanitären Minimal-Konsens bewegen und teilweise auch den Konsens des Grundgesetz verlassen. Zum Beispiel indem für eine religiöse Minderheit (Muslime) eine Sondergesetzgebung etwa im Baurecht (Moschee- oder Minarettbau) gefordert wird.

Nicht das Prinzip Provokation der AfD bedienen!
Die AfD ist über jedes Stück öffentliche Aufmerksamkeit dankbar. Auch über die Presse-Berichterstattung über Podiumsdiskussion ist sie natürlich dankbar, selbst wenn der Tenor negativ ist. Um in der Berichterstattung aufzutauchen oder gar zu dominieren, provoziert die AfD teilweise gezielt auch in Podiums-Diskussionen. Es geht ihr damit häufig gar nicht um eine inhaltliche Diskussion, sondern nur um den Eklat.

Die AfD von möglichen SympathisantInnen trennen!
Bei Podiumsdiskussionen kann die AfD mit ihrer nationalistischen und rassistischen Rhetorik eine Resonanz in Teilen des Publikums finden.
Es ist durchaus auch legitim der AfD nicht noch weitere WählerInnen zutreiben zu wollen. Auch wenn das eigentliche Problem damit noch nicht gelöst ist. Der Nationalismus und Rassismus der Menschen, der sie eigentlich zur Wahl der rechtspopulistischen Partei motiviert.

Kein Podium der Anti-Antifa!
Die AfD betrachtet Linke – sicherlich nicht ganz zu Unrecht – als ihre politische GegnerInnen. Einzelne AfD-Mitglieder betreiben teilweise etwas, was früher bei Neonazis unter „Anti-Antifa“ firmierte. Sie fotografieren (vermeintliche) Feinde der AfD oder von Deutschland, erstellen Listen und outen und bedrohen diese zum Teil auch – vor allem in sozialen Netzwerken.
Solchen Personen den Zugang zu Veranstaltungen mit AfD-KritikerInnen zu ermöglichen, birgt die Gefahr dass das dort gewonnene Wissen auch später gegen sie eingesetzt wird. Allein das sich Gesichter gemerkt werden.
Einmal davon abgesehen, fühlen sich viele durch die Anwesenheit von AfD-VertreterInnen bzw. offenen RassistInnen und NationalistInnen unwohl oder gar abgeschreckt.

Die AfD versucht die Themen zu bestimmen!
Sitzt die AfD mit auf dem Podium, dann versucht sie oft auch ihre Themen durchzusetzen. Das heißt zumeist das vorurteilsbehaftete Reden über „die Flüchtlinge“ und „den Islam“. Andere Podiumsgäste sehen sich genötigt darauf einzugehen und der AfD Kontra zu geben.
Wichtige andere Themen wie Rente, Arbeitszeit oder Löhne gehen unter oder werden rassistisch aufgeladen oder fallen ganz unter den Tisch.

Die AfD schadet der (Gesprächs-)Atmosphäre!
Häufig finden sich im Publikum einer Podiumsdiskussion auch potenziell Betroffene einer AfD-Politik. Das den Positionen und teilweise auch der unverhohlenen Hetze der AfD Raum gegeben wird, kann deswegen von Muslimen, Flüchtlingen, LSBTTIQ* oder MigrantInnen als Schlag ins Gesicht interpretiert werden. Zumal häufig VertreterInnen dieser Gruppen im Gegensatz zur AfD auf dem Podium nicht vertreten sind.

Die AfD ist nicht so leicht zu besiegen!
Bei manchen Podiums-VeranstalterInnen oder auch -TeilnehmerInnen existiert der Irrglaube AfD-VertreterInnen vor Publikum zu entlarven oder gar rhetorisch besiegen zu können. Dieser Glaube ist zumindest riskant. Die AfD hat in ihren vorderen Reihen durchaus gute RhetorikerInnen. Diese wissen ihre Vorurteile in ein seriöses Gewand zu kleiden und wittern Fallen in Diskussionen. Mit der voranschreitenden Professionalisierung der AfD geht oft auch die rhetorische und argumentative Schulung ihrer Mitglieder einher.
Zwar kann es durchaus gelingen einen AfD-Direktkandidat zu einem vulgärrassistischen Ausbruch zu bewegen, also quasi zu demaskieren. Dieser Erfolg ist aber nicht garantiert.

Selbtsviktimisierung der AfD
Häufig wird angeführt, ein Ausschluss der AfD würde deren Opfermythos begünstigen. Doch der harte Kern der AfD sieht sich so oder so ständig verfolgt: Von der „Kartellparteien“, der „Lügenpresse“ oder der „Antifa-GmbH“.
Diese Selbstviktimisierung ist eine feste Strategie und kommt oft auch dann zur Anwendung, wenn die AfD gleichberechtigt behandelt wird.


0 Antworten auf „Argumentationshilfe: Kein Podium der AfD!“


  1. Keine Kommentare

Antwort hinterlassen

XHTML: Du kannst diese Tags benutzen: <a href=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote> <code> <em> <i> <strike> <strong>


sieben − zwei =