Archiv für Februar 2018

Reimond Hoffmann verliert Wahl um Vorsitz der „Jungen Alternative“

Am Wochenende vom 17. und 18. Februar 2018 fand im hessischen Büdingen der Bundeskongress der AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ (JA) statt. Dabei wurde auch der Vorstand gewählt.
Für das Amt des JA-Bundesvorsitzenden bewarb sich auch Reimond Hoffmann aus Rottweil. Hoffmann stellvertretender JA-Bundesvorsitzender und kandidierte zur Bundestagswahl 2017 für die AfD im Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen. Er ist seit Juni 2016 persönlicher Referent des AfD-Landtagsabgeordenten Rainer Podeswa im Stuttgarter Landtag und war April 2015 bis Mai 2016 Finanzreferent der Thüringer AfD-Landtagsfraktion.
Er ist Unterzeichner der „Erfurter Resolution“ und Mitglied der Burschenschaft Saxo-Silesia Freiburg. Im Februar 2017 reiste er nach Theheran zu einer Intifada-Konferenz. Dem extrem rechten Magazin „Zuerst“ stand er für ein Interview zur Verfügung. Reimond Hoffmann, Zuerst-Interviewpartner
In einem Bericht über den Kongress hieß es über Reimond Hoffmann:

„“Ich wollte eigentlich immer Deutschland retten“, sagte der mit Business-Anzug, Glatzkopf und gepflegtem Vollbart auftretende Politikberater der baden-württembergischen AfD-Landtagsfraktion. Er sei während seines Wirtschaftsstudiums auch in Ungarn gewesen, um bei Staatschef Orban „in die Lehre zu gehen“. Er werde mit Crowdfunding Geld beschaffen, mit Drohnen-Videos von Paintball (einem Ballerspiel mit Farbkugeln) und tollen Aktionen die „Junge Alternative“ als „coole Jungs und Mädels“ darstellen. Zehntausend Mitglieder wolle er versammeln und mit libertären und nationalkonservativen Kräften zu einer „schlagkräftigen Truppe“ formen. Sie brauche einen „gemeinsamen Geist“, so Hoffmann. Denn noch seien „zu viele von uns an Positionen und Fortkommen interessiert“, also der eigenen Karriere in einer aufstrebenden Partei verpflichtet.“

Hoffmann verlor die Wahl um den Vorsitz gegen Damian Lohr aus Rheinland-Pfalz. Im neuen JA-Bundesvorstand ist aus Baden-Württemberg damit nur nur Moritz Bordbeck aus Metzingen als Schriftführer vertreten.

Junge Alternative Esslingen-Göppingen hetzt gegen freigelassenen Welt-Journalisten

Die „Junge Alternative Esslingen-Göppingen“ postete am 17. Februar 2018 auf ihrer Facebook-Präsenz:

„Deutschlandhasser Deniz Yücksel ist wieder frei und in Deutschland.

Wenn es einer nicht verdient hat, vom deutschen Staat irgend eine Unterstützung zu bekommen, dann er.

Deutschland ist wohl das einzige Land, in dem seine Gegner hofiert werden, während die, die es lieben denuziert werden.

Na Prost Mahlzeit, das kann ja noch eine „heitere“ Zukunft geben…“

Auch die AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Alice Weidel aus Überlingen, nannte Yücel einen „antideutschen Hassprediger“ und schrieb am 17. Februar 2018 auf Facebook, Yücel als „deutschen Journalisten“ zu bezeichnen, seien „zwei Fakenews in einem Satz“.

An solchen Posts kann man sehen, wie weit die von der AfD gern hoch gehaltene und beanpruchte Meinungsfreiheit reicht.

AfD-Landtagsabgeordneter sieht Deutschland „auf dem direkten Weg in eine Diktatur“

Stefan Räpple, AfD-Landtagsabgeordneter, schrieb in alarmistischer Manier auf Facebook:

„Wir sind auf dem direkten Weg in eine Diktatur.
Was da an Zensur und Meinungsunterdrückung durch das System Maas mit Stasi-Kahane und dem Zensurgesetz (NetzDG) auf Facebook, Twitter usw. veranstaltet wird – das ist einer Demokratie nicht würdig.
[…] Jede Wortmeldung, von Bürgern oder Politikern, die nicht dem Altparteien-Kartell angehören bzw. systemkonform ist, wird ignoriert oder in perfidester Art und Weise diskreditiert. Ganze Bevölkerungsgruppen grenzt man aus oder beschimpft sie auf das Übelste.
Die letzten Groko- und Merkel-Regierungsjahre haben Deutschland kaputt gemacht. Die Meinungsfreiheit zerstört. Es wird einer Diktatur der Weg geebnet. Das hatten wir schon einmal alles und ging als „Gleichschaltung“ in die Geschichte ein.
LEUTE, wehrt euch. Raus auf die Strasse. Wenn nicht jetzt, wann dann?
Wir sehen uns. Am 17.2. in #Berlin beim Marsch der Frauen zum Kanzleramt, am 3.3. in #Kandel – und es geht weiter…“

Räpple warnt vor Diktatur
Es ist davon auszugehen, dass Räpple auch tatsächlich glaubt, was er da so schreibt. Obwohl das Netzwerkdurchsetzungskritik durchaus auch von links kritisiert wird, ist Räpples Sermon eine Verharmlosung aller realen Diktaturen von Syrien bis Nordkorea.

AfD-Landessprecher nennt Bombardierung Dresdens „Kriegsverbrechen“

Ralf Özkara, Landessprecher der AfD Baden-Württemberg, schrieb am 14. Februar 2018 in einem Facebook-Post:

„In diesen Tagen jährt sich der Feuersturm von Dresden (13.-15. Februar 1945) zum 73. Mal. Dresden wurde von den Alliierten bombardiert. Im Zuge der Bombardierungen hatte die Dresdener Zivilbevölkerung zigtausende (manche Quellen sprechen gar von Hunderttausenden) Todesopfer sowie einen verwüsteten Stadtkern zu beklagen. Wie die wahren Opferzahlen schlussendlich beziffert werden, ändert nichts an der Tatsache, dass wir es hier mit einem Kriegsverbrechen der Alliierten zu tun hatten. […]
Als Patrioten und vernünftige Bürger lassen wir uns auf das beklagenswerte Niveau solcher Lumpen nicht herab. Wir gedenken der unschuldigen Opfer dieses Kriegsverbrechens!“

Özkara nennt Bombardierung Dresdens
Damit outet sich Özkara wie viele seiner ParteifreundInnen als Geschichtsrevisionist. Die Bombardierung, die im Zuge des Kampfes gegen die Alliierten stattfand, war trotz der hohen zivilen Opferzahl nicht einfach ein „Kriegsverbrechen“, sondern eine Kampfhandlung gegen einen militärisch wichtigen Knotenpunkt.
Auch der wissenschaftlich widerlegte Mythos von den angeblich hunderttausenden Opfern ist als Geschichtsrevisionismus zu bewerten.

AfD-Funktionärin warb bei Nazi-Kameradschaft für Demo

Die früher in Singen ansässige Andrea Zürcher fungierte zeitweise stellvertretende Sprecherin im AfD-Kreisverband Sigmaringen. Sie bewarb offenbar in einem Facebook-Kommentar eine rechte Anti-Merkel-Demo am 15. Februar 2016 in Radolfzell und zwar auf der Facebook-Präsenz der neonazistischen „Kameradschaft Höri-Bodensee“.
Andrea Zürcher wirbt bei Kameradschaft Höri-Bodensee