Gedeons neuestes Buch: Gedeon führt Selbstgespräche

In diese Jahr veröffentlichte der fraktionslose AfD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Gedeon aus Rielasingen das Interviewbuch „Ich, die AfD und der Antisemitismus. Populismus oder Mut zur Wahrheit?“ veröffentlicht.
neues Gedeon-Buch
Schon das erste Wort im Titel („Ich“) ist überaus bezeichnend für Gedeon, denn er ist ein Egomane. Nur seine Weltsicht ist die richtige, er hat die Welt verstanden und wer vor den Diskussionen mit ihm nichts seine Bücher gelesen hat, der ist für ihn kein echter Gesprächspartner. Gedeon inszeniert sich gerne als ‚Querdenker‘ und ‚kreativer Kopf‘, der sich von der Welt unverstanden fühlt, aber alles besser und anders machen könnte, wenn man ihn nur lassen würde.
Er selber schreibt:

Meine Bücher stellen eine umfassende theologisch, philosophisch, geschichtlich und politologisch begründete Programmatik für eine neue alternative Politik dar. Vom intellektuellen Anspruch her sind sie für viele AfD-Mitglieder nur teilweise geeignet. Leute, die sich zu Führungspositionen berufen fühlen, sollten sich freilich mit den Büchern auseinandersetzen, was nur sehr begrenzt geschieht.“

(Seite 68)
Diese Masche ist langweilig und in Anbetracht des simplen wie wirren Inhalts seiner Bücher zudem größenwahnsinnig.
In seinem neusten Werk betreibt Gedeon eine Art peinliches Selbstverhör mit seinem Alter Ego, was als Stichwortgeber fungiert. Einfallsloserweise heißt seine fiktive Interviewpartnerin dann auch G. Wolf.
Inhaltlich verbleibt Gedeon in seinem üblichen Rahmen. Er beschwert sich über den „Israel- und Antirassismus-Kult“ und fordert „die De-Islamisierung und Renationalisierung Deutschlands voranzubringen“. Er skizziert eine jüdische Verschwörung gegen ihn innerhalb der AfD („Sie machten die Macht des Zionismus in unserer Gesellschaft bis in die AfD hinein deutlich“, Seite 112), schwadroniert von einer „zionistische[n] Meinungsdiktatur“ (Seite 129) und glaubt ernsthaft Martin Schulz und Sigmar Gabriel seien einer jüdischen Verschwörung zum Opfer gefallen.

Hier ein paar Zitate aus Gedeons Buch zu den Themen:

Antiamerikanismus

„Europa ist schon weitgehend amerikanisiert bzw. verwestlicht bzw. globalisiert, was letztlich alles das Gleiche bedeutet. Kulturell gibt es Europa nur noch in Russland und vereinzelt in Ost- und Südeuropa, der Rest ist amerikanisch!“

(Seite 37)

„Die Entchristlichung Europas! Die amerikanisch-westliche Ideologie der Menschenrechte soll zur Zivilreligion Europas hochgehoben werden, neben der es keine fremden Götter geben darf, insbesondere keine christlichen! Der Islam soll dabei als Rammbock wirken, um die letzten christlichen Fundamente Europas zum Einsturz zu bringen.“

(Seite 64)

antizionistischer Antisemitismus

„Durch neue Gesetze soll Israel nach und nach in einen rassisch reinen Judenstaat umgewandelt
werden, in dem die Palästinenser gar nicht mehr vorgesehen sind. Im Hinterkopf hat man schon den Plan, sie irgendwann auf die Sinai-Halbinsel zu deportieren – sozusagen der Madagaskar-Plan
für die Palästinenser!“

(Seite 139)

Erinnerungsabwehr-Antisemitismus

„Und mitten in Berlin, der neuen Hauptstadt, auf deren größtem Platz, wird ein Holocaust-Mahnmal errichtet, gegen dessen monumentale Totalität sich selbst ein Großteil der damaligen deutschen Polit-Eliten wandte, von Augstein bis Helmut Kohl. Erinnerungskultur wurde zum Erinnerungszwang, ja zu einer neuen Zivilreligion, die sich immer inquisitorischer aufführt: Nicht nur das grundsätzliche Leugnen des Holocaust, sondern schon geringste Zweifel an kleinsten Details wurden mit Gefängnisstrafe geahndet. Über den Paragraphen 130, der groteskerweise unter der Überschrift „Volksverhetzung“ abgehandelt wird, versucht man Schritt für Schritt, eine Gesinnungsdiktatur in Deutschland zu etablieren.“

(Seite 92)

flüchtlingsfeindlicher Rassismus
Gedeon will keine Flüchtlinge und ‚begründet‘ das wie folgt:

„W. GEDEON: Ich bin für Familienzusammenführung, nur anders herum.
G. WOLF: Was heißt?
W. GEDEON: Dass wir die, die Familienzusammenführung beantragen, als erste in ihre Heimatländer zurückfliegen: Entweder sind die Verhältnisse im Herkunftsland so schrecklich, dass es unverantwortlich war, sich selbst in Sicherheit zu bringen und die eigene Familie zurückzulassen. Solche Leute brauchen wir hier nicht.- Oder die Verhältnisse sind nicht so schlimm, sodass man die Familie guten Gewissens zurücklassen konnte. Dann ist es solchen „Flüchtlingen“ zumutbar, wieder nach Hause geschickt zu werden.“

(Seite 19)

gegen Menschenrechte

„Darüber hinaus betrachte ich die Menschenrechtsethik nicht als Fortschritt gegenüber der christlichen, sondern als Rückschritt und mitunter sogar als Entartung, besonders im Hinblick auf die diffuse Vermischung von Religionen und Kulturen, die die Menschenrechtsethik grundsätzlich vorsieht.“

(Seite 99)

Kolonialismus-Verharmlosung

„Europäer haben im Kolonialismus ihre Religion und Zivilisation verbreitet, mit der sie der übrigen Welt einige 1000 Jahre voraus waren. Dieser Vorsprung wurde ihnen nicht geschenkt: Sie haben ihn erdacht, erarbeitet, erkämpft, und die anderen, denen sie ihn gebracht haben, haben sich damit ein Meer von Schweiß, Blut und Tränen erspart. Sicherlich war dieser Prozess nicht nur mit Heldentaten, sondern auch mit gewaltigen Verbrechen gepflastert. Aber dass so ein Sprung aus der Steinzeit in die Neuzeit nicht wie am Reißbrett verläuft, müssten auch historische Analphabeten
nachvollziehen können.“

(Seite 154)

Solidarität mit der Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck

„Vor ein paar Tagen kam in den Nachrichten, eine Neunzigjährige (!) sei jetzt im geschlossenen Strafvollzug und müsse drei Jahre und zwei Monate absitzen, weil sie Auschwitz nicht als „Vernichtungs-“, sondern als „Arbeitslager“ bezeichnet habe. Ich kann nicht fassen, dass bei einer solchen Nachricht nicht Millionen Menschen in Deutschland an die Decke gehen und sich
fragen: Was hat das noch mit Meinungsfreiheit zu tun? Was hat das noch mit Humanität zu tun? Was hat das noch mit Rechtsstaatlichkeit zu tun? Das ist gnadenlose Gesinnungsjustiz! Das
zeigt, dass Deutschland in wichtigen Bereichen keine Demokratie mehr ist, sondern ein totalitärer Staat.“

(Seite 145)

Verharmlosung des Stalinismus

„Wenn man die Geschichte nicht nur moralisch betrachtet, gibt es durchaus Gründe, sich auch mit Stalin auseinanderzusetzen. Ihn freilich hochzujubeln, wie wir das gemacht haben, ist weder intellektuell noch moralisch zu rechtfertigen!“

(Seite 76)

Verschwörungsantisemitismus

„Wenn Europa den Unterschied zwischen Judaismus und Christentum wieder verstünde und seine religiöse Identität wiederfände, könnte es auch den geistig-ideologischen Einfluss des Zionismus und die gesellschaftliche Macht des Islam überwinden. Das größte Problem ist hierbei die geistige Degeneration seiner Kirchen!“

(Seite 94)

„G. WOLF: Ein „Schaf im Wolfspelz“, wie FDP-Lindner das so schön formulierte? Wer waren in Ihrem Fall die Drahtzieher der Kampagne?
W. GEDEON: Ich halte den Zentralrat der Juden für die Spinne im Netz.“

(Seite 106)

„Die Kommunisten haben viel aus den Protokollen umgesetzt. Aber die westlichen Eliten, vor allem die amerikanischen und zionistischen Geheimdienste können das genauso gut. Wir können davon ausgehen, dass man schon frühzeitig sehr systematisch Leute und Ideen in die neue Oppositionsbewegung, gerade in die AfD, eingeschleust hat mit dem Auftrag, dafür zu sorgen, dass keine systemrelevanten Fragen gestellt und die heiligen Kühe des Systems (NATO-Mitgliedschaft, Schuld-Kult, Israel-Kult) nicht angerührt werden.“

(Seite 117)

„Die anderen, die Verschwörungstheoretiker, zu denen ich gehöre, halten eine zionistische Loge für den mutmaßlichen Urheber der „Protokolle“.“

(Seite 118)

„Noch weniger kann ich nachvollziehen, dass man Leute, die die „Protokolle“ nicht als Fälschung betrachten, als „Antisemiten“ angreift. Fast könnte man vermuten: Wer mit den Protokollen solch einen Zauber betreibt und deren Bedeutung derart hochstilisiert, sympathisiert irgendwie mit ihrem Inhalt oder orientiert sich gar an ihm.“

(Seite 119)

„Wir sollten hier sehr wachsam sein und keine weitere Zionisierung des Strafrechts zulassen. Vielmehr gilt es, die schon bestehende herunterzufahren und vor allem den Paragraphen 130 im Sinne Dahrendorfs und anderer weitgehend zu beseitigen! Dieser Paragraph ist die wichtigste Grundlage zionistischer Macht in Deutschland. Wenn es so weitergeht, wird er zum Grabstein der
deutschen Demokratie.“

(Seite 143)

Verschwörungsideologien
Natürlich ist Gedeon gegen Soros, dem er eine Omnipotenz unterstellt und wie bei Verschwörungsideologen üblich verfällt er ins Raunen und Munkeln:

„Soros ist freilich mehr als ein Lobbyist. Er ist der größte Schlepper. Er ist der König der internationalen Schlepperbanden!
G. WOLF: Dabei wird er massiv von den US-Geheimdiensten unterstützt?
W. GEDEON: Das ist zu vermuten.“

(Seite 23)

„Europa droht zum Spielball globaler Mächte zu werden: Seine Nationalstaaten werden aufgelöst, seine Kultur wird in einem Meer diffuser Multikulturalität ersäuft und seine Bevölkerung
durch fremde, nichteuropäische Völker ausgetauscht. Dieser Vorgang wird durch die sog. EU nicht gestoppt, sondern beschleunigt.“

(Seite 92)

„Man wollte und will einen für das System gefährlichen Politiker abschießen. Aufgrund meiner Bücher und anderer Vorbeobachtungen hält man mich offensichtlich für eine solche Person.“

(Seite 105)

„Für mich ist dieser Papst kein christlicher Kirchenmann, sondern ein Ideologe und Politiker, der aus dem Christentum eine migrationskommunistische Bewegung machen will.“

(Seite 163)


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