Heinrich Fiechtner, Jahrgang 1960, gilt laut der Otto-Brenner-Stiftung „als rechter Lautsprecher der Südwest-AfD“. Der Stuttgarter ist Arzt und arbeitet seit Anfang 2000 als Onkologe in einer Stuttgarter Praxis für Onkologie, Hämatomologie und Palliativmedizin.
Fiechtner war früher Mitglied bei FDP und CDU.

Fiechtner war November 2013 bis Oktober 2014 stellvertretender AfD-Landessprecher und er ist auch Vorsitzender des AfD-Kreisverbandes Göppingen. Für den Wahlkreis Göppingen wurde Fiechtner mit 17,4% der Stimmen in den Landtag von Baden-Württemberg gewählt. Für die AfD sitzt er zudem inzwischen im zweiten NSU-Landesuntersuchungsausschuss.
Seit Sommer 2014 sitzt er für die AfD im Stuttgarter Gemeinderat.

Er bezeichnet sich selbst als „pietistisch geprägter Christ“, war Gründungsmitglied des „Pforzheimer Kreis“ in der AfD und ist bei den „Christen in der AfD“ (ChrAfD) aktiv.
Er ist Abonnent der nationalliberalen Zeitschrift „eigentümlich frei“ und hat auch die „Erfurter Resolution“ des Höcke-Flügels unterzeichnet.
Am 19. Oktober 2014 nahm er an der homophoben „Demo für alle“ teil. Laut einem Text der „Autonomen Antifa Freiburg“ sollte er auf PEGIDA-Demo in Stuttgart am 17. Mai 2015 als Redner auftreten, nahm aber letztlich nur daran teil.
Er verglich im Januar 2015 den Koran mit Hitlers „Mein Kampf“: „Ich habe den Koran nicht mit ,Mein Kampf‘ verglichen, sondern nur gesagt, dass es Teile gibt, die deckungsgleich sind.“ Zudem bezeichnete er den Stuttgarter Oberbürgermeister Fritz Kuhn als einen „miesen faschistoid-populistischen Scharfmacher“ und gab ab, die „ungesteuerte Einwanderung aus fremden Kulturen“ habe ihn zu seinem Engagement in der AfD bewogen. Für ihn ist die „heilige Inquisition ein Muster an klarem Denken und Beweisführung“ und er nannte laut Zeitung Sarrazin „einen der brillantesten Analysten der Lage in unserem Land und mutigsten Vertreter einer freien Meinungsäußerung“. Schwangerschaftsabbrüche bezeichnete er im Oktober 2014 als „Kindstötungen“.
Im April 2015 teilte er zum Geburtstag Adolf Hitlers auf Facebook dessen Foto mit dem Satz: „Der wichtigste Politiker bis heute.“, das sei Satire, sagte Fiechtner später. Seine ehemaligen Fraktionskollegen Wolfgang Gedeon verteidigte er anfangs noch, denn es gebe eine „abstruse Überhöhung des Holocaust-Gedenkens“. Gedeons Aussagen seien nicht antisemitisch, er rufe ja nicht zur Verfolgung von Juden oder zur Bekämpfung des Staates Israel auf.
Auf Kritik an Wolfgang Gedeon durch eine Vertreterin der jüdischen Gemeinde reagierte Fiechtner 2016 wie folgt:

„Frau Traub sollte sich besser um die lebenden Juden kümmern, stattdessen hat sie sich noch für den Bau einer Moschee in Stuttgart-Feuerbach ausgesprochen.“

Auf Facebook warnte er 2016: „Totalitäre Umtriebe: die BRD auf dem Weg zu einer DDR 2.0“ und jubelte nach dem Wahlsieg Trumps: „I want to make Germany proud again“.