Jörg Meuthen, Jahrgang 1961, aus Karlsruhe war 1993 bis 1996 Referent für Grundsatzfragen der Wirtschafts- und Finanzpolitik im hessischen Finanzministerium. Er ist seit 1997 Professor für Volkswirtschaftslehre und Finanzwissenschaft an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl und zugleich Studiendekan der Fakultät Wirtschafts-, Informations- und Sozialwissenschaften.

Meuthen wurde für seine Partei im Wahlkreis Backnang mit 19,7% der Stimmen in den Landtag gewählt.
Seit Ende Juli 2015 war er Landessprecher und seit Ende Juli 2015 gemeinsam mit Frauke Petry Bundessprecher. Bereits seit November 2013 war er Beisitzer des AfD-Landesverband.

Meuthen fungiert laut FAZ als „das freundliche Gesicht der AfD“ und gilt laut „Stuttgarter Nachrichten“ als „Hoffnungsträger und bürgerliches Aushängeschild der Alternative für Deutschland (AfD)“.
Sich selber nannte er einen „freiheitlich denkenden konservativen Patrioten“.
Obwohl sich Meuthen anfangs noch als gemäßigt gab und sich zum Beispiel von einer Gratulation seiner Partei-KollegInnen an den „Front National“ distanzierte, radikalisierte er sich im Verlauf der Zeit. Im November 2016 gratulierte er Trump zu seinem Wahlsieg:

„Wir gratulieren Donald Trump zu seinem grandiosen Wahlsieg. Sein Sieg ist ein gutes Signal für die Welt und markiert eine Zeitenwende. Genauso wie die AfD in Deutschland hat Trump es im US-Wahlkampf verstanden, die Sorgen und Nöte der Menschen aufzugreifen und klar und mutig die Missstände im Establishment anzuprangern. Das Establishment muss nun erkennen, dass man nicht auf Dauer am Volk vorbei regieren kann. Trump wurde zurecht für seinen Mut belohnt, sich gegen das System aufzulehnen und unbequeme Wahrheiten anzusprechen.“

Auch meinte Meuthen 2016, man könne auch mal mit der NPD stimmen, „Wenn die NPD vernünftige Vorschläge macht“.
Zudem lehnt er die gleichberechtigte Homo-Ehe ab. So meinte Meuthen im Oktober 2015:

„Mein Problem mit der Homo-Ehe ist, dass es dann zugleich ein Adoptionsrecht gibt. Das ist rechtlich so. Und nun bin ich Vater von fünf Kindern und ich habe wirklich ein gelebtes Verständnis davon, dass eine Vaterrolle und eine Mutterrolle ganz unterschiedlich sind. Und wenn ich das jetzt aus der Sicht des Kindeswohls betrachte: Dann glaube ich, dass ein Kind, das adoptiert wird, besser in eine klassische Mann-Frau-Rolle rein kommt, als in eine Frau-Frau- oder Mann-Mann-Rolle. Denn so hat es einen Vater und eine Mutter und das ist besser als zwei Väter oder zwei Mütter.“

Weiterhin behauptete er 2015: „Kaum jemand hat eine derart starke Lobby wie die Homosexuellen.“
Er wetterte er 2015 gegen die „verquere Gender-Ideologie“ und sprach im April 2016 von einem „links-rot-grünen verseuchten 68er-Deutschland, von dem wir die Nase voll haben.“

Meuthen wird dem wirtschaftsliberalen Flügel zugerechnet und gilt als Vertreter des Ordoliberalismus. Er machte immer wieder neoliberale Kürzungsvorschläge. So plädierte er beispielsweise dafür, Alleinerziehende, die ihre Kinder mit Männern gezeugt haben, die nicht ihre Partner sind, nicht zu unterstützen.
Mit Björn Höcke und Alexander Gauland bildete Meuthen ein (Zweck-)Bündnis gegen die Partei-Vorsitzende Frauke Petry. Er lobte auch sein kollegiales Verhältnis zum Brandenburger Landesvorsitzenden Alexander Gauland.
Für die ultrarechte Wochenzeitung „Junge Freiheit“ (2016) und das rechtspopulistische Magazin COMPACT (5/2016) stand er als Interviewpartner zur Verfügung.