Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Stefan Räpple als Verschwörungsideologe

Der AfD-Landtagsabgeordnete Stefan Räpple veröffentlichte auf Facebook nach dem schrecklichen Hochhaus-Brand in London ein Bild, auf dem er diesen Brand mit den islamistischen Anschlägen vom 11. September 2001 in New York vergleicht.
Räpple als Konspirologe
Damit will Räpple suggerieren, dass die Twin Towers nicht einem Anschlag zum Opfer fielen, sondern „GESPRENGT“ worden sind, wie Räpple selber schreibt.
Der Vergleich ist aber aus vielerlei Gründen kein Beweis oder auch nur ein Indiz für eine Sprengung der Türme und eine dahinter stehende Verschwörung.

Mandic ehrlich über die AfD/JA-IB-Connections

Ein FAZ-Artikel zitiert Dubravko Mandic aus Freiburg, Direktkandidat der AfD zur Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis Tübingen, zu den Verbindungen von AfD und „Junger Alternative“ zu der extrem rechten „Identitären Bewegung“ (IB):

„Sowohl die AfD und vor allem die Junge Alternative sind personell mit der Identitären Bewegung verbunden.“

Jongen Interviewpartner von neurechten Magazin in Frankreich

Marc Jongen hat der aktuellen Ausgabe von „Éléments“ (Nr.166, Juni/Juli 2017) ein längeres Interview gegeben, welches unter der Überschrift „L‘AfD ou les spéfificités du populisme allemand“ veröffentlicht wurde. Das Magazin „Eléments“, kurz für „Elemente für die europäische Zivilisation“) erscheint seit 1973 und wird von „Groupement de Recherche et d’Etudes pour la Civilisation Européenne“ (GRECE) herausgegeben, dem wichtigsten thinktankl der Neuen Rechten in Frankreich.
Jongen in elements
Die Übersetzung des Interviews erschien am 7. Juni 2017 bei „Sezession Online“. Hier heißt es u.a.:

„Unsere wichtigste Aufgabe sehe ich aber in einer Änderung des politischen Gesamtklimas, einer tiefgreifenden Umstimmung der Gesellschaft. Die europäischen Nationen müssen von einer Kultur der Selbstabschaffung auf eine solche des Überlebenswillens umstellen.“

Ein kritisches Porträt von Michael Klonovsky

Wie u.a. der Spiegel berichtete ist der Journalist Michael Klonovsky der neue Pressesprecher der AfD-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg und Berater von Jörg Meuthen, dem Fraktions-Vorsitzenden der AfD in Baden-Württemberg. Grund genug sich Klovovsky einmal näher anzuschauen.

Klonosvsky Homepage

Rechts-Schreiber Klonovsky
Michael Klonovsky, Jahrgang 1962, war vor seiner Tätigkeit für die AfD Journalist. Bereits in der DDR war er Korrektor und später Redakteur bei der LDPD-Zeitung „Der Morgen“. Nach der Wende wurde er freier Journalist und schaffte es bis zum „Chef vom Dienst“ beim konservativen Monatsmagazin FOCUS.
Hier machte Klonovsky immer wieder mit seinem aggressiven Sozialdarwinismus auf sich aufmerksam. Etwa in dem Beitrag „Das Gott-Wort der Guten“ vom 2. August 2010, in dem es heißt:

„Die Tatsache, dass es unproduktive Unterschicht, Sozialschmarotzer, ja dass es Plebs gibt, findet der Gutmensch so skandalös, dass er jeden zum Schlechtmenschen erklärt, der darauf hinweist. Wenn es sich obendrein noch um Migranten handelt, kommt der hierzulande so beliebte Rassismus- und Ausländerfeindlichkeitsvorwurf mit derselben Sicherheit zur Anwendung, wie dessen Handhaber fernab von sozialen Brennpunkten siedeln. Dabei ist doch gerade die Einwanderung in das Sozialsystem eines anderen Landes, das Leben auf fremder Leute Kosten, eine enorme Ungerechtigkeit.“

Hämisch propagiert Klonovsky in diesem Artikel das Treten nach Unten:

„Warum sollte es gerecht sein, jemanden vor dem Sturz ins Elend zu bewahren, der selber keine Anstrengungen dagegen unternimmt? Was ist gerecht daran, wenn eher kinderarme deutsche Steuerzahler eher kinderreiche Zuwandererfamilien miternähren?“

Neben seinen Artikeln verfasst Klonovsky auch Bücher, mehrere davon sind Aphorismus-Sammlungen. In seinem Buch „Jede Seite ist die falsche“ finden sich ‚Weisheiten‘ wie folgende:

„Jeder Muezzinruf beinhaltet eine Feinderklärung“

Auch in dem unter dem Titel „Aphorismen und ähnliches“ 2014 im rechten Karolinger-Verlag erschienenen Buch findet sich allerhand Reaktionäres. Alle folgenden Zitate stammen aus dieser Sammlung. Etwa das Lob des Möchtegern-Aristokrats für Monarchie und Feudalismus:

„Kein noch so degeneriertes Adelsgeschlecht hätte Kretins hervorbringen können, wie sie heute in jedem Parlament anzutreffen sind.“

„Nichts irritiert den Demokraten mehr als der Hinweis auf die zuweilen erstaunlichen individuellen Freiheiten unter der Herrschaft von Monarchen.“

Oder sein reaktionäres Abwatschen der parlamentarischen Demokratie:

„Man muß denjenigen mißtrauen, die von sich tönen, sie seien gute Demokraten, wo doch das einzig glaubwürdige Bekenntnis lauten würde: ich plädiere gerade deshalb für Demokratie, weil ich weiß, daß ich kein Demokrat bin.“

„Demokratie bedeutet, daß ein Mensch von leidlichem Geschmack immer und in jeder Sache überstimmt wird.“

„Um die Diktatur einer Partei für die Zukunft auszuschließen, wurde in der Bundesrepublik die Mehrparteiendiktatur eingeführt.“

Klonovsky hält auch mit seinem Rassismus nicht hinterm Berg:

„Aus der Perspektive gewisser zugereister Unterweltler ist Deutschland eine Hure, die für ihre Dienste obendrein noch bezahlt.“

„Es fragt sich, warum man in seinem Ekel Unterschiede machen soll zwischen einem NPD-Aufmarsch und einem Rap-Video, zumal der Rapper womöglich nur der Vorbote der ethnischen Sturmabteilung von morgen ist.“

„Die Begabungsunterschiede zwischen einzelnen Individuen vermag auch der entschiedenste Egalitarist nicht zu leugnen (er müßte sonst keiner sein), aber zwischen den Völkern und Rassen stellt sich durch das Walten wundersamer osmotischer Kräfte die völlige Befähigungsgleichheit ein.“

Natürlich muss er den Rassismus leugnen und verharmlosen:

„Wenn sich ein Deutscher und ein Immigrant prügeln und der Immigrant gewinnt, handelt es sich um ein Integrationsproblem. Gewinnt der Deutsche, ist es Rechtsextremismus.“

Für den FOCUS schrieb er 2010 das noch fiktive Programm einer „Sarrazin-Partei“, also einer Partei analog zum Verkaufserfolg von Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“. Konkret schrieb er damals unter anderem:

„Es gibt in Deutschland Millionen Konservative, aber keine Partei, die sie vertritt. Welche Ziele würde eine solche Partei verfolgen? Was ist eigentlich konservativ? Was ist rechts? Eine konservative oder rechtskonservative Partei, so es eine gäbe, würde darauf hinweisen, dass beide Begriffe eine politische Normalität beschreiben, aber in Deutschland auf Grund jahrzehntelanger Abwertung einen Hautgout besäßen, den sie nicht nur nicht verdient hätten, sondern der antidemokratisch wirke. […] Eine konservative Partei würde darauf bestehen, dass Volk und Nation keineswegs Begriffe aus der politischen Rumpelkammer seien, sondern Tatsachen, dass weder eine „Bevölkerung“ noch „die Menschen draußen im Lande“ (Angela Merkel) politische Größen oder politische Subjekte sind. […] Eine konservative Partei würde, so sie denn eine wäre, die deutsche Leitkultur als eine Selbstverständlichkeit betrachten und zunächst darauf hinweisen, dass Leitkultur der Gegenbegriff zu Multikultur sei. […] Eine konservative Partei wäre eine Partei der EU-Skepsis. Sie würde sich gegen den Brüsseler Zentralismus und die Entmündigung ganzer Völker wenden. […] Die demografische Entwicklung wäre aus der Sicht einer wirklich konservativen Partei nichts weniger als eine Katastrophe. Konservative glauben nicht daran, dass sich gewachsene Mentalitäten und Strukturen einfach durch Bevölkerungsaustausch ersetzen lassen. Ausschließlich die sogenannte traditionelle Familie verdiente für eine konservative Partei staatliche Förderung, zum Beispiel in Form von Zuschüssen für Ehepartner, die wegen der Kinder nicht arbeiten gehen („Hausfrauengeld“). […]
Eine konservative Partei würde darauf bestehen, dass Deutschland kein Einwanderungsland ist, das große Flächen zu besiedeln hat, sondern im Gegenteil ein überbevölkertes Land, das wegen seiner Überalterung in einigen Branchen freilich längerfristig begrenzt Arbeitskräfte benötigt. Sie würde eine Politik fordern, die die Einwanderung in die Sozialsysteme beendet und Einwanderung ausschließlich über den Arbeitsmarkt vollzieht. […] Quasisozialistische Maßnahmen wie Frauenquoten, Gender-Mainstreaming und das sogenannte Antidiskriminierungsgesetz würde eine konservative Partei bekämpfen und abzuschaffen suchen, da sie selbst diskriminieren. Der „Kampf gegen rechts“ erführe, wie auch ein allfälliger „Kampf gegen links“, nach ihrem Willen keine staatliche Unterstützung mehr.“

So Michael Klonovsky in seinem Artikel „Nation. Familie. Sprache“, erschienen im FOCUS 38/2010. Ähnlichkeiten mit AfD-Programmen sind einerseits Zufall, andererseits dann doch nicht, denn beide teilen sich in etwa dasselbe rechte Weltbild.
Als FOCUS-Autor nahm er 2010 in einem Griechenland-bashing-Artikel offenbar direkten Bezug auf den Rassentheoretiker Jakob Phillip Fallmerayer, so jedenfalls die Kritik eines Beitrags in dem Blog „Über Medien“.
FOCUS gegen Griechenland

Daneben war er ab Ausgabe 82 auch Autor in dem rechtslastigen und marktradikalen Kampfblatt „eigentümlich frei“. Gelegentlich erscheinen Beiträge von ihm auch in der ultrarechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ (2016) oder auf dem rechtspopulistischen Blog „Achse des Guten“. Als Interviewpartner stand er nicht nur der „Jungen Freiheit“ zu Verfügung, sondern auch der jung-neurechten „Blauen Narzisse Online“ oder dem extrem rechten Magazin „ Zuerst!“ (8/9-2015).
Außerdem gab er im „Reclam Verlag“ eine Gedichtesammlung des Protofaschisten Nicolás Gómez Dávila heraus. Die „National-Zeitung“ nannte Gómez einmal einen „kolumbianischen Nietzsche“.

Im Dienste der AfD
Klonovsky wurde ab 1. Juni 2016 „publizistischer Berater“ (Spin-Doctor) der AfD-Parteichefin Frauke Petry und trat am 1. Juli 2016 auch in die Dienste von Marcus Pretzell. Er selber gab zu von sich aus die Offerte gemacht zu haben:

„Ich bin auf Frau Petry zugegangen. Der Herr dient sich der Dame an, wie es sich geziemt.“

Der AfD näherte sich Klonovsky aber bereits durch Vorträge bei AfD-Gliederungen an. Etwa am 16. Juni 2014 bei der AfD Mittelsachsen in Freiberg oder am 26 März 2015 bei der AfD in Görlitz. Ansonsten tritt Klonovsky auch als Referent für extrem rechte Burschenschaften auf, etwa der pennalen Burschenschaft Saxonia-Czernowitz zu München (10.01.14), die zur berüchtigten Danubia München gehört, oder bei der Marburger Burschenschaft Rheinfranken (09.05.14).
Von dem Corps-Mitglied Pretzell trennte sich Klonovsky aber wenige Monate wieder im Streit um die ausstehende Entlohnung für seine Schreibdienste. Laut Klonovsky hatte Pretzell ihn nie entlohnt und auch keine Sozialabgaben für ihn abgeführt. Klonovsky nimmt u.a. in Anspruch Pretzells Rede bei der Veranstaltung am 3. Oktober 2016 in Stuttgart verfasst zu haben.
Zwar trennte sich Klonovsky von Petry und Pretzell, nicht aber von der AfD. Nun arbeitet er also für Meuthen und die AfD in Baden-Württemberg. Inhaltlich passt Klonovsky auf jeden Fall gut zur hiesigen AfD.

AfD versus VVN

Die AfD Baden-Württemberg versucht die „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der
Antifaschisten“ (VVN-BdA) zu diffamieren, also eine Organisation, in der bis heute Überlebende des NS-Regimes organisiert sind.

AfD-Anfrage zur VVN

Konkret versuchte das die AfD-Landtagsfraktion durch eine Anfrage im Landtag von ihren Abgeordneten Bernd Gögel, Hans-Peter Stauch, Christina Baum, Emil Sänze, Rainer Podeswa und Bernd Grimmer. Diese zielte auf die Gemeinnützigkeit der VVN-BdA ab und versucht sie als nicht-demokratisch zu diskreditieren.
Ernsthaft fragt die AfD in Punkt 9. „von wie vielen heutigen Mitgliedern des VVN-BdA in Baden-Württemberg sie Kenntnis hat, die tatsächlich Repressalien des NS-Regimes ausgesetzt waren“.

AfD-Anfrage zur VVN Mitgliederzahl

Ziel ist es offenbar die VVN als NS-Überlebendenorganisation zu delegitimieren.
Die AfD unterstellt der VVN-BdA eine geheime Verschwörung:

„Diese Vorgehensweise erinnert an die Volksfronttaktik der kommunistischen Parteien im demokratischen Europa der 1930er-Jahre, die versuchten, unter dem Vorwand des allgemeinen Kampfes für Humanität ihren Einfluss auf bürgerliche Kreise zu erweitern, allerdings im Ergebnis stets unter linksextremistischer Dominanz.“

Kritisiert wird daraufhin die Arbeit der Überlebenden-Organisation im Bereich Erinnerung:

„Vereinzelt hat die Landeszentrale für politische Bildung unmittelbar über Veranstaltungen oder über die Angebote von Gedenkstätten mit dem VVN-BdA zusammengearbeitet (Dokumentationsstätte Goldbacher Stollen und KZ Aufkirch in Überlingen, 9. Mai 2016, Erinnerung an die kommunistische KZ-Insassin Anna Pröll im Juni 2016). Zum 9. November 2016 wurden jüdisches Opfergedenken und Agitation gegen die AfD als angebliche Verpflichtung aus dem „Schwur von Buchenwald“ systematisch verquickt.“

Ebenso wird auf die Beobachtung des VVN-BdA durch den Inlandsgeheimdienst „Verfassungsschutz“ verwiesen. In Anbetracht der Demokratieferne des „Verfassungsschutz“ kaum ein Argument. In der Stellungnahme des Finanzministeriums vom 8. März 2017 wird erwidert dass der VVN-BdA keine Gelder aus öffentlichen Mitteln erhalte.