Archiv der Kategorie 'Antifeminismus'

Neue Antifeminismus-Kampagne der „Jungen Alternative“

Die „Junge Alternative Nordbaden“ lancierte in den letzten Tagen auf Facebook unter dem Slogan „Feminin statt feministisch“ eine neue antifeministische Kampagne.
Kampagne feminin statt feministisch
Am 28. Juli hieß es dazu auf der Facebook-Prsenz der JA Nordbaden:

„Der moderne Feminismus nach Judith Butler will die traditionellen Geschlechterbilder dekonstruieren und einen androgynen Menschen formen.
Wir sagen nein zum Feminismus und JA zur Freiheit der Frau!“
Und am 29. Juli:
„Wir haben in Deutschland schon eine Gleichberechtigung von Mann und Frau, der Feminismus hat ausgedient.
Wir sagen nein zum Feminismus und JA zur Familie!“

AfD-Abgeordneter Gedeon will rechte Korrektur des AfD-Bundesparteiprogramm-Entwurfes

Am 30. April und 1. Mai 2016 soll in Stuttgart der AfD-Bundesprogrammenparteitag stattfinden. Hier soll ein Bundesparteiprogramm beschlossen werden. Dazu gibt es drei Entwürfe und zahlreiche Änderungsanträge. Einer dieser Entwürfe stammt von Wolfgang Gedeon, einem der 23 neuen AfD-Landtagsabgeordneten und wird von seinem AfD-Kreisverband Konstanz unterstützt.
Konstanzer Alternative zum AfD-Programmentwurf
Dieser „Konstanzer Entwurf eines Grundsatzprogramms der AfD“ enthält kaum konkrete politische Forderungen, beinhaltet eher eine allgemeine ideologische Ausführungen. Diese sind deutlich rechts von dem von der Parteiprogrammkommission eingereichten Programm-Entwurf einzuordnen.

Nach einer längeren Bezugaufnahme auf die griechische Antike finden sich Aussagen, die sonst eher im Reichsbürger-Spektrum auftauchen:

„Das Zweite Deutsche Reich existiert in Form der Bundesrepublik Deutschland rechtlich noch immer, ist aber faktisch, was seinen geistigen Kern anlangt, mit der Abdankung Kaiser Wilhelms II. im Jahr 1918 untergegangen.“

Ansonsten findet sich zuhauf Antiamerikanismus:

„Während man in der ganzen Welt mit großem Pathos die Universalität der Menschenrechte einforderte, führte man zuhause die Negersklaverei ein und rottete die Indianer per Genozid aus. Bigotte Selbstüberschätzung gehörte von Anfang an zur Grundausstattung des amerikanischen Menschenrechtsglaubens und manifestiert sich auch heute noch in der politischen Praxis der USA: Was ein Menschenrecht ist, bestimmen wir, die Amerikaner, und was auch immer wir tun, ist eben eine Verwirklichung dieser „Menschenrechte“!“

Neben den USA ist auch der Islamismus, wobei offenbar ‚der Islam‘ gemeint ist, der große Feind:

„Nach der Emanzipation Deutschlands von der Supermacht USA ist die Bedrohung durch den Islamismus das zweite große Problem deutscher Politik. Es ist das Ziel des Islam von Mohammed bis heute, die Ungläubigen, und damit meint man nicht zuletzt die Christen, seiner religiösen und politischen Herrschaft zu unterwerfen. Dies gilt für den politischen wie für den dschihadistischen Islam in gleicher Weise, wobei der dschihadistische von vornherein auf militärische d.h. terroristische Gewalt setzt, der politische dagegen auf Massenzuwanderung, auf Demographie (junge Moslems gegen alte Deutsche), auf Parallelgesellschaften und schließlich auf Zeit.“

Es wird eine Verschwörung im Hintergrund angedeutet, wenn es heißt: „Die Islamisierung der deutschen Gesellschaft ist ein gesteuerter Prozess“.
Auch hier sollen wieder die USA Schuld sein:

„Die Türken stellen den USA ihr Land weiterhin als für die amerikanische Geopolitik essenziellen NATO-Standort zur Verfügung. Dafür unterstützen die USA die muslimische Massenzuwanderung nach Europa und einen baldigen EU-Beitritt der Türkei – gegen den Widerstand der Europäer.

Gegen USA und Islam wird die deutsche Identität gesetzt, die wie folgt definiert wird:

„Unsere ethnokulturelle Identität ist deutsch-europäisch, wobei wir das geistige, sprich kulturelle Moment stärker gewichten als das ethnisch-biologische. Letzteres verwerfen wir nicht, relativieren es aber und unterstellen es dem Primat der Kultur. Identität in unserem Sinn ist deshalb nicht exklusiv: Sie schließt Zuwanderer mit anderer Herkunft nicht aus, erwartet von ihnen aber eine kulturelle Anpassung an die aufnehmende Gesellschaft. Integration in diesem Sinne bedeutet neben wirtschaftlicher Selbstversorgung (Unabhängigkeit von Sozialtransfers) vor allem Anerkennung der deutsch-europäischen Leitkultur.“

Wie in der extremen Rechten übrig wird Homogenität eingefordert: „Wir wollen eine kulturell homogene bzw. gemäßigt heterogene Gesellschaft nach dem Suppe-Salz-Prinzip: ein bisschen Salz ist unabdingbar, eine größere Menge macht die Suppe ungenießbar!“

Es wird noch einmal zusammengefasst:

„Diese drei Kulturen bzw. Zivilisationen stehen sich heute im innereuropäischen Kampf der Kulturen gegenüber. Dabei müssen wir unsere ursprüngliche europäische Kultur gegen die nichteuropäischen – amerikanischen und islamischen – Herausforderer verteidigen und damit Europa wieder in die geistige Mitte zwischen den globalen Extremen stellen.“

Auch gegen den Laizismus wird Stellung bezogen, stattdessen wird das Christentum propagiert:

„Das Christentum kann und darf in Europa nicht wie eine x-beliebige Religion behandelt werden. Es kann und darf hier eine kulturelle Privilegierung beanspruchen, und europäische Politik bedeutet von ihrem Wesen her, Tradition und Demokratie und damit Christentum und Aufklärung harmonisch in Einklang zu bringen.“

Der Islam soll dagegen mit Demokratie nicht vereinbar sein:

„Religionssoziologisch ergibt sich daraus, dass der Islam mit seiner extrem patriarchalischen Theologie mit wirklicher Demokratie nicht vereinbar ist.“

Es geht also gegen Islam und Laizismus:

„Die AfD verteidigt eine deutscheuropäische Leitkultur mit ihren christlichen Wurzeln deshalb an zwei Fronten: gegen den westlichen Laizismus wie auch den Islamismus in seinen verschiedenen Ausprägungen!“

Der Islamismus wird in dem Entwurf als ‚rechte Gefahr‘ definiert:

„Sicherlich gibt es auch tatsächlich eine rechte Gefahr, aber sie ist kaum mehr konventionell nationalsozialistisch, sondern vor allem islamistisch. Denn es sind die Islamisten, die heute dem totalitären Modernismus der Linken einen totalitären Traditionalismus entgegenhalten, wie dies früher in Deutschland die Nationalsozialisten getan haben. Die islamistische Bedrohung aber wird von den linken Humanitaristen bagatellisiert, sie zielen auf die „Rechten“ ab, auf die AfD und damit auf die Mitte der Gesellschaft, auf den „Extremismus der Mitte“.“

Weiter schwadroniert der Entwurf von dem „Weg einer schleichenden Linksfaschisierung in Richtung einer neuen Groß-DDR“.

Für den Entwurf ist die AfD „eine neue Partei für eine neue Zeit“.

Rassismus ist kein Problem, sondern der Antirassismus:

„Deshalb ist für uns nicht eine sog. Fremdenfeindlichkeit, sondern die allgegenwärtige Agitation dagegen das politische Problem. Ist diese Agitation doch vor allem eine flankierende ideologische Kampagne der politischen Klasse, um die deutsche Bevölkerung psychologisch einzuschüchtern und so in unverfrorener Weise eine zutiefst antideutsche Zuwanderungs- und Überfremdungspolitik durchzusetzen.“

Am Ende des Entwurfs heißt es:

„Zusammenfassend will die AfD also
· weniger USA in Europa, mehr Russland;
· weniger Multikulti, mehr deutsche Leitkultur;
· weniger EU, mehr Deutschland;
· weniger Ideologieterror und politisches Diktat, mehr Volksabstimmungen und Demokratie;
· weniger Islam und mehr Christentum;
· und nicht zuletzt: viel mehr Abschiebungen und viel weniger Zuwanderung!“

AfD-Mitglied aus Freiburg als Redner auf der homophoben „Demo für alle“

Queer.de berichtet über den Auftritt von Andreas Schumacher in Freiburg:

AfD-Politiker waren dennoch anwesend. Andreas Schumacher vom Bundesvorstand der „Jungen Alternative“ redete sich in ziemlich publikumswirksame Rage gegen Gender-Lehrstühle, die Millionen an Steuergeldern kosteten. Jährlich fehlten Deutschland zum Fortbestand 400.000 Kinder, daher müsse man für „gesunde Familien“ kämpfen, für „gesunde Kinder“, für eine Zukunft des Landes. Das gehe nur mit einer Ehe aus Mann und Frau. Die Gender-Ideologie sei gegen die Natur und gegen die Wissenschaft, meinte auch Anette Schultner von den „Christen in der AfD“. Es dürfe „keine Toleranz für gesellschaftliche Experimente“ geben, keine „Manipulation“ der Kinder.

„AfD Baden-Württemberg positioniert sich einstimmig gegen den linken Gender-Wahn“

Anti-Gender by AfD-Ulm
Der AfD-Kreisverband Ulm/Alb-Donau hat einen neuen Flyer mit der Überschrift „Wir fordern STOPP Gender Gaga“ herausgebracht. Darin heißt es u.a.: „AfD Baden-Württemberg positioniert sich einstimmig gegen den linken Gender-Wahn“.
Außerdem wird die Streichung aller Stellen von Gleichstellungsbeauftragten gefordert.
Zudem wird ein moderner Sexualkundeunterricht u.a. als „sittenwidriger Eingriff in die Kinderseelen“ bezeichnet.

Gegen „Gender-Ideologie“ und für eine Retradionalisierung der Gesellschaft

Das Feindbild Gendermainstreaming ist als eine Spielart des Antifeminismus durch alle Strömungen der extremen, der christlichen und der konservativen Rechten populär. Nur selten wird aber verstanden, was Gendermainstreaming ist bzw. war, denn diese Regierungs-Programme zur Gleichstellung sind inzwischen ausgelaufen. Statt das zur Kenntnis zu nehmen wird Gendermainstreaming zusammen mit anderen Dingen wie den Gender Studies als „Gender-Ideologie“ dämonisiert. Diese ist nach rechter Lesart eine weltweite Verschwörung zur Auflösung der „natürlichen Geschlechterordnung“. In der politischen Rechten dient das Thema als Einheits-Thema, auf dessen Ablehnung sich alle einigen können. So auch in der AfD Baden-Württemberg, die auf ihrem letzten Parteitag einstimmig einen Beschluss „gegen Gender Mainstreaming / Gender Diversity (Gender-Ideologie)“ verabschiedete.
Darin heißt es:

I. Gender Mainstreaming als durchgängiges politisches Leitprinzip in Form einer Quer-schnittsaufgabe staatlichen Handelns ist auf allen Ebenen unverzüglich und ersatzlos zu beenden, wobei sich diese politische Gesamtforderung im Einzelnen wie folgt begrün-det:
1. Die Alternative für Deutschland hält die politisch-bürokratisch verordnete Nivellierung der Unterschiede zwischen Männern und Frauen für einen unzulässigen Eingriff des Staates in das private und gesellschaftliche Leben der Menschen, der überdies aus biologischen Gründen zum Scheitern verurteilt ist und eine Verschwendung von Steuergeldern darstellt.
2. Die Alternative für Deutschland hält es für untragbar, dass Mütter, die sich ihren Kindern in Vollzeit widmen wollen, einem politischen und ökonomischen Druck ausgesetzt werden, eine Erwerbsarbeit aufzunehmen. Die AfD fordert deshalb die Beendigung aller Versuche, Frauen und Ehepaare in dieser Frage zu bevormunden.
3. Die Alternative für Deutschland hält einen Sexualkundeunterricht für Kinder und Jugendliche, der „zu sexuellem Experimentieren ermutigen soll“, für einen sittenwidrigen Eingriff in die Kinderseelen und für eine schwerwiegende Beeinträchtigung der psychischen und physischen Entwicklung junger Menschen.
4. Die Alternative für Deutschland lehnt die fortschreitende Aushöhlung des Erziehungsrechts von Eltern und dessen Übertragung auf den Staat als unvereinbar mit unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung sowie mit dem Subsidiaritätsprinzip ab.
5. Die Alternative für Deutschland lehnt geschlechtsbezogene Quotenregelungen für alle Arbeits- und Lebensbereiche, aber auch jede Form der Quotierung nach anderen soziodemographischen Merkmalen ab, da sie den Prinzipien der Chancengleichheit und des freien Wettbewerbs widersprechen.
6. Die Alternative für Deutschland lehnt jegliche staatliche Propaganda – in Schulen, den Massenmedien oder im öffentlichen Raum – für bestimmte sexuelle Orientierungen oder Verhaltensweisen strikt ab. Die Förderung der klassischen Familie ist davon ausgenommen.
7. Die Alternative für Deutschland setzt sich für eine Willkommenskultur für Un- und Neu-geborene ein und wendet sich gegen alle Versuche, Abtreibungen zu bagatellisieren, sie staatlicherseits zu fördern oder sie gar zu einem „Menschenrecht“ zu erklären.
8. Die Alternative für Deutschland weiß sich in diesen Forderungen mit den ethischen Grundsätzen der großen Weltreligionen einig und lehnt es ab, diese auf dem Altar der pseudo-wissenschaftlichen Gender-Ideologie zu opfern.
II. Die Alternative für Deutschland fordert die ersatzlose Rücknahme aller Gesetze und Vorschriften im Sinne der Gender-Ideologie, wie – mindestens – der folgenden:
• Bundesgleichstellungsgesetz (BGleiG)
• Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)
• §4 Landeshochschulgesetz Baden-Württemberg u.v.m.
sowie die unverzügliche Einstellung sämtlicher einschlägiger Gesetzgebungsvor-haben.
III. Die Alternative für Deutschland fordert den Entzug sämtlicher Steuer- und Förder-mittel für gender-ideologische Maßnahmen, wie beispielsweise:
• die Streichung aller Stellen für sog. „Gleichstellungsbeauftragte“ (früher: „Frauenbeauf-tragte“)
• die Schließung aller sog. „Diversity Offices“
in allen öffentlich- und privat-rechtlichen Institutionen, sowie:
einen sofortigen Förderstopp für die sogenannten „Gender Studies“ an Hochschulen und Universitäten. Bestehende „Gender“-Lehrstühle sollen traditionellen Studiengängen zugeordnet und bei Aus-scheiden der Stelleninhaber nicht wieder nachbesetzt werden.

Neben solchen unfreiwillig komischen Forderungen, wie der nach einer „Willkommenskultur für Ungeborene“, versteckt sich in diesem Forderungskatalog, der sich angeblich nur gegen Gendermainstreaming richtet, ein ganzes Bündel antifeministischer Forderungen:
Die Ablehnung einer modernen Sexualaufklärung an den Schulen, Verschärfung der Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs, die Entlassung von Gleichheitsbeauftragten oder die Einstellung eines ganzen Forschungszweigs.
Es gibt sogar eine Begründung für diese Forderungen.

1. Gender-Mainstreaming zielt auf einen permanenten „Kampf der Geschlechter“ ab und führt damit zu einer schleichenden Vergiftung des gesellschaftlichen Klimas.
2. Gender-Mainstreaming führt in seiner Anwendung regelmäßig zur Verletzung von Artikel 1-6 Grundgesetz, insbesondere von Artikel 3 Absatz 3 Grundgesetz, da es mit der Diskriminierung konkreter Personen – in der Regel von Männern – aus ge-schlechtsspezifischen Gründen einhergeht.
3. Die gegen die Natur des Menschen gerichtete Gender-Ideologie ist der wichtigsten bevölkerungspolitischen Herausforderung, vor der Deutschland steht, nämlich die Geburtenrate signifikant zu steigern, in extremer Weise abträglich.