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Wolfgang Gedeon gegen Stolpersteine von NS-Opfern

In einem offenem Brief vom 14. Februar 2018 forderte der fraktionslose AfD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Gedeon „Stolperstein-Aktionen beenden!“. Er bezieht sich auf die Verlegung so genannter Stolpersteine für NS-Opfer in Singen.
Er schreibt zur Begründung:

„Mit ihren Aktionen versuchen die Stolperstein- Initiatoren ihren Mitmenschen eine bestimmte Erinnerungs-Kultur aufzuzwingen und ihnen vorzuschreiben, wie sie wann wessen zu gedenken hätten. Wer gibt diesen oft sehr penetranten Moralisten das Recht dazu? Es geht nicht nur um eine Inflationierung von Gedenken, sondern auch darum, dass hier aus Erinnerungs-Kultur immer mehr Erinnerungs-Diktatur wird. Das sollte man nicht weiter unterstützen!“

Am Ende seines offenen Briefs ruft Gedeon die Bevölkerung dazu auf, sich gegen die Fortsetzung der Aktion zu widersetzen.
Die AfD Baden-Württemberg distanzierte sich von Wolfgang Gedeon:

„Die jüngsten Äußerungen des fraktionslosen Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon zu den ‘Stolpersteinen’ stellen dessen persönliche Meinung dar und repräsentieren in keiner Weise die Position der Partei“

Nur 5-6 AfD-Landtagsabgeordnete gegen Wiederaufnahme des Antisemiten Gedeon

Das AfD-Mitglied Wolfgang Gedeon sitzt zwar im Stuttgarter Landtag und ist neuerdings Mitglied in einem Arbeitskreis der AfD, aber er ist kein Mitglied der AfD-Landtagsfraktion, da er nach einer Kontroverse um seine verschwörungsantisemitischen Schriften freiwillig seine Fraktion verlassen hat.
Ein Teil der baden-württembergischen AfD-Landtagsfraktion würde den Antisemiten Gedeon gerne zurückholen. Diese Wiederaufnahme Gedeons wurde auch auf der Klausurtagung der AfD-Landtagsfraktion in Hohenstein (Landkreis Reutlingen) besprochen. Laut der in Sachen AfD meist gut informierten rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ waren lediglich fünf bis sechs Abgeordnete gegen eine Wiederaufnahme Gedeons. Der JF-Autor Christian Vollradt schreibt in Ausgabe 4/2018:

„Wie die JF erfuhr, wurde das Thema auf einer Klausurtagung der Landtagsfraktion kontrovers und teilweise lautstark debattiert. Nach Einschätzung von Insidern lehnen mindestens fünf bis sechs Abgeordnete eine möglicherweise beantragte Wiederaufnahme Gedeons auf jeden Fall ab. Damit wäre das nötige Quorum verfehlt.“

Wolfgang Gedeon raunt mal wieder

Am 21. Juli 2017 veröffentlichte der fraktionslose AfD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Gedeon – mal wieder – eine Stellungnahme, in dem er die welt aus seiner Sicht erklärt. In seinem neuesten Pamphlet, welches den Titel „Die Partei muss sich von Grund auf erneuern“ trägt, reproduziert Gedeon mal wieder verschwörungsideologische Vorstellungen. So schreibt er u.a.:

„Auch sollte es zu denken geben: Heinrich Fiechtner und Claudia Martin, die heftigsten Hetzer in der AfD-Fraktion gegen mich, hetzen heute gegen die Partei oder gehen sogar gerichtlich gegen sie vor. Diese zionistischen Elemente verhinderten damals eine Diskussion über das pseudowissenschaftliche Konstrukt des „sekundären“ Antisemitismus und erzwangen, offensichtlich von außen gelenkt, eine vorzeitige Abstimmung, mit der sie mich aus der Fraktion ausschließen wollten.“

(Seite 5)
Also nicht sein Antisemitismus, sondern „zionistische Elemente“ seien an der zeitweiligen Landtagsfraktionsspaltung Schuld gewesen.
Ansonsten sieht er noch die Bundesrepublik auf dem Weg zur „rot-grünen Diktatur, einer neuen Groß-DDR“ und warnt vor der „psychologische[…] Kriegsführung des Zionismus“.

Gedeon in der AfD offenbar doch nicht so isoliert

Am 19. Juni 2017 referierte der AfD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Gedeon für die AfD in Pforzheim zum Thema „Geopolitik: Deutschland zwischen Trump und Putin“.

Newsticker im Fall Gedeon II

* Für die Bundesvorsitzende Frauke Petry gehört die Fraktions-Abspaltung ihres Co-Parteivorsitzenden Meuthen nicht zur AfD.
* Der baden-württembergische AfD-Landesvorstand hat am 12. Juli 2016 ein Parteiausschlussverfahren gegen Gedeon eingeleitet.
* Das Ausschlussverfahren gegen Gedeon wird auch vom Anti-Meuthen-Flügel unterstützt.
* Im September 2016 soll es einen Sonderlandesparteitag geben, auf dem der Vorstand neu gewählt wird. Auf ihm soll über den Verbleib von Wolfgang Gedeon in der Partei entschieden werden und eventuell auch von Dubravko Mandic.
* Der Meuthen-Flügel versucht nach Experten-Meinung die restliche Landtagsfraktion auf unter sechs Mitglieder zu dezimieren, denn dann würde diese den Fraktionsstatus verlieren und die Abtrünnigen könnten eine neue und einzige AfD-Fraktion bilden.