Archiv der Kategorie 'Antisemitismus&Antizionismus'

extremer Rechtsschreiber soll evtl. Gutachten zu Gedeon erstellen

Nach Angaben von BILD und „Huffington Post“ soll der jüdischstämmige Rechtsschreiber Gerard Menuhin das Gutachten zu den Schriften von Wolfgang Gedeon erstellen. Sollte das stimmen, dann wurde hier Bock zum Gärtner gemacht.
Gerard Menuhin, Jahrgang 1948, ist ein Schweizer Publizist und Filmproduzent.
Menuhin verfasste seit Dezember 2004 regelmäßig in der „National-Zeitung“ (NZ) eine eigene Kolumne („Menuhin und wie er die Welt sieht“). Während die NZ früher der DVU nahe stand, verfasste er auch Beiträge für das NPD-Blatt „Deutsche Stimme“. Ebenso referierte er Ende November 2007 auf dem „Kongress der Deutsche Stimme“. Für die DVU trat er 2007 als Wahlkampfredner in Bremen auf. Im 2007 NZ-nahen FZ-Verlag erschiene sein Buch „Die Antwort“.
Menuhin kommt aus einer jüdischen Familie, die aber auch deutschnational ausgerichtet war. Sein Großvater, Moshe Menuhin, war von 1967 bis 1982 Mitarbeiter der National-Zeitung und von 1968 bis 1970 auch Leiter des kulturpolitischen Ressort und sein Vater, der Geiger Yehudi Menuhin unterstützte die „Freedom for Rudolf Heß Campaign“.

Ergänzung (09.07.16)
In einer Richtigstellung der AfD-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg vom 3. Juli heißt es: „Holocaust-Leugner Menuhin wurde von AfD-Fraktion nicht als Gutachter angefragt!“ Weiter wird
Jörg Meuthen zitiert: „Anders als derzeit kolportiert wird, hatte die AfD-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg nie die Absicht, Gerard Menuhin zum Gutachter im Fall Wolfgang Gedeon zu bestellen. Der Name Menuhin wurde im Rahmen eines Brainstormings zur Findung von Gutachtern lediglich von einem einzelnen Fraktionsmitglied in den Raum geworfen, ohne dass die Fraktion jemals ernsthaft die Bestellung Menuhins in Erwägung gezogen hatte.“

Ist der Beisitzer im Stuttgarter AfD-Kreisverband Verfasser eines antisemitischen Kommentars?

Ernst-Udo Abzieher ist Beisitzer im AfD-Kreisverband Stuttgart. Am 23. April 2008 schrieb eine Person mit demselben Namen unter ein Kurzporträt des Bankiers Alan Greenspan, der aus einer jüdisch-amerikanischen Familie stammt:

„Von wegen, ein Jude der Seinesgleichen Milliarden verdienen liess, aber schlussendlich Millionen “kleine” Amerikaner ruinierte. Die Briten und Spanier folgen mit Ihrem Immobilienmarkt.
Die “Entwicklungsländer” sind pleite, aber die Zinsen und die Lebensmittelpreise steigen.
Schöne Neue Welt.“

Abzieher-Zitat zu Greenspan
Damit wird Greenspan, der ehemalige Chef der US-Notenbank, in antisemitischer Manier als Jude dargestellt, der nur anderen Juden („Seinesgleichen“) hilft.

Gedeon-Gutachten bis 31. August

Das Gedeon-Gutachten soll bis zum 31. August erstellt werden, damit nach dem Ende der Sommerpause eine Entscheidung gefällt werden kann.

Stimmenverhältnis im Fall Gedeon

In einer Videobotschaft verrät Jörg Meuthen wie das Abstimmungsverhältnis in seiner Fraktion war, bei einer Probeabstimmung stimmten 13 einem Auschluss Gedeons zu und 10 dagegen. Später stimmten 15 einem Ausschlussantrag gegen Gedeon zu. Das heißt es stellten sich anfangs 9 und später immer noch 7 auf die Seite des Antisemiten Gedeon.

Der Fall Gedeon wurde eingefroren

Alle warteten am gestrigen Dienstag gespannt, ob Gedeon ausgeschlossen werden würde. Doch es kam anders. Gedeon verkündete seine Mitgliedschaft der Fraktion bis zum September ruhen lassen zu wollen. Das interpretierte Meuthen öffentlich als Sieg. Dabei ist der Konflikt damit nur bis zum erneuten Auftauen im September eingefroren. Zudem bleibt Gedeon bisher auch weiterhin AfD-Mitglied.
Bis zum September soll ein wissenschaftliches Gutachten über den Charakter von Gedeons Schriften erstellt werden. Es ist interessant, welchen Antisemitismus-Begriff die Zweifelnden und Unentschlossenen haben, wenn ihnen nach den bekannt gewordenen Zitaten aus den Büchern Gedeons noch immer unklar ist, ob Gedeons Aussagen tatsächlich antisemitisch sind.

Der Streit um Gedeon als Katalysator für innerparteiliche Konflikte
AfD gegen Antisemitismus
Der Fall Gedeon wurde von den zerstrittenen AfD-Granden auch als Austragungsfeld für ihre Konflikte untereinander benutzt. Parteichefin Petry griff ihren Co-Vorsitzenden Meuthen dafür an, dass dieser mit seiner öffentlichen Rückzugsdrohung einen Keil in die Stuttgarter Landtagsfraktion getrieben habe. Sie forderte in der Causa Gedeon „geordnete und seriöse Formen der Aufklärung“. Konkret verlangte sie ein Gutachten zum Charakter von Gedeons Schriften.
Meuthen fauchte zurück und warf Petry ein „bizarres Hineinregieren“ in die Landtagsfraktion vor.
Es dürfte Petry aber nicht um irgendeine Form von Solidarität mit Gedeon gehen, sondern um einen Angriff auf die Machtbasis ihres innerparteilichen Widersachers Meuthen.
Petry schlug sich mit ihrer Äußerung auf die Seite des erweiterten Vorstands der AfD-Landtagsfraktion, der Meuthen zur Ordnung rief. Die Zeitung „Die Welt“ zitiert aus einer schriftlichen Stellungnahme:

„Wir sind und waren seit Bekanntwerden der schwerwiegenden Antisemitismusvorwürfe gegen Herrn Gedeon für eine ruhige und besonnene Vorgehensweise. Unseren Vorschlag durch ein unabhängiges wissenschaftliches Gutachten diese Vorwürfe zu prüfen, ist Herr Meuthen trotz unserer Hinweise und starken Bedenken nicht gefolgt.“

Die Fraktionsmitglieder forderten Meuthen auf, „auf die Sachebene der Causa Gedeon zurückzukehren und die Spaltung der Partei nicht billigend in Kauf zu nehmen.“ Unterzeichner dieses Papiers sind Emil Sänze, Rainer Balzer und Bernd Grimmer, alle drei sind Mitglieder des AfD-Landesfraktionsvorstands.
Auf der Seite von Meuthen positionierte sich dagegen der Parteiphilosoph Marc Jongen mit einem längeren Kommentar in der ultrarechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“. Hier schreibt er nach Lektüre der Schriften Gedeons:

„Es steht mit dem Fall Gedeon nicht weniger auf dem Spiel als die Glaubwürdigkeit der AfD als bürgerliche Alternative zu den austauschbar gewordenen Deutschland immer mehr zum Unheil gereichenden Altparteien. Wenn die Partei es zuläßt, daß das deklariert antijudaistische, vulgo antisemitische, Weltbild eines Wolfgang Gedeon Teil ihres akzeptierten Meinungsspektrums wird, dann wird sich das Gift der Judenfeindschaft durch all ihre Positionen untergründig hindurchfressen.“