Archiv der Kategorie 'Feindbild Islam'

Alice Weidel verbalrandaliert

Ähnlich wie Meuthen wird die – neben Alexander Gauland – bundesweite Spitzenkandidatin Alice Weidel immer noch in den Medien als Vertreterin eines angeblich in der Partei vorhandenen gemäßigten Flügels interpretiert.
Diese Mäßigung setzt aber in letzter Zeit immer öfter aus. Ob das Kalkül oder eine Art individuelle Rechtsradikalisierung ist, ist unklar.
So forderte Weidel unlängst im Interview mit dem Berliner „Tagesspiegel“ ein Verbot von Kopftüchern im öffentlichen Raum:

„Kopftücher gehören aus dem öffentlichen Raum und von der Straße verbannt. Das sollte auf jeden Fall gesetzlich festgelegt werden.“

Und auf Facebook äußert sie sich deutlich geschichtsrevisionistisch:

„Nach 1945: Aus dem kollektiven Gedächtnis erfolgreich gelöscht. Die Gräueltaten an der deutschen Bevölkerung nach dem zweiten Weltkrieg. Man hat gewartet bis die Zeugengeneration stirbt, um für immer zu schweigen. Denn es mag so gar nicht zu dem Schuldkult passen.“

Vokabeln wie „Schuldkult“ gelten als typisch rechte Vokabeln.

AfD Ravensburg zetert und hetzt

Am 29. Mai 2017 veröffentlichte der AfD-Kreisverband Ravensburg auf seiner Facebook-Präsenz folgenden Beitrag:

„WERTLOSE Deutsche FRAUEN, die zum „Abschuss“ freigegeben wurden! Eine unbegreiflich hohlköpfige, deutsche Unterwerfungspolitik, der linken One-World-Ideologie, die Vergewaltigungen durch Migranten und Flüchtlinge als kulturelle Missverständnisse legalisiert und gerichtlich herunterspielt, weil sie ANGEBLICH die westliche Vergewaltigungsgesetzgebung kulturell nicht verstehen. Der um sich greifende Multikultiwahn hat die verblendeten LINKEN Deutschen so stark indoktriniert, dass aus einer unzweifelhaften Vergewaltigung keine Straftat sondern eine Frage des kulturellen Missverständnisses wurde.“

AfD-Abgeordneter Fiechtner war offenbar als Redner bei PEGIDA in Stuttgart vorgesehen

Die „Autonome Antifa Freiburg“ veröffentlichte am 13. Oktober 2016 einen umfangreichen Text, der auf die Verstrickungen von AfD und PEGIDA in Baden-Württemberg hinweist.
Unter anderem wird in dem Text erwähnt, dass der spätere AfD-Landtagsabgeordnete Heinrich Fiechtner ursprünglich bei dem PEGIDA-Aufmarsch am 17. Mai 2015 in Stuttgart als Redner vorgesehen war:

„Eigentlich hatte auch der Stuttgarter AfD-Stadtrat und heutige AfD-Landtagsabgeordnete Heinrich Fiechtner als Redner zugesagt, machte aufgrund parteiinternen Drucks dann aber einen Rückzieher, ohne dass öffentlich wurde, dass er eine Rede erwog:
 
Liebe Frau Grellmann, ich möchte meine Teilnahme als Redner absagen. Heute hatte ich lange Gespräche mit zum Teil hochstehenden AfD-Mitgliedern, allesamt Ihren Interessen zugeneigt, so wie ich. Wir haben momentan große Probleme damit, daß die Presse uns versucht, als rechtsextrem zu brandmarken. Wenn Sie die Turbulenzen um Björn Höcke verfolgen sollten, werden Sie sehen, was alles aus einem kleinen Satz gemacht wurde. Innerparteilich siwht es ebenso aus, daß ein Zirkel alle konservativen Geister mundtot ztu machen trachtet. Und ich bin einer der lautesten aus der konservativen Gruppe. Im Juni zum Bundesparteitag werden die Linien hoffentlich gut gezogen sein. Wenn ich bei Ihnen als Redner mitmachte, würde man mir unausweichlich rechtsextremistische Allüren zuschreiben. Das stimmt inhaltlich zwar nicht, wird aber mit Macht so propagiert, und Sie wissen, wie perfide dies in die Köpfe der Menschen eingehämmert wird. Ihre Rolle ist die außerparlamentarische Opposition, meine momentan, diese Ideen in die Parlamente zu tragen. Wir werden wahrscheinlich eine Weile noch getrennt marschieren müssen, um gemeinsam zuzuschlagen und das Land zu ändern. Bitte sehen Sie mir das nach. Ich bin kein Feigling, aber ich möchte, daß genau die Dinge, die Sie auf die Straße bringen, endlich in Gesetzen einen Niederschlag finden. Gerne komme ich zum von uns heute besprochenen Zeitpunkt, ich werde auf jeden Fall dabeisein. Herzlich! Ihr H. Fiechtner“

AfD-Fraktionen fordern Enquete-Kommission zum Thema Islamismus

Die beiden – noch geteilten – AfD-Landtagsfraktionen sind sich mal wieder einig. Sie fordern eine
Enquete-Kommission zum Thema „Bedrohung durch Islamismus, Scharia-Recht, organisierte Kriminalität und Einfluss fremder Staaten – Baden-Württemberg als freiheitliches, demokratisches und rechtsstaatliches Land bewahren“.
Sich dem Phänomen des muslimischen Fundamentalismus kritisch zu widmen, ist sicherlich kein Fehler. Aber die AfD bedient einen antimuslimischen Rassismus, der sich u.a. darin äußert, dass alle Muslime unter Generalverdacht gestellt werden.

Allerdings unterlief der AfD bei ihrem Enquete-Antrag ein schwerer Lapsus. Dieser war nämlich abgekupfert von einem Antrag zum Thema Pflege. So befanden sich noch Teile des abkopierten Antrags im Islamismus-Antrag.

Prinz Eugen als rechte Ikone

Der AfD-Landtagsabgeordnete verwies kürzlich auf seiner Facebook-Präsenz auf den Feldherren Prinz Eugen von Savoyen (1663-1736).
Fiechtner als Prinz-Eugen-Fan
Dieser erfreut sich seit einiger Zeit in der extremen Rechten einiger Beliebtheit. Als Feldherr war ab er ab 1697 Oberbefehlshaber im Großen Türkenkrieg.
Dieses historische Ereignis wird besonders von antimuslimisch eingestellten Rechten als Projektionsfläche verwendet. In ihrer Auffassung hat der Prinz damit Europa vor einer „Islamisierung“ gerettet. Gleichzeitig wird die Situation in der Gegenwart mit dem historischen Ereignis analogisiert. Die wachsende türkischstämmige Minderheit und die gestiegene Zahl vornehmlich muslimischer Flüchtlinge wird als eine Form militärischer Bedrohung angesehen. In dieser Logik hilft dann auch nur eine militärische ‚Lösung‘.
Kein Wunder, dass auch die NPD den Prinzen als Vorbild sieht.
NPD-Rhein-Neckar als Prinz-Eugen-Fan