Archiv der Kategorie 'Feindbild Islam'

AfD Ravensburg zetert und hetzt

Am 29. Mai 2017 veröffentlichte der AfD-Kreisverband Ravensburg auf seiner Facebook-Präsenz folgenden Beitrag:

„WERTLOSE Deutsche FRAUEN, die zum „Abschuss“ freigegeben wurden! Eine unbegreiflich hohlköpfige, deutsche Unterwerfungspolitik, der linken One-World-Ideologie, die Vergewaltigungen durch Migranten und Flüchtlinge als kulturelle Missverständnisse legalisiert und gerichtlich herunterspielt, weil sie ANGEBLICH die westliche Vergewaltigungsgesetzgebung kulturell nicht verstehen. Der um sich greifende Multikultiwahn hat die verblendeten LINKEN Deutschen so stark indoktriniert, dass aus einer unzweifelhaften Vergewaltigung keine Straftat sondern eine Frage des kulturellen Missverständnisses wurde.“

AfD-Abgeordneter Fiechtner war offenbar als Redner bei PEGIDA in Stuttgart vorgesehen

Die „Autonome Antifa Freiburg“ veröffentlichte am 13. Oktober 2016 einen umfangreichen Text, der auf die Verstrickungen von AfD und PEGIDA in Baden-Württemberg hinweist.
Unter anderem wird in dem Text erwähnt, dass der spätere AfD-Landtagsabgeordnete Heinrich Fiechtner ursprünglich bei dem PEGIDA-Aufmarsch am 17. Mai 2015 in Stuttgart als Redner vorgesehen war:

„Eigentlich hatte auch der Stuttgarter AfD-Stadtrat und heutige AfD-Landtagsabgeordnete Heinrich Fiechtner als Redner zugesagt, machte aufgrund parteiinternen Drucks dann aber einen Rückzieher, ohne dass öffentlich wurde, dass er eine Rede erwog:
 
Liebe Frau Grellmann, ich möchte meine Teilnahme als Redner absagen. Heute hatte ich lange Gespräche mit zum Teil hochstehenden AfD-Mitgliedern, allesamt Ihren Interessen zugeneigt, so wie ich. Wir haben momentan große Probleme damit, daß die Presse uns versucht, als rechtsextrem zu brandmarken. Wenn Sie die Turbulenzen um Björn Höcke verfolgen sollten, werden Sie sehen, was alles aus einem kleinen Satz gemacht wurde. Innerparteilich siwht es ebenso aus, daß ein Zirkel alle konservativen Geister mundtot ztu machen trachtet. Und ich bin einer der lautesten aus der konservativen Gruppe. Im Juni zum Bundesparteitag werden die Linien hoffentlich gut gezogen sein. Wenn ich bei Ihnen als Redner mitmachte, würde man mir unausweichlich rechtsextremistische Allüren zuschreiben. Das stimmt inhaltlich zwar nicht, wird aber mit Macht so propagiert, und Sie wissen, wie perfide dies in die Köpfe der Menschen eingehämmert wird. Ihre Rolle ist die außerparlamentarische Opposition, meine momentan, diese Ideen in die Parlamente zu tragen. Wir werden wahrscheinlich eine Weile noch getrennt marschieren müssen, um gemeinsam zuzuschlagen und das Land zu ändern. Bitte sehen Sie mir das nach. Ich bin kein Feigling, aber ich möchte, daß genau die Dinge, die Sie auf die Straße bringen, endlich in Gesetzen einen Niederschlag finden. Gerne komme ich zum von uns heute besprochenen Zeitpunkt, ich werde auf jeden Fall dabeisein. Herzlich! Ihr H. Fiechtner“

AfD-Fraktionen fordern Enquete-Kommission zum Thema Islamismus

Die beiden – noch geteilten – AfD-Landtagsfraktionen sind sich mal wieder einig. Sie fordern eine
Enquete-Kommission zum Thema „Bedrohung durch Islamismus, Scharia-Recht, organisierte Kriminalität und Einfluss fremder Staaten – Baden-Württemberg als freiheitliches, demokratisches und rechtsstaatliches Land bewahren“.
Sich dem Phänomen des muslimischen Fundamentalismus kritisch zu widmen, ist sicherlich kein Fehler. Aber die AfD bedient einen antimuslimischen Rassismus, der sich u.a. darin äußert, dass alle Muslime unter Generalverdacht gestellt werden.

Allerdings unterlief der AfD bei ihrem Enquete-Antrag ein schwerer Lapsus. Dieser war nämlich abgekupfert von einem Antrag zum Thema Pflege. So befanden sich noch Teile des abkopierten Antrags im Islamismus-Antrag.

Prinz Eugen als rechte Ikone

Der AfD-Landtagsabgeordnete verwies kürzlich auf seiner Facebook-Präsenz auf den Feldherren Prinz Eugen von Savoyen (1663-1736).
Fiechtner als Prinz-Eugen-Fan
Dieser erfreut sich seit einiger Zeit in der extremen Rechten einiger Beliebtheit. Als Feldherr war ab er ab 1697 Oberbefehlshaber im Großen Türkenkrieg.
Dieses historische Ereignis wird besonders von antimuslimisch eingestellten Rechten als Projektionsfläche verwendet. In ihrer Auffassung hat der Prinz damit Europa vor einer „Islamisierung“ gerettet. Gleichzeitig wird die Situation in der Gegenwart mit dem historischen Ereignis analogisiert. Die wachsende türkischstämmige Minderheit und die gestiegene Zahl vornehmlich muslimischer Flüchtlinge wird als eine Form militärischer Bedrohung angesehen. In dieser Logik hilft dann auch nur eine militärische ‚Lösung‘.
Kein Wunder, dass auch die NPD den Prinzen als Vorbild sieht.
NPD-Rhein-Neckar als Prinz-Eugen-Fan

Die AfD-Landtagsabgeordnete Christina Baum produziert ein Gerücht

Das Informationsportal „Mimikama“ schrieb am 2. Juni 2016 in einem Bericht mit der Überschrift „Muslime versteigern Frauen auf offener Straße? Unsinn!“ wie die baden-württembergische AfD-Landtagsabgeordnete Christina Baum eine Protest-Theater-Aktion mit der Realität verwechselte. In ihrem Rassismus sind die Menschen offenbar bereit alles zu glauben, was ihre Vorurteile bestätigt. Auf „Mimikama“ heißt es:

„“Britains First” und eine Landtagsabgeordnete des Landes Baden-Württemberg prangern eine Frauenversteigerung auf offener Straße an. Beide begehen dabei jedoch einen grundlegenden Fehler: sie schauen nicht auf die Herkunft und den Sinn des Videos. Wäre jedoch sinnvoll gewesen.
[…]
Das Video zeigt einen “Rädelsführer”, der in ein Megaphon brüllt. Hinter ihm sieht man eine Gruppe von Frauen stehen, vollständig bedeckt und miteinander verkettet. “Wir haben vier Frauen für Sie heute hier,” schreit der Mann, “und wir sind hier, um sie mit freundlicher Genehmigung des Islamischen Staates zu verkaufen.”. Doch haben wir es hier mit einer echten Versteigerung von Frauen auf den Straßen Londons zu tun?
Nicht allein in England sind augenscheinlich die Hintergründe dieser Versteigerung unbekannt: auch in Deutschland gilt augenscheinlich Nachholbedarf dafür, wie man mit Videos und Bildern umgeht. Auch deutsche Politiker sollten ein wenig mehr Sorgfalt ausüben, wenn es um die Analyse von Inhalten geht.
[…]
Wir schaffen Klarheit!
Liebe Seite Britain First, liebe Frau Dr. Baum, es handelt sich hierbei um keine echte Versteigerung, sondern genau um das Gegenteil. Dieses Video zeigt eine Protestveranstaltung gegen den IS vom 14. Oktober 2014 in London, bei der auf das Schicksal junger Frauen aufmerksam gemacht werden sollte, die als Sexsklavinnen im IS verkauft werden. Es ist also ein gestellter “Islamic State sex slave market”, so im Original. Die BBC hatte seinerzeit ausführlich darüber berichtet […]”