Archiv der Kategorie 'Geschichtsrevisionismus'

Funktionär der baden-württembergischen „Jungen Alternative“ deckt Stauffenberg-Verleumder

Am 29. Juli 2018 bezeichnete Lars Steinke aus Göttingen, ein Funktionär der „Jungen Alternative“ (JA) auf Facebook den deutschnationalen Widerstandskämpfer Graf Stauffenberg als „Verräter“ und „Feigling“ und schrieb Stauffenberg sei „Feind des Deutschen Volkes und damit auch mein Feind.“.
Dafür wurde Steinke auch in AfD-Kreisen massiv kritisiert.
Laut der neurechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ (JF) votierten „mit 15 zu 5 Stimmen“ die Mitglieder von JA-Bundesvorstands und -Landesvorstände bei einer Telefonkonferenz für den Ausschluss Steinkes. Eine der Stimmen dagegen kam laut JF vom baden-württembergischen JA-Funktionär Reimond Hoffmann aus Rottweil. Hoffmann ist seit Juni 2016 persönlicher Referent des AfD-Landtagsabgeordenten Rainer Podeswa im Stuttgarter Landtag, stellvertretender JA-Bundesvorsitzender und stellvertretender JA-Landesvorsitzender.

Hoffmann ist auch Gründungsmitglied des rechten Vereins „Publicatio“, dessen Magazin „Arcadi“ sich in Nähe der extrem rechten Identitären bewegt. Der Recherche-Verbund Correctiv schreibt zu Hoffmanns Beteiligung:

„Er hat bei der Gründung des Vereins unterschrieben und ist seither in jedem Protokoll zu finden. Vergangenes Jahr war er für die AfD zur Bundestagswahl angetreten. Hoffmann ist außerdem Mitarbeiter im Landtag Baden-Württemberg. Im Publicatio e.V. tritt er als Schatzmeister auf.“

AfD-Landessprecher nennt Bombardierung Dresdens „Kriegsverbrechen“

Ralf Özkara, Landessprecher der AfD Baden-Württemberg, schrieb am 14. Februar 2018 in einem Facebook-Post:

„In diesen Tagen jährt sich der Feuersturm von Dresden (13.-15. Februar 1945) zum 73. Mal. Dresden wurde von den Alliierten bombardiert. Im Zuge der Bombardierungen hatte die Dresdener Zivilbevölkerung zigtausende (manche Quellen sprechen gar von Hunderttausenden) Todesopfer sowie einen verwüsteten Stadtkern zu beklagen. Wie die wahren Opferzahlen schlussendlich beziffert werden, ändert nichts an der Tatsache, dass wir es hier mit einem Kriegsverbrechen der Alliierten zu tun hatten. […]
Als Patrioten und vernünftige Bürger lassen wir uns auf das beklagenswerte Niveau solcher Lumpen nicht herab. Wir gedenken der unschuldigen Opfer dieses Kriegsverbrechens!“

Özkara nennt Bombardierung Dresdens
Damit outet sich Özkara wie viele seiner ParteifreundInnen als Geschichtsrevisionist. Die Bombardierung, die im Zuge des Kampfes gegen die Alliierten stattfand, war trotz der hohen zivilen Opferzahl nicht einfach ein „Kriegsverbrechen“, sondern eine Kampfhandlung gegen einen militärisch wichtigen Knotenpunkt.
Auch der wissenschaftlich widerlegte Mythos von den angeblich hunderttausenden Opfern ist als Geschichtsrevisionismus zu bewerten.

Junge Alternative Esslingen-Göppingen hetzt gegen britischen Hitler-Gegner Churchill

Die AfD nimmt anderen extrem rechten Parteien offenbar nicht nur die WählerInnen weg, sondern auch die Inhalte. Die AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ Esslingen-Göppingen veröffentlichte unlängst ein Bild, auf dem der britische Premierminister Churchill als „Kriegsverbrecher“ diffamiert wird.
JA Esslingen-Göppingen vs. Churchill
Vorwurf an ihn: „Befahl Bombenterror gegen Deutschland
Das die Bombardierungen sich gegen Nazi-Deutschland richteten und Teil der Befreiung Europas vom deutschen Terror waren, verschweigt die AfD-Jugend lieber.
Mit der Anfeindung eines prominenten Vertreters der Anti-Hitler-Koalition bewegt sich die „Junge alternative“ inhaltlich auf derselben Linie wie NPD und Neonazi-Kameradschaften.

AfD Main-Tauber verwendet bearbeitete NS-Karte zum Volkstrauertag

Am 19. November 2017, dem Volkstrauertag, postete der AfD-Kreisverband mit den Worten „Zum Gedenken!“ ein Schwarz-Weiß-Bild von einer Flammenschale, die vom Pantheon (griechischer Tempel), Eichenlaub und eisernen Kreuzen umgeben ist. Auf dem Sockel der Flammenschale ist ein Eisernes Kreuz abgebildet.
Dazu kommt der Bildtext:

„Wir gedenken aller
vermissten, verwundeten
und gefallenen Soldaten der
beiden Weltkriege.“

AfD Main-Tauber Volkstrauertag-Post

Per Bildersuche lässt sich aber auch das Original ermitteln. Es handelt sich um eine Postkarte aus dem Nationalsozialismus. Beim ihm ziert eine Todesrune den Sockel der Flammenschale. Dazu kommt noch ein Zitat von Adolf Hitler:

„In der Hingabe des eigenen Lebens
für die Existenz der Gemein-
schaft liegt die Krönung alles
Opfersinns.“

Volkstrauertag Nazi-Postkarte

Ob der AfD-Kreisverband die Bildbearbeitung vorgenommen hat oder die umgearbeitete Version aus anderen (rechten) Quellen übernommen hat, beiden Bildern wohnen eine faschistische Ästhetik und eine Heldenverehrung deutscher Soldaten inne. Auch bei der von der AfD geposteten Version ist schließlich der Pantheon, also der mythische Göttersitz, noch enthalten.

Alice Weidel verbalrandaliert

Ähnlich wie Meuthen wird die – neben Alexander Gauland – bundesweite Spitzenkandidatin Alice Weidel immer noch in den Medien als Vertreterin eines angeblich in der Partei vorhandenen gemäßigten Flügels interpretiert.
Diese Mäßigung setzt aber in letzter Zeit immer öfter aus. Ob das Kalkül oder eine Art individuelle Rechtsradikalisierung ist, ist unklar.
So forderte Weidel unlängst im Interview mit dem Berliner „Tagesspiegel“ ein Verbot von Kopftüchern im öffentlichen Raum:

„Kopftücher gehören aus dem öffentlichen Raum und von der Straße verbannt. Das sollte auf jeden Fall gesetzlich festgelegt werden.“

Und auf Facebook äußert sie sich deutlich geschichtsrevisionistisch:

„Nach 1945: Aus dem kollektiven Gedächtnis erfolgreich gelöscht. Die Gräueltaten an der deutschen Bevölkerung nach dem zweiten Weltkrieg. Man hat gewartet bis die Zeugengeneration stirbt, um für immer zu schweigen. Denn es mag so gar nicht zu dem Schuldkult passen.“

Vokabeln wie „Schuldkult“ gelten als typisch rechte Vokabeln.