Archiv der Kategorie 'Geschichtsrevisionismus'

AfD Main-Tauber verwendet bearbeitete NS-Karte zum Volkstrauertag

Am 19. November 2017, dem Volkstrauertag, postete der AfD-Kreisverband mit den Worten „Zum Gedenken!“ ein Schwarz-Weiß-Bild von einer Flammenschale, die vom Pantheon (griechischer Tempel), Eichenlaub und eisernen Kreuzen umgeben ist. Auf dem Sockel der Flammenschale ist ein Eisernes Kreuz abgebildet.
Dazu kommt der Bildtext:

„Wir gedenken aller
vermissten, verwundeten
und gefallenen Soldaten der
beiden Weltkriege.“

AfD Main-Tauber Volkstrauertag-Post

Per Bildersuche lässt sich aber auch das Original ermitteln. Es handelt sich um eine Postkarte aus dem Nationalsozialismus. Beim ihm ziert eine Todesrune den Sockel der Flammenschale. Dazu kommt noch ein Zitat von Adolf Hitler:

„In der Hingabe des eigenen Lebens
für die Existenz der Gemein-
schaft liegt die Krönung alles
Opfersinns.“

Volkstrauertag Nazi-Postkarte

Ob der AfD-Kreisverband die Bildbearbeitung vorgenommen hat oder die umgearbeitete Version aus anderen (rechten) Quellen übernommen hat, beiden Bildern wohnen eine faschistische Ästhetik und eine Heldenverehrung deutscher Soldaten inne. Auch bei der von der AfD geposteten Version ist schließlich der Pantheon, also der mythische Göttersitz, noch enthalten.

Alice Weidel verbalrandaliert

Ähnlich wie Meuthen wird die – neben Alexander Gauland – bundesweite Spitzenkandidatin Alice Weidel immer noch in den Medien als Vertreterin eines angeblich in der Partei vorhandenen gemäßigten Flügels interpretiert.
Diese Mäßigung setzt aber in letzter Zeit immer öfter aus. Ob das Kalkül oder eine Art individuelle Rechtsradikalisierung ist, ist unklar.
So forderte Weidel unlängst im Interview mit dem Berliner „Tagesspiegel“ ein Verbot von Kopftüchern im öffentlichen Raum:

„Kopftücher gehören aus dem öffentlichen Raum und von der Straße verbannt. Das sollte auf jeden Fall gesetzlich festgelegt werden.“

Und auf Facebook äußert sie sich deutlich geschichtsrevisionistisch:

„Nach 1945: Aus dem kollektiven Gedächtnis erfolgreich gelöscht. Die Gräueltaten an der deutschen Bevölkerung nach dem zweiten Weltkrieg. Man hat gewartet bis die Zeugengeneration stirbt, um für immer zu schweigen. Denn es mag so gar nicht zu dem Schuldkult passen.“

Vokabeln wie „Schuldkult“ gelten als typisch rechte Vokabeln.

Dresden-Mythos bei der AfD

Auch die AfD-Südliche Ortenau und die AfD Bruchsal bedienen den rechten Dresden-Mythos.
Dresden-Mythos by AfD-Bruchsal

Dresden-Mythos by AfD Südliche Ortenau

AfD Ulm betreibt Geschichtsrevisionismus

Die AfD Ulm schrieb am 12. Februar 2017 auf Facebook:

„Morgen jährt sich der alliierte Bombenangriff auf das wehrlose Dresden.
Wir gedenken der mindestens 100.000 Tote.“

AfD Ulm geschichtsrevisionistisch
Dresden war aber als wichtigster verbliebener militärischer Knotenpunkt im Rest-Reich ganz und gar nicht „wehrlos“. Auch die Zahl der Toten ist mit 100.000 viermal so hoch angegeben, wie ernsthafte wissenschaftliche Schätzungen. Eine Historiker-Kommission sprach von 18-25.000 Toten.
Damit bedient auch die AfD den rechten Opfermythos um Dresden.