Archiv der Kategorie 'Kontakte zur (extremen) Rechten'

Kurzporträt: Sven Uwe Epple

Von Beruf ist Sven Uwe Epple aus Kernen im Remstal Beruf IT-Consultant. Politisch ist er Mitglied des AfD-Kreisvorstandes im Rems-Murr-Kreis, Sprecher der „Jungen Alternative“ (JA) im Rems-Murr-Kreis und in Nordwürttemberg, sowie Mitglied des Landesvorstandes der JA in Baden-Württemberg.
Das im Impressum seines Privatblogs genannte Postfach in Fellbach fungiert gleichzeitig auch als Impressum auf der Seite der JA Baden-Württemberg.
Impressum Sven Uwe Epple

Impressum Junge Alternative BaWü

Wer Epples Twitter-Account („Svenson0711“) verfolgt, dem wird auffallen dass seine Tweets größtenteils unpolitisch sind und meist seine privaten Vorlieben und seine berufliche Tätigkeit dokumentieren. Epple erscheint dabei als recht talentierter Selbstdarsteller, der sein Twitter-Publikum über jede belanglose Kleinigkeit informiert. Soweit, so langweilig. Doch zwischen Fotos vom Mittagessen und Gassigehen mit dem Hund kommen immer wieder auch politisch relevante Informationen über den AfD-Funktionär zum Vorschein.
So ist Epple Mitglied der Burschenschaft Arminia Leipzig, wie er selbst dokumentiert:

„Am Haus der #Burschenschaft #Arminia zu #Leipzig, ein schwerer #Abschied von meinen neuen Bundesbrüdern #Deutschland #Instagram“

Sven Uwe Epple, Mitglied der Burschenschaft Arminia

Die Arminia ist Mitglied im extrem rechten Dachverband „Deutsche Burschenschaft“ und wirbt für sich selber mit den Worten:

„Kernige Jungs mit Schmiss, statt Warmduscher, Muttersöhnchen und Waschlappen“

Für seine Burschenschaft erstellt Epple auch Flyer.
Sven Uwe Epple mach Flyer für Burschenschaft Arminia

Und zur JA-Weihnachtsfeier in Stuttgart kommt er auch gemeinsam mit einem „Bundesbruder“, also einem weiteren Mitglied seiner Burschenschaft.
Sven Uwe Epple mit Bundesbruder der Burschenschaft Arminia Leipzig

Zwar erscheint Epple mit seinem aufgeräumten Account nicht als der übliche Pöbler, aber er ist kein innerhalb seiner Partei wohl kein ‚Gemäßigter‘. So ist er Unterzeichner der „Erfurter Resolution“. Außerdem zeigt sich seine Haltung etwa, wenn er am 16. September 2016 die US-Wahlen kommentiert:

“#TweetCaroline Make #Germany Great Again! Björn Höcke for Chancellor #AfD”

Sven Uwe Epple begrüßt die Wahl Trumps

Epple offenbart er auf einem seiner egomanischen Selfies auch ein interessantes Tattoo. Auf dem linken Oberarm trägt er ein rotes Kreuz. Das soll vermutlich an den Tempelritter-Orden erinnern. Kreuzritter-Symbolik bei AfD-Mitgliedern lässt immer einen Zusammenhang mit dem Feindbild Islam vermuten.
Sven Uwe Epple mit Tempelritter-Tattoo

Bei der AfD-Landtagsfraktion scheint er einen Nebenjob als Berater für digitale Infrastruktur und Telekommunikation zu haben, wie er in einem Tweet selber verrät:

„Eine kleine Pause mit einer feinen Tasse #Tee im #Landtag von #BadenWürttemberg, wo ich als Berater für digitale Infrastruktur, Telekommun…“

Sven Uwe Epple als Mitarbeiter der AfD-Landtagsfraktion BaWü

Alle Screenshots stammen vom Twitter-Account von Sven Uwe Epple.

Der AfD-Landtagsabgeordnete Räpple sprach bei PEGIDA in Fürth

Am 22. Dezember 2017 sprach der AfD-Landtagsabgeordnete Stefan Räpple bei PEGIDA Mittelfranken in Fürth. Weitere Redner waren Siegfried Däbritz, Michael Stürzenberger und Gernot Tegetmeyer.
Raepple als PEGIDA-Redner in Fürth
In seiner Rede behauptete Räpple, die AfD werde von Geheimdiensten angegriffen. Er fordert von der AfD dass diese „weiter so giftig“ ist und beklagte den „Raubbau an unserem Volk durch Angela Merkel“.

Delegation von extrem rechter Partei aus Norditalien bei Weihnachtsfeier der „Jungen Alternative“

Bei der Weihnachtsfeier der „Jungen Alternative“ in Baden-Württemberg am 21. Dezember 2017 war auch eine Delegation aus dem norditalienischen Südtirol anwesend, wie ein Veranstaltungsbericht verlautbart:
„Ganz besonders haben wir uns über eine Delegation aus Südtirol gefreut. Der südtiroler Landtagsabgeordnete Hannes Zingerle von der Partei „Die Freiheitlichen“ war mit einigen Parteikollegen extra aus Südtirol angereist. Man konnte einige gemütliche Gespräche führen und beschloss, die Kooperation im neuen Jahr zu vertiefen und den Südtirolern einen Gegenbesuch abzustatten“.

Die Partei „Die Freiheitlichen – Südtirol“ ist eine extrem rechte Partei der deutschsprachigen Mehrheitsbevölkerung in der norditalienischen Provinz Südtirol. Sie ist so etwas wie der FPÖ-Ableger in Südtirol, Bei der Wahl zum Europäischen Parlament am 25. Mai 2014 traten in Norditalien die Freiheitlichen und die „Lega Nord“ in einem gemeinsamen Wahlbündnis unter dem Motto „Zuerst Südtirol – dann Europa“ an.
Die Freiheitlichen und Lega Nord

Kurzporträt: Laurens Nothdurft, parlamentarischer Berater der AfD-Fraktion

Die Medien vermeldeten dass der Laurens Nothdurft seit Juni 2017 parlamentarischer Berater der AfD-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg ist.
Diese Personalie hat es in sich, denn Laurens Nothdurft war stellvertretender Bundesführer der 2009 vom Staat verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ).
Die HDJ entstand 2000 aus der Gruppe „Die Heimattreue Jugend“ (DHJ). Der DHJ-Bundesführung hatte Laurens Nothdurft bereits seit 1996 angehört. Die Entwicklung der HDJ beschreibt ausführlich ein Artikel im Antifa-Infoblatt .
Durch einen Todesfall an der Spitze wurde Laurens Nothdurft sogar kurzzeitig kommissarischer Anführer der HDJ. Das Antifa-Infoblatt schreibt:

„Als der bisherige Bundesführer Alexander Scholz am 6. Februar 2002 bei einem Verkehrsunfall in Berlin verstarb, wurde die kommissarische Führung des Jugendverbandes bis zum Bundesjugendtag 2002 von Laurens Nothdurft übernommen.
Auf dem Treffen wurde Sebastian Räbiger zum neuen Bundesführer der Heimattreuen Deutschen Jugend gewählt, der dieses Amt bis zum heutigen Tage innehat. Als letzter Gauführer der sächsischen Wiking-Jugend verfügt Räbiger über jahrelange Erfahrung und Verbindungen in der völkischen Jugendarbeit. Als Stellvertreter wurde Laurens Nothdurft und Michael Gellenthin als Bundesgeschäftsführer gewählt. Das Amt der Bundesmädelführerin hatte für die folgenden Jahre Hildegard Nothdurft inne, die schließlich 2005 durch die heutige Bundesführerin der Mädchen Holle Böhm ersetzt wurde.“

Hildegard Nothdurft ist nach Informationen dieses Watchblogs die Frau von Laurens. Sie soll auch von den Razzien im Zuge der Vereinsauflösung betroffen gewesen sein. Verboten wurde die HDJ als Nachfolge-Organisation der bereits 1994 verbotenen „Wiking-Jugend“, die ihrerseits auf Grund von einer Wesenähnlichkeit mit der „Hitlerjugend“ verboten wurde.
Laurens und Joachim Nothdurft
(Foto von Antifa-Infoblatt Nr. 58 – Frühling 2003)
Alte Fotos belegen, dass Laurens und sein Vater Dr. Joachim Nothdurft am 1. Mai 2002 an der NPD-Demonstration in Berlin-Hohenschönhausen teilnahmen.

Listenplatz 4: Markus Cornel Frohnmaier

Frohnmaier 2013

Frohnmaier wurde am 25. Februar 1991 im rumänischen Craiowa/Krajowa geboren und kam als Adoptivkind kommt mit seiner Zwillingsschwester nach Baden-Württemberg. Hier wächst er in Weil der Stadt auf, wo er inzwischen wieder wohnt.
Er wird offenbar partei-intern auch Frontmaier“ genannt. Ein anonymer Ex-Parteifreund von Frohnmaier wird mit den Worten zitiert:

„Frohnmaier hat genau das Charisma, das solche Leute gefährlich macht. Ich halte ihn für einen der gefährlichsten Funktionäre der AfD überhaupt. Wenn er redet, erinnert das stets an Sportpalast.“

Frohnmaier studiert seit 2011 Rechtswissenschaften in Tübingen mit dem Schwerpunkt Kriminologie.

Er ist dem Umfeld der „Neuen Rechten“ zuzuordnen und strebt nach Eigenangabe eine „Konservative Revolution“ an.
Es gibt augenscheinlich auch eine Nähe zur extrem rechten „Identitären Bewegung“ (IB). Frohnmaier selbst nannte die AfD eine „identitäre Kraft“. Jannik Brämer, Schatzmeister der JA Berlin und Identitären-Aktivist, unterstützte im Februar 2016 mit den Berliner JA-Funktionären Thorsten Weiß, Joel Bussmann und The-Hao Ha den Wahlkampf Frohnmaiers in Villingen-Schwenningen. Später wurde Brämer nach einer Aktion der IB, bei der er einen Zivilbeamten fast angefahren hatte, per Haftbefehl gesucht.
Trotz des offiziellen Unvereinbarkeitsbeschluss äußerte sich Frohnmaier im Juli 2017 lobend über die extrem rechte „Identitäre Bewegung“:

„Sympathisch, was ihre Aktionen und ihre Kreativität angeht […] Es gibt viele inhaltliche Gemeinsamkeiten. Aber auch Dinge, die uns trennen. […] Falls ich in den Bundestag einziehe, werde ich durch Anfragen zu klären versuchen, ob die IB-Beobachtung tatsächlich gerechtfertigt ist – oder bloß politisch motiviert. Aber erstmal müssen wir uns damit abfinden.“

Er war 2013 Gründer und Vorsitzender der AfD-Hochschulgruppe in Tübingen, aus der der Landesverband der „Jungen Alternative“ (JA) hervor ging. Er war dann auch von Mitte Juli 2013 bis September 2015 Landesvorsitzender der JA. Zudem war er stellvertretender AfD-Kreisvorsitzender von Tübingen und er kandidierte erfolglos im März 2016 zur Landtagswahl.
Von 2013 bis 2014 Pressesprecher der Mittelstandsvereinigung der Alternative für Deutschland. Danach war er ab dem 1. Mai 2016 Pressesprecher von Frauke Petry und seit Ende August 2016 Landespressesprecher der AfD in Baden-Württemberg. Seit dem 22. Mai 2017 arbeitete er als Sprecher der AfD-Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl 2017, Alice Weidel.
Frohnmaier soll Mitglied der „Patriotischen Plattform“ sein, einer ultrarechten pressuregroup innerhalb der Partei.

Volker Beck wünschte er am 6. Januar 2016 auf Facebook „einen Urlaub in Moskau“:

„Kinderfreund und Homo-Lobbyist Volker Beck macht den Blockwart! Beck sollte sich einen Urlaub in Moskau genehmigen. Zu den Opfern kein Wort aber Hauptsache der AfD Sexismus vorwerfen.“

Nach den Anschlägen im südfranzösischen Nizza forderte er einen „Einwanderungsstopp für Muslime“, für die nächsten Jahre dürfe es keinen einzigen ausländischen Muslim geben, der nach Europa kommt.
Der Grünen-Politikerin Claudia Roth warf er in einem Interview mit dem Magazin „Kontraste“ im Januar 2016 nach den massenhaften sexualisierten Übergriffen in der Silversternacht in Köln vor „mitvergewaltigt“ zu haben:

„Wer immer wieder mantrahaft wiederholt, dass Multikulti funktioniert und glaubt, dass es nur die sorgenfreie Wahl zwischen Ente süß-sauer und Falafel ist, der hat Schuld an dem, was an diesem Abend passiert ist. Meiner Meinung nach haben Leute wie Claudia Roth hier mittelbar mitvergewaltigt.“

„Kontraste“ fragte nach: „Claudia Roth hat mittelbar mitvergewaltigt?“ und Frohnmaier antwortete: „Nicht im juristischen Sinne, aber im übertragenen Sinne.“
Mehrfach forderte Frohnmaier die Einrichtung eines „Remigrationsministeriums“. Eine Forderung mit der zuvor eher die NPD aufgefallen war.

Frohnmaier machte im Jahr 2011 in Berlin bei der Bundes-FDP ein Praktikum und war früher in der „Jungen Union“ aktiv. Er unterzeichnete die Erklärung des rechtskonservativen „Berliner Kreises“ in der Union und war in der CDU bei der „Aktion Linkstrend stoppen“ als Regionalkoordinator Schwaben aktiv.
Er soll zudem 2011 und 2012 Fördermitglied der rechten Kleinstpartei „Die Freiheit“ gewesen sein. Zudem soll er 2009 bis mindestens 2011 bei der „German Defence League“ (GDL) und seit 2010 bei den „Combined Ex-Forces“, einer Abspaltung der „English Defence Force“, aktiv gewesen sein. Kritische Medien führen Frohnmaiers Brust-Tattoo, einen Lorbeerkranz, auf seine GDL-Mitgliedschaft zurück, weil die GDL eine ähnliche Symbolik verwendet. Frohnmaier dagegen tat die Tätowierung auf Nachfragen als eine Art von Jugend-Quatsch ab.
Auf jeden Fall aber ist Frohnmaier Vizepräsident des „Forum Carolus Deutschland“ und war 2016 Mitgründer des „Deutschen Zentrum für Eurasische Studien“ (DZES), einer Gruppe um den extrem rechten Manuel Ochsenreiter, der mit Frohnmaier auf freundschaftlichen Fuß steht und dem russischen Faschisten Alexandr Dugin nahe steht.
Frohnmaier war auch in Ochsenreiters Magazin „Zuerst!“ mehrfach ein Interviewpartner (7/2015, 12/2016, 4/2017), ebenso stand er den rechten Medien „Blaue Narzisse Online“, „eigentümlich frei“, „Die Aula“ und „Zur Zeit“ als Interviewpartner zur Verfügung.

Als Referent oder Redner trat Frohnmaier bereits auf der „Demo für alle“ in Stuttgart (19.10.14), in der „Bibliothek des Konservatismus” in Berlin (18.0.14), bei einer „Sicherheitspolitische Konferenz“ der Partei „Drittes Serbien“ (Oktober 2015) oder bei der Burschenschaft Raczeks in Bonn (16.11.16) auf.
Bei Auftritten bei der AfD bzw. der JA trat er mehrfach mit Björn Höcke auf und brachte so seine Verbundenheit zum Ausdruck. Am 14. März 2015 forderte Frohnmaier: „Für eine geistig-moralische und politische Wende in Deutschland mit Björn Höcke!“
Frohnmaier ist auch Erstunterzeichner der „Erfurter Resolution“.
Bei einem Auftritt mit Höcke auf einer AfD-Demonstration am 28. Oktober 2015 in Erfurt drohte Frohnmaier in einer Rede:

„Ich sage diesen linken Gesinnungsterroristen, diesem Parteienfilz ganz klar: Wenn wir kommen, dann wird aufgeräumt, dann wird ausgemistet, dann wird wieder Politik für das Volk und nur für das Volk gemacht – denn wir sind das Volk, liebe Freunde“

Bereits zu Zeiten des Parteigründers Lucke machte sich Frohnmaier für Kontakte zur extremen Rechten im Ausland stark. Er hatte bereits 2013 Kontakte zur FPÖ und weiter pflegt er die Kontakte zur Partei „Alternative für Serbien“, sowie Abgeordneten und Mitglieden der Duma bzw. der Kreml-Partei „Einiges Russland“.
Besonders die Kontakte nach Russland scheinen sehr gut. Mehrfach besuchte Frohnmaier Veranstaltungen, die vom Pro-Putin-Netzwerk in Belgrad, Paris oder in der Separatisten-Republik am Donbass organisiert wurden.
Mit dem damaligen AfD-Politiker Marcus Pretzell besuchte Frohnmaier vom 7. bis zum 10. April 2016 mit einem russischen Visum die russisch besetzte Halbinsel Krim. Beide nahmen auch am „Yalta International Economic Forum“ teil.