Archiv der Kategorie 'Kontakte zur (extremen) Rechten'

Marc Jongen auf Podium mit Neofaschisten

Am 25. Oktober 2018 fand in Bremen die Veranstaltung „Ein Jahr AfD im Bundestag“ mit Werner Patzelt, Benedikt Kaiser und dem baden-württembergischen Bundestagsabgeordneten Marc Jongen statt.
Benedikt Kaiser gehört zur neofaschistischen ‚Neuen Rechten‘ und steht für einen kapitalismuskritischen Kurs. In Vergangenheit war er bei einer Neonazi Gruppe in Chemnitz aktiv.
Nach der Veranstaltung freute sich Jongen via Twitter über die „gelungene Veranstaltung“.
Jongen Twitter über VA mit Patzelt und Kaiser

Markus Frohnmaier beschäftigt extrem rechten Islamisten-Freund als Mitarbeiter

Wie die Presse berichtete ist seit dem 1. September 2018 Manuel Ochsenreiter (* 1976) Fachreferent im Büro des AfD-Bundestagsabgeordneten Markus Frohnmaier beschäftigt. Ochsenreiter war bis 2004 Redakteur der rechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“.
Seit März 2011 war er Chefredakteur des extrem rechten Magazins „Zuerst!“. In diesem fährt Ochsenreiter einen anti-westlichen Kurs, der sich in deutlichen Sympathien auch mit islamistischen Regimen wie den Iran oder islamistischen Bewegungen wie Hamas und Hisbollah äußert.
Ochsenreiter und Hamas
Im Iran war Ochsenreiter 2014 Teilnehmer einer antisemitischen Konferenz namens „New Horizon“. Hier referierte zum Thema „The Israeli Lobby in Germany“.
Ochsenreiter im Iran
Im Mai 2016 erschien dann ein Buch zum Thema „Die Macht der zionistischen Lobby in Deutschland“, welches vom iranischen Kulturministerium-Verlag „Simaye Parsa“ auf Persisch publiziert und in seiner Anwesenheit im Institut des Teheraner Bürgermeisteramts „Buch-Haus“ beworben wurde.
Mit Markus Frohnmaier verbindet Ochsenreiter schon länger eine Freundschaft.
Ochsenreiter und Frohnmaier
Frohnmaier war im März 2016 Mitgründer des „Deutschen Zentrum für Eurasische Studien“ (DZES), dessen Leiter Ochsenreiter war.

Ein ehemaliger AfD-Kreissprecher spielt den Strohmann für einen neurechten Verleger

Der Zahnarzt Dr. Thomas Veigel (* 1952) aus Rheinau, seit Juli 2015 zeitweise Sprecher des AfD-Kreisverband Ortenau, hatte laut einer Pressemitteilung im Oktober 2018 den neurechten Antaios-Verlag übernommen. In der Pressemitteilung heißt es dazu konkret:

„Mit Gültigkeit zum 9. 10. 2018 hat der Verleger Götz Kubitschek seinen Verlag Antaios an den Verleger des Loci-Verlags, Dr. Thomas Veigel, verkauft. Antaios wird unter dem neuen Dach als Imprint weitergeführt und behält seinen Namen. Ellen Kositza übernimmt als Programmleiterin die inhaltliche Ausrichtung.“

Antaios wurde demnach dem erst im April 2018 neu gegründeten „Loci-Verlag Dr. Thomas Veigel“ angegliedert. Loci heißt auf Latein Ort, Platz, Stelle. Es kann aber auch als latinisierte Version des nordischen Gottes Loki verstanden werden. In der Mythologie gilt er als Gott der List und Heimtücke. Kein Zufall, wie sich später herausstellte, handelte es sich um ein Täuschungsmanöver.
Loci-Verlag
Im „Loci Verlag“ war bis dato kein eigenes Buch erschienen. Auf diesem Watch-Blog war der Loci-Verlagsinhaber Veigel bereits zweimal Thema. Zum einem wurde auf seine jahrzehntelange Vergangenheit in der extremen Rechten aufmerksam gemacht. Außerdem verharmloste er die Pinochet-Diktatur.
Veigel war u.a. Vorstandsmitglied des „Hochschulring Tübinger Studenten“ (HTS) und im Sommersemester 1976 Spitzenkandidat des HTS zum Studentenparlament.
Ein Leserbrief an das Magazin „konkret“ von 1980 weist zudem darauf hin dass Veigel 1977 als Mitglied des HTS-Vorstandes ebenso wie Georg Woywod (heute Mitglied des Landesvorstand von „Die Rechte“ in Brandenburg, Ex-DVU-Aktivist) nach „Südafrika und Rhodesien“ reiste. Er selbst begründete das in einem Brief an das Studentenparlament (SP) wie folgt:

„[…] möchte ich mich für die SP-Sitzungen bis einschließlich März entschuldigen, da ich für drei Monate meine militärischen Kenntnisse, auch zur Weiterverbreitung im HTS, auffrische, um so auch der kommunistischen Aggression in Angola und später im südlichen Afrika besser Paroli bieten zu können.“

Dazu passt auch dass Veigel 1976/77 Mitbegründer der „Internationalen Initiative Angolasolidarität“ war, die extrem antikommunistisch ausgerichtet war.

Veigel wird auch in einer geschlossenen Facebook-Gruppe von Korporierten in der AfD als Mitglied einer „Turnerschaft in Tübingen“ und einer „Burschenschaft in Chile“ vorgestellt.
Veigel als Verbindungsstudent
In Chile existieren bis heute fünf deutschnationale Burschenschaften, die ihre Mitglieder aus der deutschstämmigen Minderheit rekrutieren und dem extrem rechten Dachverband „Deutsche Burschenschaft“ nahe stehen.
Nach unseren Informationen soll er Mitglied der Burschenschaft Ripuaria in Valparaiso sein. Er ist offenbar während seines einjährigen Aufenthalts in Chile Mitglied geworden.
Veigel sollte am 28. Januar 1977 in Tübingen auf einer Veranstaltung mit dem Titel „Die Wahrheit über Chile“ über seine Erfahrungen dort sprechen. Dagegen gab es aber eine antifaschistische Demonstration mit über 400 Leuten.

In rechten Kreisen wird er bis zu seinem AfD-Engagement kaum sichtbar. Im Mai 1994 soll er Teilnehmer am Kongress des ultrarechten „Studienzentrum Weikersheim“ gewesen sein. Außerdem wird ihm eine nähe zu den Republikanern und dem rechten „Bund Freier Bürger“ nachgesagt.
Als Autor und Leserbriefschreiber taucht er bei der „Junge Freiheit“ auf.

Im späteren Berufsleben war Thomas Veigel Zahnarzt und ist Inhaber von drei Zahnarztpraxen in Freudenstadt, Rheinau und in Gernsbach. Das nötige Kleingeld hätte er wohl also tatsächlich gehabt.
Nun hatte der Alt-Antikommunist den neurechten Antaios-Verlag aber nicht wirklich übernommen.
Nach der Buchmesse gab Kubitschek zu dass es sich um ein Täuschungsmanöver handelte.
Auf dem Blog von Sezession heißt es auflösend:

„Natürlich sind Kositza und ich auch weiterhin die Besitzer unseres Verlags, und natürlich werden wir weiterhin diesen Verlag führen und sein Programm gestalten, und die pfiffigsten unter unseren Lesern und unter den Journalisten wußten das schon nach dem ersten Querblick auf die Loci-Seite und die bibliographischen Angaben unter den Büchern“

Damit hatte er auch seine eigenen AnhängerInnen genarrt und gezeigt wie willkürlich er mit diesen umzugehen bereit ist.
In Wahrheit ging es um die Medienaufmerksamkeit und einen nicht isolierten Stand auf der Buchmesse. Auf der Frankfurter Buchmesse gab es dann auch entsprechende Veranstaltungen und dass außerhalb eines beschränkten Korridors, in dem andere rechte Verlage angesiedelt waren.
Unten zu sehen Bild von einer solchen mit Ellen Kositza aus Schnellroda, Redakteurin des neurechten Strategieorgan „Sezession“ und Frau vom des immer-noch-Verlagsinhabers Götz Kubitschek, und Susanne Dagen aus Dresden, Mitglied im Beirat der AfD-nahen Desideramus-Stiftung.
Kubitschek, Kositza auf Frankfurter Buchmesse
Zu dem Trickbetrug gratulierte auch der AfD-Bundestagsabgeordnete Thomas Seitz in einem Post, in dem er Veigel als seinen Freund bezeichnet.
Veigel als Freund von Thomas Seitz

AfD-Landtagsabgeordneter bei Sommerfest von neurechter Wochenzeitung

Im Juni 2018 nahm Lars Patrick Berg (AfD-MdL) am Sommerfest der neurechten Wochenzeitung „Jungen Freiheit“ in Berlin teil.
Lars-Patrick Berg auf JF-Sommerfest

Breisacher AfD-Funktionär neuer Vizepräsident von rechter Kaderschmiede

Auf dem Jahreskongress Anfang September 2018 des „Studienzentrum Weikersheim“ wurde Volker Kempf zum Vizepräsidenten gewählt. Kempf ist seit 2013 AfD-Mitglied und bewarb sich 2013 erfolglos auf das Amt des Schriftführers der „Alternative für Deutschland“. Im März 2016 kandidierte er für seine Partei erfolglos bei den Landtagswahlen.