Archiv der Kategorie 'Kontakte zur (extremen) Rechten'

AfD-Direktkandidat Dubrako Mandic als Brandredner bei PEGIDA

Neben anderen anderen Rednern sprach der AfD-Direktkandidat Dubravko Mandic aus Freiburg, der für die AfD im Wahlkreis Tübingen-Hechingen kandidiert am 18. September 2017 bei der 126. PEGIDA-Demonstration im 35. Monat in Dresden.

Mandic bei PEGIDA
Dubravko Mandic im Gespräch mit Siegfried Däbritz

Die Redner Sigfried Däbritz und Lutz Bachmann hatten schon in ihren Redebeiträgen den Ton vorgegeben. Da war die Rede von der „Volkstod-Kanzlerin Merkel“ und „Fast-Sonderschüler-Kanzlerkandidat Gabriel“.
Mandic stimmte in seiner Rede in diese Tonlage ein. Er begrüßte das PEGIDA-Publikum in Dresden als „Hauptstadt des deutschen Widerstandes“. Er wetterte gegen die „kulturmarxistische Propaganda“ und beschwor die deutschen Ahnen: „In jedem Deutschen schlummert Hermann der Cherusker. Diese Ahnen wollen wir beschwören.“
Dabei verwies er auf den römischen Historiker Tacitus und was dieser über die alten Germanen geschrieben hätte. Dem Laien-Historiker Mandic ist dabei aber entgangen, dass Tacitus gar nicht so sehr über die Germanen schrieb sondern vielmehr diese als Projektionsfläche nutzte, um die römische Gesellschaft zu kritisieren, indem er dieser einen positiven Spiegel vorhielt.
Ansonsten wetterte Mandic gegen „one World“, „Mammon“ und das „Finanzkapital“, welches nach Mandic die globalen Flüchtlingsströme koordinieren würde. Viele Expert*innen würden Mandic für seine Rede eine Anschlussfähigkeit an verschwörungsantisemitische Weltbilder attestieren.
Zum Schluss forderte er noch „die Feinde dieses Volkes aus dem Bundestag [zu] jagen“.

Kurzes Porträt von Dimitrios Kisoudis

Der Journalist und Filmemacher Dimitrios Kisoudis, Jahrgang 1981, bewegt sich in der Nähe der baden-württembergischen AfD bzw. der AfD allgemein. Der Sohn eines griechischen Vaters und einer deutschen Mutter ist Assistent des Abgeordneten Marcus Pretzell im Europäischen Parlament.
Kisoudis gilt als Putin-Versteher und publizierte mit Frank Hertweck ein autobiografisches Interview mit Carl Schmitt („Solange das Imperium da ist“). Außerdem ist er der Buchautor von „Goldgrund Eurasien“ (2015) und des zweiten Band in der „Werkreihe von Tumult“ des rechten Manuscriptum-Verlags (2017). Dieses Buch trägt den Titel „Was nun? Vom Sozialstaat zum Ordnungsstaat“. Kisoudis stellte es u.a. im Juni 2017 im rechtskatholischen „Institut St. Philipp Neri“ in Berlin vor.
Kisoudis bei St. Neri
Ansonsten schreibt er für die rechten Blätter „eigentümlich frei“, „Eurasisches Magazin“, „Katehon“ und „The European“. Der Ausgabe 11/2016 des extrem rechten Monatsmagazin „Zuerst!“ gab er ein Interview.
Seine gute Vernetzung kann man auch an der Teilnahme am Akademikerball der FPÖ in Wien ersehen.
Kisoudis bei Akademikerball
Ausweislich seines Facebook-Profils studiert Kisoudis derzeit an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Jongen auf rechten Vernetzungstreffen

In Berlin fand Ende Juli 2017 laut dem rechten Blatt „AGENDA“ Nr. 8 die europäische „Vanenburg meeting“ statt, die vom „Center for European Renewal“ organisiert. Das „Vanenburg meeting“ ist ein europäisches Vernetzungstreffen von Rechtskonservativen und Neuen Rechten.
Center fpr European Renewal
Dieses Jahr fand es in der neurechten „Bibliothek des Konservatismus“ in Berlin statt. Neben dem polnischen Europaabgeordneten Ryszard Legutko und neben Andreas Kinneging, sprachen auch Dimitrios Kisoudis (Berater des AfD-Europaabgeordneten Marcus Pretzell) und Marc Jongen, der Co-Landesvorsitzende der AfD in Baden-Württemberg.

ChrAfD-Funktionär aus Baden-Württemberg war NPD-Sympathisant

Der Betriebswirt Hardi Helmut Schumny aus Blaustein ist stv. Kreissprecher AfD Kreisverband Ulm / Alb-Donau, seit Oktober 2015 Schatzmeister in der Bundesvereinigung der „Christen in der AfD“ (ChrAfD) und Unterzeichner der „Erfurter Resolution“ von 2015. Außerdem war er im März 2017 Gründungsmitglied von „Vertriebene, Aussiedler und deutsche Minderheiten in der AfD“ (VAdM) und ist Schatzmeister des wenig später gegründeten gleichnamigen Vereins. Zudem soll er Mitglied der Burschenschaft Rheno-Palatia Augsburg gewesen sein.
Laut einem Zeitungsbericht spendete Schumny 2009 der NPD Saar 40 Euro. Egal wie hoch die Summe ist, aber Geldspender der NPD dürfen als NPD-Sympathisanten betrachtet werden.
Laut „Autonomer Antifa Freiburg“ wurde die Spende Schumnys an die NP D beim „Südwesttreffen“ der ChrAfD am 19. August 2017 im südhessischen Butzbach thematisiert. Dazu wurde einstimmig eine Resolution verabschiedet, zu der es laut „Autonomer Antifa Freiburg“ in einem Bericht heißt:

„Ein Mitglied brachte die aktuelle FAZ mit, in der auf Seite 10 ein kleiner Artikel über unseren Schatzmeister veröffentlicht war. Einstimmig verabschiedeten wir eine Resolution, dass wir hinter unserem Schatzmeister stehen und uns nicht wegen einer vor einigen Jahren erfolgten kleinen Spende an eine ‚falsche Partei‘ spalten lassen. Herr Schumny hat bekannt und wir Christen vergeben ihm. Jeder hat mal etwas Falsches gemacht, außer Jesus Christus gibt es keinen vollkommenen ‚Menschen‘!“

FPÖ-Funktionär unterstützt AfD-Wahlkampf in Baden-Württemberg

Am 25. August 2017 soll im Bürgersaal in Jettingen eine „Große Wahlkampfveranstaltung im Gäu“ stattfinden. Als ReferentInnen angekündigt sind die AfD-Europaabgeordnete Beatrix von Storch, der Nachwuchs-Vorsitzende Markus Frohnmaier und Johann Gudenus von der FPÖ. Gudenus ist für die FPÖ Vizebürgermeister von Wien, sowie FPÖ-Landtagsabgeordnete und Wiener FPÖ-Gemeinderat.
Für die FPÖ betätigte er sich immer wieder als eine Art Botschafter in Russland. So wurde er u.a. 2012 von Ramsan Kadyrow in Grosny empfangen und meinte danach, dass niemand von Kadyrow verfolgt werde. Der warlord Kadyrow wurde von Putin als lokaler Statthalter in Tschetschenien eingesetzt. Ihm werden zahlreiche Menschenrechtsverletzungen angelastet.
Auch mit dem faschistischen Theoretiker Alexandr Dugin traf sich Gudenus bereits.
Gudenus in Zuerst-Magazin