Archiv der Kategorie 'Kontakte zur "Neuen Rechte"'

Listenplatz 3: Marc Jongen aus Karlsruhe

Dr. Marc Jongen wurde 1968 in Meran, in der mehrheitlich deutschsprachigen norditalienischen Provinz Südtirol geboren. Jongen war auch 1996 und 1999 Kulturredakteur bei der „Neuen Südtiroler Tageszeitung“ in Bozen. Später war er Assistent von Peter Sloterdijk, dem Rektor an der „Hochschule für Gestaltung“ Karlsruhe. Derzeit ist er auch noch Dozent für Philosophie an dieser Hochschule.

Die „Süddeutsche Zeitung“ nannte Jongen einst „Der Wutdenker“. Er verfasste mit dem Text „Das Märchen vom Gespenst der AfD“ („Manifest zur Revolution der Reaktionäre“) ein inoffizielles AfD-Programm und veröffentlichte es am 22. Januar 2014 im Cicero-Magazin. Darin sieht er die AfD als „Revolte der Besitzstandswahrer“. Deswegen gilt er als „Parteiphilosoph“. Tatsächlich war er Programmkoordinator der AfD in Baden-Württemberg und war Mitglied der Bundesprogrammkommission seiner Partei.
Inzwischen ist Jongen seit März 2017 AfD-Landessprecher und war zuvor seit November 2013 stellv. AfD-Landessprecher. Er ist zudem seit Dezember 2016 Vorstandsmitglied der geplanten AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung.

Für die rechten Blätter „Weltwoche“, „Junge Freiheit“ und „Sezession“ war er bereits Autor. Referent war er für für das „Vanenburg Meeting“ in Berlin im Juli 2017 und bei der Winterakademie des neurechten thinktanks „Institut für Staatspolitik“ im Februar 2017 in Schnellroda.
Jongen als IfS-Referent
Im Jahr 2017 wurde Jongen vom neurechten Chef-Vordenker Alain de Benoist aus Frankreich für das Blatt „éléments“ interviewt.

Im Interview mit der „Neuen Züricher Zeitung“ am 13. März 2016 meinte Jongen:

„Wenn unsere Vorväter dieses Territorium nicht leidenschaftlich und wenn nötig auch mit Gewalt verteidigt hätten, würden wir jetzt nicht hiersitzen und uns in unserer Sprache unterhalten.“

Im Interview mit der „Jungen Freiheit“ 2017 wetterte er:

„Mit der AfD hat sich politischer Widerstand gegen den Ausverkauf Deutschlands durch unsere moralisch und geistig korrupten Eliten formiert.“

Im Interview mit „Die Zeit“ am 9. Juni 2016 meinte er über die extrem rechte „Identitäre Bewegung“:

„Soweit ich sehe, ist das eine Jugendbewegung, die den Identitätsaspekt in jugendlichem Überschwang geradezu glorifiziert. Ich würde mich dem nicht anschließen wollen, weil zweifellos ein verkürztes Verständnis von Kultur dahintersteht, aber ich sehe es trotzdem mit Sympathie, weil da versucht wird, das aus dem Lot geratene Gebilde der europäischen Kultur von der Identitätsseite her zu korrigieren.“

Kurzes Porträt von Dimitrios Kisoudis

Der Journalist und Filmemacher Dimitrios Kisoudis, Jahrgang 1981, bewegt sich in der Nähe der baden-württembergischen AfD bzw. der AfD allgemein. Der Sohn eines griechischen Vaters und einer deutschen Mutter ist Assistent des Abgeordneten Marcus Pretzell im Europäischen Parlament.
Kisoudis gilt als Putin-Versteher und publizierte mit Frank Hertweck ein autobiografisches Interview mit Carl Schmitt („Solange das Imperium da ist“). Außerdem ist er der Buchautor von „Goldgrund Eurasien“ (2015) und des zweiten Band in der „Werkreihe von Tumult“ des rechten Manuscriptum-Verlags (2017). Dieses Buch trägt den Titel „Was nun? Vom Sozialstaat zum Ordnungsstaat“. Kisoudis stellte es u.a. im Juni 2017 im rechtskatholischen „Institut St. Philipp Neri“ in Berlin vor.
Kisoudis bei St. Neri
Ansonsten schreibt er für die rechten Blätter „eigentümlich frei“, „Eurasisches Magazin“, „Katehon“ und „The European“. Der Ausgabe 11/2016 des extrem rechten Monatsmagazin „Zuerst!“ gab er ein Interview.
Seine gute Vernetzung kann man auch an der Teilnahme am Akademikerball der FPÖ in Wien ersehen.
Kisoudis bei Akademikerball
Ausweislich seines Facebook-Profils studiert Kisoudis derzeit an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Jongen auf rechten Vernetzungstreffen

In Berlin fand Ende Juli 2017 laut dem rechten Blatt „AGENDA“ Nr. 8 die europäische „Vanenburg meeting“ statt, die vom „Center for European Renewal“ organisiert. Das „Vanenburg meeting“ ist ein europäisches Vernetzungstreffen von Rechtskonservativen und Neuen Rechten.
Center fpr European Renewal
Dieses Jahr fand es in der neurechten „Bibliothek des Konservatismus“ in Berlin statt. Neben dem polnischen Europaabgeordneten Ryszard Legutko und neben Andreas Kinneging, sprachen auch Dimitrios Kisoudis (Berater des AfD-Europaabgeordneten Marcus Pretzell) und Marc Jongen, der Co-Landesvorsitzende der AfD in Baden-Württemberg.

Ex-JA-Funktionär bestätigt: Identitäre als JA-Aufbauhelfer

Mario Olsson war Vorsitzender des Bezirksverband Lüneburg der AfD-Nachwuchsorganisation „Junge Alternative“ (JA) und seit Juni 2015 Schatzmeister der JA in Niedersachsen. Er stieg Anfang Juli 2017 nach der Wahl von dem als rechtsradikal geltenden Lars Steinke zum JA-Landesvorsitzenden aus der AfD aus.
Ein Artikel zitiert den Ex-JAler Mario Olsson wie folgt:

„In Baden-Württemberg oder Sachsen-Anhalt, wo um die 20 IBler eingetreten sind, um den Landesverband überhaupt erst zu gründen. Und jetzt aktiv zu gestalten.“

Mandic ehrlich über die AfD/JA-IB-Connections

Ein FAZ-Artikel zitiert Dubravko Mandic aus Freiburg, Direktkandidat der AfD zur Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis Tübingen, zu den Verbindungen von AfD und „Junger Alternative“ zu der extrem rechten „Identitären Bewegung“ (IB):

„Sowohl die AfD und vor allem die Junge Alternative sind personell mit der Identitären Bewegung verbunden.“