Archiv der Kategorie 'Kontakte zur "Neuen Rechte"'

AfD-Veranstaltung mit Schachtschneider am 11. Mai in Sigmaringen geplant

Die AfD plant am 11. Mai in der Stadthalle von Sigmaringen, eine größere Veranstaltung zum Thema „Probleme illegaler Zuwanderung“.
Neben Jörg Meuthen, Emil Sänze, Lars Patrick Berg, Stefan Herre und Hans Peter Stauch ist Karl-Albrecht Schachtschneider als Hauptredner angekündigt.
Im Magazin „Cicero“ vom September 2011 heißt es über Schachtschneider: „Grenzgänger zwischen Rechtspopulismus und Rechtsradikalismus“
Schachtschneider gilt als Anti-EU-Experte für rechte Kreise. So fungierte er auch bereits als Experte der NPD-Fraktion in Sachsen.
Schachtschneider als NPD-Experte
Seit 2011 ist er Vizepräsident des deutschnatioanlen „Studienzentrum Weikersheim“ und für die extrem rechte Initiative „Ein Prozent für Deutschland“ bereitete er eine Massenklage vor.
„Ein Prozent“ ist vor allem ein Unterstützungsnetzwerk für Ableger der extrem rechten „Identitären Bewegung“.
Schachtschneider als Unterstützer von

AfD-Landesvorsitzender Özkara als Redner auf extrem rechter Veranstaltung angekündigt

Am 8. Mai 2017 soll in Leverkusen eine Veranstaltung des extrem rechten Magazins „COMPACT“ stattfinden. Als Redner sind Ralf Özkara, AfD-Landesvorsitzender in Baden-Württemberg, und Jürgen Elsässer angekündigt.
Özkara meets Elsässer
Das COMPACT-Magazin unter seinem Chefredakteur Jürgen Elsässer unterstützt die innerparteilichen GegnerInnen von Frauke Petry und den Hardliner-Flügel um Björn Höcke. Dazu passt auch der dritte angekündigte Redner Martin Renner, der Co-Landesvorsitzende der AfD in NRW. Renner gilt als Höcke-supporter und ist Kontrahent des neuen Ehemanns von Frauke Petry, Marcus Pretzell, dem AfD-Landesvorsitzenden.
Jürgen Elsässer ist auch beteiligt an der Initiative „Ein Prozent“, die u.a. ein Netzwerk für die verschiedenen Gruppen der extrem rechten „Identitären Bewegung“ darstellt.
Dem Datum 8. Mai kommt in der deutschen Rechten eine wichtige Bedeutung zu. Da die Kapitulation NS-Deutschlands vom 8. Mai 1945 für sie immer noch der „Tag der Niederlage“ ist.

Markus Frohnmaier (JA) trifft Martin Sellner (IB) in der Nähe von Stuttgart

Markus Frohnmaier, Bundesvorsitzender der „Jungen Alternative“, traf am 16. April 2017 in Stuttgart Martin Sellner, den posterboy der extrem rechten „Identitären Bewegung“.
Sellner und Frohnmaier
Der Berliner „Tagesspiegel“ berichtet in einem Artikel:

„Es klingelt, endlich. Markus Frohnmaier springt auf und eilt zur Tür. Der junge AfD-Politiker wartet auf Besuch, seit einer Stunde schon. Jetzt steht draußen breit grinsend ein Mann. „Servus!“, ruft der. Er trägt eine Sonnenbrille und ein dunkelblaues Polo-Shirt. Auf der Brust ein aufgesticktes Lambda-Zeichen, wie ein umgekehrtes V – es ist das Symbol der rassistischen Identitären Bewegung, der Mann ihr Abgesandter. „Schön, dass du da bist“, sagt Frohnmaier. Sie schlagen ein.
Markus Frohnmaier, 26 Jahre alt, ist Chef der AfD-Jugend „Junge Alternative“, etwa 1,70 Meter groß. Parteichefin Frauke Petry nennt ihn Kampfzwerg. Der Mann, dem er gerade die Tür geöffnet hat, ist Martin Sellner, 28 Jahre alt, Österreicher und Galionsfigur der Identitären im deutschsprachigen Raum. Frontmann einer jungen, völkischen Bewegung, deren deutscher Ableger vom Verfassungsschutz beobachtet wird.
Dass er ihm die Tür geöffnet hat, dass er ihm die Hand reicht, und dass er sicherstellt, dass eine Journalistin den Moment bezeugen und dokumentieren kann, muss als Kampfansage gewertet werden in einer Partei, die im Jahr der Bundestagswahl so verbissen um ihren Kurs kämpft wie seit zwei Jahren nicht mehr.“

Im Artikel wird auch beschrieben, dass Frohnmaier den Austausch mit der IB gern offiziell pflegen würde, aber deren Nennung im VS-Bericht dem im Wege stände.

Als Treffpunkt beschreibt der Tagesspiegel einen „kleinen Ort in der Nähe von Stuttgart“. Vermutlich ist Frohnmaiers derzeitiger Wohnsitz in Weil der Stadt gemeint.

Kritisches Porträt von Alice Weidel

Zusammen mit Alexander Gauland wurde Alice Weidel auf dem Bundesparteitag in Köln zur Spitzenkandidatin der AfD bei der kommenden Bundestagswahl gewählt.
Weidel als BTW-Spitzenkandidatin
Grund genug, um ein kritisches Porträt von Alice Weidel zu zeichnen:

Alice Weidel wurde 1979 in Gütersloh geboren und wohnt heute in Überlingen am Bodensee. Sie absolvierte ein Doppelstudium der Volks- und Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth und promovierte über das chinesische Pensionssystem. Ihr Doktorvater Prof. Dr. Peter Oberender, Mitgründer und Hauptzeichner der AfD bzw. der AfD im Larvenstadium „Wahlalternative 2013“, plädierte dafür, dass Hartz-IV-Empfänger zur Verbesserung ihrer Finanzen ihr Organe verkaufen dürfen sollten
Nach ihrem VWL-Studium arbeitete sie fast sechs Jahre in China und später u.a. für Goldman Sachs und im Vorstandsbüro der Allianz Global Investors in Frankfurt.
Heute arbeitet sie als Internet-Unternehmerin und Start-Up-Beraterin.
Privat lebt sie mit einer Schweizerin in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft und hat ein Kind adoptiert. Ein Lebensmodell, was von ihrer Partei verbal gerne mal marginalisiert wird und das nach dem Parteiprogramm benachteiligt werden soll.

Weidel ist seit 2015 Mitglied im AfD-Bundesvorstand und leitete bis Januar 2016 die Bundesprogrammkommission der Partei. Zudem kandidiert sie auf Platz eins bei der Bundestagswahl im Herbst 2017. Bei der Kampfabstimmung um den Vorsitz des AfD-Landesverbandes Baden-Württemberg konnte sich Weidel nicht gegen ihren Konkurrenten Ralf Özkara durchsetzen, der von Jörg Meuthen protegiert wurde. Im Bundesvorstand hatte sich Weidel für einen Ausschluss des Hardliners Björn Höcke stark gemacht, während Meuthen sich mit Höcke solidarisierte.

Weidel gilt als Vertreterin des nationalneoliberalen Flügels der Partei. Dafür steht auch ihre Mitgliedschaft in der Hayek-Gesellschaft, welche nach dem neoliberalen Vordenker Friederich August von Hayek benannt ist. Dessen Feindschaft gegen den Sozialstaat scheint Weidel zu teilen.
Zeitweise schmückte auch ein Hayek-Zitat die Facebook-Seite von Weidel.
Widel und Hayek-Zitat

Gute Kontakte zur „Neuen Rechten“
Weidel scheint über gute Kontakte zur so genannten „Neuen Rechten“ zu verfügen. Diese bezieht sich auf die antidemokratische Rechte der Weimarer Republik und ist derzeit in einen pragmatischen Flügel um die Wochenzeitung „Junge Freiheit“ und einen offen faschistischen Flügel um das „Institut für Staatspolitik“ gespalten. Weidel steht dem Flügel um die „Junge Freiheit“ (JF) nahe. Bereits im September 2015 besuchte sie die „Bibliothek des Konservatismus“, die ein thinktank der JF in Berlin darstellt. Für die „Bibliothek des Konservatismus“ trat sich auch am 20. Oktober 2016 als Referentin auf und auf der Frankfurter Buchmesse 2016 für die „Junge Freiheit“. Ebenso sprach sie beim Neujahrsempfang der JF am 25. Januar 2017.
Weidel für JF auf Frankfurter Buchmesse 2016
Für diese Wochenzeitung griff sie außerdem bereits als Gastautorin zur Feder, etwa in Ausgabe 44/2016.

Auch zur extrem rechten FPÖ hat Weidel keinerlei Berührungsprobleme, wie Weidel am 17. November 2016 in Leinfelden-Echterdingen durch einen gemeinsamen Auftritt mit dem FPÖ-Europaabgeordneten Harald Vilimsky demonstrierte.
Weidel und Vilimsky

Unter anderem durch die Ausnutzung ihrer Genderrolle als jüngere und hübsche Frau erscheint Weidel in den Augen vieler als scheinbar ‚gemäßigt‘. Sie wird auch deswegen gerne von ihre Partei vorgeschickt, so vertrat sie die AfD u.a. auch bei Markus Lanz.
Dabei gerät außer Acht, dass Weidel neben sozialchauvinistischen und neoliberalen Positionen, auch durchaus antimuslimische Positionen vertritt und das sie über keinerlei Berührungsängste zur extremen Rechten verfügt.

Weidel bei Sarrazin-Vortrag

Alice Weidel, AfD-Spitzenkandidatin zur Bundestagswahl 2017, nahm am 25. März 2017 auf der Burg Lichtenberg in Oberstenfeld an einer Vortragsveranstaltung mit Thilo Sarrazin statt. Ausgerichtet wurde diese vom „Studienzentrum Weikersheim“ und dem „Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und der bürgerlichen Freiheiten“, der mehrere hunderttausende Euro in den Wahlkampf der AfD pumpte.
Weidel und Sarrazin