Archiv der Kategorie 'Mitglieder mit ultrarechter Biografie'

Vergangenheit von Markus Frohnmaier ausgeleuchtet

In dem Artikel „Neue Vorwürfe gegen AfD-Jungpolitiker Frohnmaier“ in der „Badischen Zeitung“ und einem Beitrag vom ZDF-Magazin „Frontal 21“ (Film, Skript werden allerhand Indizien präsentiert, die nahe legen, dass Markus Frohnmaier früher in der antimuslimischen „German Defence League“ (GDL) aktiv war.
Es wird erwähnt, dass ein „Cornel Frohnmaier“ 2011 Ansprechpartner der GDL war. Der Zweitname des in Rumänien gebürtigen AfD-Jungpolitikers Markus Frohnmaier lautet „Cornel“.
Frohnmaier als GDL-Ansprechpartner
Ebenfalls wird Frohnmaiers Lorbeerkranz-Tattoo erwähnt, was auch im GDL-Logo enthalten ist.
Frohnmaiers Tattoo

Göppingen: Unterstützer deutschnationaler Separatisten wechselte von FW zur AfD

Unlängst wurde der Vorstand des Göppinger Kreisverbands neu gewählt. Unter den neu Gewählten befindet sich auch ein alter Bekannter. Joachim Hülsche wurde stellvertretender Vorsitzender des AfD-Kreisverbandes Göppingen. Der Diplomingenieur arbeitet als Baudezernent, Architekt und Stadtplaner. Vor der AfD war er bei den Freien Wählern aktiv, für die er auch im Stadtrat saß.
Hülscher ist auch Vertreter („Referat Öffentlichkeitsarbeit“) und Mitglied des ultrarechten „Andreas-Hofer-Bundes Deutschland“ (AHB-Deutschland), der sich aus deutschnationalen Motiven für die Unabhängigkeit der mehrheitlich deutschsprachigen Provinz von Italien einsetzt. Zeitweise war er angeblich sogar der stellvertretende Bundesobmann des AHB-Deutschland.

Hülsch beim AHB
Hülscher als AHB-Funktionär, 2006, Screenhot AHB-Homepage 2010

Hülscher beim AHB
Hülscher im Impressum des AHB-Organs „Bergfeuer“ 2007

In diesem Zusammenhang soll er auch ein Unterstützter der deutschnationalen Separatistenpartei „Südtiroler Freiheit“ sein.
Kaum verwunderlich, weigerte sich Hülscher bei der „Straße der Demokratie“ – einer Gegenveranstaltung zu einer Neonazi-Demonstration am 12. Oktober 2013 – mitzumachen.
Hülschers Frau Astrid Rahlves-Hülscher nahm 2008 an einem Treffen der extrem rechten „Kontinent-Europa-Stiftung teil“, angeblich in Vertretung ihres Vaters Dr. jur. utr. Rudolf Rahlves (1925-2010), einem antisemitischer Autor im extrem rechten Verlag „Libergraphix“.

UPDATE (23.11.16)
Da es angezweifelt wurde, hier ein Screenshot als Beleg für die Teilnahme von Frau Astrid Rahlves-Hülscher an der Veranstaltung 2008:
Rahlves bei Neonazi-Treffen

Thomas Veigel als Spitzenkandidat einer rechtsradikalen Hochschulgruppe 1975

Wie bereits berichtet verfügte Thomas Veigel aus Rheinau, der seit Juli 2015 zeitweise Sprecher der AfD-Ortenau war, über ein jahrzehntelanges Vorleben in der politischen Rechten.
So war er Vorstandsmitglied des „Hochschulring Tübinger Studenten“ (HTS) und im Sommersemester 1976 Spitzenkandidat des HTS zum Studentenparlament. Dazu noch einmal zwei Bilder:
Veigel als HTS-Kandidat

Veigel als HTS-Kandidat

Sprecher der AfD-Ortenau verharmloste schon in den 1970ern die Pinochet-Diktatur

Wie bereits mehrfach berichtet hat Thomas Veigel, seit Juli 2015 Sprecher der AfD-Ortenau, eine Vergangenheit in dem rechtsradikalen „Hochschulring Tübinger Studenten“ (HTS). Ein älterer Bericht in dem spanischsprachigen Blatt „Chile-America“ Ausgabe September-Oktober 1977 berichtet von einem ‚Thomas Veigel‘.
Chile-Americo
Dieser war ein Jahr in Chile und wollte am 28. Januar 1977 nach seiner Rückkehr auf einer Veranstaltung mit dem Titel „Die Wahrheit über Chile“ über seine Erfahrungen dort sprechen. Dagegen gab es eine Antifa-Demonstration mit über 400 Leuten, an der auch das „Tübingen-Chile-Komitee“ teilnahm. Als die Veranstaltung begann, waren gerade mal Veigel und sieben Rechte anwesend, ansonsten waren im Publikum nur Gegner*innen, die Veigel laut dem Bericht wohl anfangs für seine Anhänger hielt. Veigel ließ man 20 Minuten sprechen und dann wurde die Veranstaltung unterbrechen. Laut dem Bericht sagte Veigel in diesen ersten 20 Minuten u.a.: „Die Menschen in den Konzentrationslagern [in Chile A. d. Ü.] werden genauso gut behandelt, wie die Mehrheit der Bevölkerung“. Dabei bezog Veigel sich auf ein Programm zur Ernährung von Kindern, welches er der Pinochet-Regierung zuschrieb, tatsächlich wurde es jedoch vom „Viktariat der Solidarität“ unterhalten.

Sprecher der AfD Ortenau ist chilenischer Burschenschafter und vermutl. Pinochet-Sympathisant

Thomas Veigel aus Rheinau ist seit Juli 2015 Sprecher der AfD Ortenau. Wie dieser Blog berichtete, war Veigel offenbar Mitglied der ultrarechten „Hochschulring Tübinger Studenten“.
Laut einem Screenshot einer geheimen Facebook-Gruppe von Korporierten in der AfD ist er Mitglied einer Turnerschaft in Tübingen und einer deutschen Burschenschaft in Chile.
Veigel als Burschi
Auf der Seite der Burschenschaft Ripuaria in Valparaiso (Chile) findet sich folgender Eintrag:

„Für alle gesetzliche Angelegenheiten vom Kauf und Verkauf wurde ein Advokat, Herr Alvaro Santamaría, eingestellt. Am 13. Oktober 1979 wurde der Vertrag unterschrieben und 50% vom Wert des Hauses als Anzahlung gegeben. Diese Anzahlung wurde zum Teil von der Kasse im Ausland und im größten Teil mit einem Kredit einer deutschen Bank, den wir mittels Bbr. Thomas Veigel erhielten, finanziert.“

Offenbar hat Veigel eine biografischen Kontakt nach Chile. In der ultrarechten Wochenzeitung „Junge Freiheit“ Nr. 05/98 vom 23. Januar 1998 findet sich dann auch von einem Thomas Veigel der Artikel „Chile: General Augusto Pinochet soll mit allen Mitteln politisch kaltgestellt werden
Sommertheater um Senatorenamt“, der deutliche Sympathien für den Militärdiktator zum Ausdruck bringt. In ihm beklagt der Autor das Pinochet vor Gericht gestellt werden sollte:

„Anläßlich der bis spätestens 10. März 1998 anstehenden Demission von General Augusto Pinochet vom Posten des chilenischen Armeechefs spielen einige Mitglieder der Regierungskoalition, der sogenannten „Concertacion“, das Stück „Verfassungsklage“.
Mit allen Mitteln soll dem 82jährigen scheidenden Oberbefehlshaber, Ex-Präsidenten und Juntachef das ihm gemäß selbst veranlaßtem Grundgesetz zustehende Senatorenamt verwehrt werden. […] Nun wirft man Pinochet vor, daß er seit dem demokratischen Übergang am 11. März 1990 regelmäßig in öffentlichen Auftritten „die Ehre und das Prestige der chilenischen Nation geschädigt“ habe. Obwohl der General in den letzten Jahren auf Äußerungen allgemeinpolitischen Inhalts weitgehend verzichtete,war seine bloße Präsenz in der Führung der Streitkräfte international offenbar eine Provokation. Der US-amerikanische Botschafter in Santiago ließ in Interviews verlauten, daß seine Regierung solange keine Waffen und Ersatzteile liefern werde, bis Pinochet das Oberkommando der Armee abgegeben habe. Auch die deutsche Regierung betonte, daß rund 100 gebrauchte Kampfpanzer des Typs Leopard I. erst dann in das südamerikanische Land geliefert würden, wenn der Ex-Präsident in den Ruhestand getreten sei.

Der Autor behauptet weiter:

„Auch in den ärmeren Teilen der Bevölkerung verfügt er noch immer über viele Sympathisanten, die nicht vergessen haben, daß niemals zuvor in der Geschichte Chiles derart viele soziale Maßnahmen für die Allerärmsten getroffen wurden wie in der Ära der Militärregierung. Riesige Elendsviertel konnten damals aufgelöst und die Bewohner in Sozialwohnungen angesiedelt werden.“

Er lobt zudem:

„Daß das ökonomische Modell, das Chile bei einer Inflation von 6% und anhaltend niedriger Arbeitslosigkeit zum stabilsten Wirtschaftsstandort Südamerikas gemacht hat, Augusto Pinochet zu verdanken ist, streiten nicht einmal seine Feinde ab. Und je weiter sich der schillernde General vom politischen Tagesgeschäft entfernt, die Nebel der Propaganda sich lichten und zugleich berechtigte Kritik der Vergessenheit anheimfällt, desto mehr steigt zum Ärger der Allende-Nostalgiker auch sein Ansehen in der Bevölkerung. So mancher Chilene erkennt angesichts der neuerlichen Virulenz linksextremer Terrorgruppen zum Beispiel, daß die alte Behauptung von Gegnern der Militärdiktatur, der (damals übrigens viel geringfügigere) Terror sei nur eine Reaktion auf die Armeeherrschaft, eine Lüge war.“

Eine Militärdiktatur mit mindestens 3.000 Toten und mehreren zehntausend Flüchtlingen als ‚geringfügigen Terror‘ zu nennen, ist ein menschenverachtende Verharmlosung.