Archiv der Kategorie 'Mitglieder mit ultrarechter Biografie'

AfD-Aktivistin spricht bei rassistischer Demo in Öhringen

Am 17. Oktober 2015, fand in Öhringen bei Heilbronn erneut eine rassistische Kundgebung gegen die weitere Aufnahme von Geflüchteten in Öhringen statt. In der „Heilbronner Stimme“ wird über eine AfD-Aktivistin als Rednerin berichtet:

„Heidi Förnzler aus Kupferzell, die zuvor am Stand der AfD in der Fußgängerzone gestanden hatte, griff ebenfalls zum Mikro und sagte: „Unsere Regierung arbeitet für Konzerne. Das ist das Problem“.“

JA-Bundesvorsitzender und sein Kumpel von der FPÖ

Markus Frohnmaier aus Tübingen, Bundesvorsitzender der „Jungen Alternative“ (JA), veröffentlichte auf seiner Facebook-Präsenz ein Bild von ihm Arm in Arm mit dem FPÖ-Funktionär Konstantin Dobrilović und gratuliert ihm zum Wahlsieg der FPÖ.
Dobrilović ist FPÖ-Bezirksrat und Präsident der FPÖ-Vorfeldorganisation „Christlich-Freiheitlichen Plattform“.
Frohnmaier und sein Kumpel von der FPÖ
BILD: Screenshot Markus Frohnmaier, Datum: 28.09.2015
Dobrilović gab bereits der „Jungen Alternativen Zeitung“, dem „Magazin der Jungen Alternative für Deutschland in Baden-Württemberg“ Ausgabe Oktober 2014 ein Interview.

Braune Vergangenheit eines AfD-Kreissprechers?

Bewegte sich der Thomas Veigel aus Rheinau, seit Juli 2015 Kreissprecher der AfD-Ortenau, in seiner Jugend in extrem rechten Kreisen?
In einem alten Dossier des AStA Tübingen zur „Wehrsportgruppe Hoffmann“ (WSG-H) wird eine Person gleichen Namens als WSG-H-Interessent und Mitglied des rechten „Hochschulring Tübinger Studenten“ (HTS) erwähnt. Der HTS hatte damals gute Verbindungen zur WSG-H.
WSG HTS Familie Veigel
Bild: Screenshot aus AstA-Reader von 1977

Der antikommunistische HTS beteiligte sich zeitweise auch an Versuchen die CSU als rechte Alternative zur CDU bundesweit zu etablieren.
Thomas Veigel nun gibt selber an, er sei JU-Mitglied bis 1973 gewesen und dann ausgeschlossen worden, weil er die bundesweite Ausdehnung der CSU befürwortete. Ebenfalls passt, dass er Zahnarzt ist, wie der im Dossier erwähnte Vater seines Namensvetters.
Somit erscheint eine zufällige Namensgleichheit eher unwahrscheinlich.

Sprecher des AfD-Kreisverbandes Tübingen ist offenbar Burschenschafter

Wolfram Schillinger war stellvertretender Sprecher und ist seit Juli 2015 Sprecher des AfD-KV Tübingen, sowie Schatzmeister der „Jungen Alternative für Deutschland – Landesverband Baden-Württemberg“. Wie folgender Screenshot nahe legt, ist er auch ein Mitglied der Burschenschaft Germania Straßburg Tübingen.
Schillinger bei Germania Straßburg

Regionalverband der „Jungen Alternative“ in Freiburg wandelt auf neurechten Pfaden

Erst seit Mitte August 2015 gibt es eine Facebook-Präsenz der „Jungen Alternative Freiburg/Breisgau-Hochschwarzwald“. Eine Durchsicht der Einträge darauf zeigt ein Näheverhältnis zur extremen Rechten, besonders der so genannten „Neuen Rechten“.
In einem Eintrag mit dazugehörigen Foto heißt es:

„JAler nach der Sommerakademie des Instituts für Staatspolitik in Schnellroda. Schön wars!“

IfS-Sommerakademie 2015
Die 16. Sommerakademie des „Instituts für Staatspolitik“ zum Thema „Machbarkeit“ fand vom 28. bis 30. August 2015 in Schnellroda statt.
Das „Institut für Staatspolitik“ (IfS) ist ein thinktank der „Neue Rechten“, die sich inhaltlich auf die antidemokratische Denkschule der „Konservativen Revolution“ in der Weimarer Republik bezieht.
Führende Figur beim IfS ist Götz Kubitschek, der mehrfach bei PEGIDA und LEGIDA als Redner auftrat.
Auf dem Bild sind die Freiburger Teilnehmer an der Sommerakademie zu sehen. Darauf ist auch der AfD-Rechtsaußen Dubravko Mandic, ein Freiburger Rechtsanwalt, zu sehen. Dieser ist auch Mitglied der Burschenschaft Saxo-Silesia Freiburg. Das demonstriert er auf dem Bild auch durch sein Band. Interessanterweise trägt auf dem Foto eine zweite Person ein Band, offenbar in genau denselben Farben. Es ist Marcel Wolle, der seit 2015 Beisitzer im Landesvorstand der „Jungen Alternative Baden-Württemberg“.
JA-Freiburg beim IfS
BILD: Screenshot, Facebook-Präsenz JA-Freiburg, 12.09.15
Weitere Facebook-Einträge unterstreichen die Nähe der „Jungen Alternative Freiburg/Breisgau-Hochschwarzwald“ zur extremen Rechten
So warnt die JA Freiburg/Breisgau-Hochschwarzwald vor „importierten Bürgerkriegen“:
„Uns geht es viel zu gut, also importieren wir einfach alle Bürgerkriege der Welt nach Deutschland und Europa. Dunkle Wolken ziehen auf…“
Außerdem hat sie einen Beitrag der Gruppe „Kontrakultur Halle“ geteilt. Dies ist der extrem rechten „Identitären Bewegung“ (IB) zuzurechnen. Unlängst hat die IB einen Ableger in Freiburg gegründet. Überschneidungen zwischen JA und IB dürfen vermutet werden, sind aber bisher unbewiesen.
Identitäre, Neue Rechte, AfD und Studentenverbindungen stellen ein kaum zu entwirrendes Geflecht dar. So referierte bei der IfS-Sommerakademie fand am 28. August 2015 Martin Sellner aus Österreich zum Thema „Heideggers Kritik an der Technik“. Sellner ist auch Mitglied der berüchtigten Burschenschaft Olympia Wien und ein Aktivist der Identitären im Nachbarland.
Über ihre Teilnahme an der Sommerakademie berichtete auch die Burschenschaft Normannia Jena, die einige Berührungspunkte zum Unterstützer-Umfeld des NSU aufweist. So war z.B. Tino Brand zeitweise ein Mitglied.
Normannia Jena beim IfS