Archiv der Kategorie 'religiöser Fundamentalismus'

Meuthen geht nach Brüssel

Jörg Meuthen, bisher Fraktionschef der AfD im Stuttgarter Landtag, will ins EU-Parlament wechseln und den Platz der bisherigen Europaabgeordnete Beatrix von Storch einnehmen. Von Storch wurde im September in den Bundestag gewählt.
Da auch Marc Jongen und Paul Hampel, die als mögliche Nachrücker auf der Europa-Liste der AfD stehen, in den Bundestag eingezogen sind, kommt damit der Listenplatz 10 zum Zug: Jörg Meuthen.
Den Fraktionsvorsitz im Stuttgarter Landtag will er zum 30. November abgeben. Als Nachfolger schlug er Bernd Gögel vor.

Meuthen wird sich vermutlich der Europafraktion von FPÖ und „Front National“ anschließen. Zur extremen Rechten hat er keinerlei Berührungsängste, wie er unlängst mit einem Interview für das extrem rechte Magazin „Zuerst“ Ausgabe 11/2017 noch einmal unter Beweis stellte.
Meuthen Interviewpartner Zuerst 11-2017

Nach noch nicht gesicherten Informationen soll für Meuthen Dr. Markus Widenmeyer aus Schönaich in den Stuttgarter Landtag nachrücken. Widenmeyer war 2. stellvertretender Bundesvorsitzender der christlich-fundamentalistischen Kleinstpartei „Arbeit, Umwelt, Familie – Christen für Deutschland“ (AUF). Für AUF kandidierte er auch in Böblingen. Er ist Autor der Schrift „Der Babylonische Mythos als Grundlage des „Neuen Europa““.
Markus Widenmeyer

KORREKTUR (20.11.17):
Nach Informationen von dem Informationsportal „Blick nach Rechts“ geht Meuthen nicht zur vom „Front National“ und der FPÖ dominierten Fraktion „Europa der Nationen und der Freiheit“, sondern zur Fraktion „Europa der Freiheit und der direkten Demokratie“ (EFDD), an der UKIP maßgeblich beteiligt ist. Vermutlich weil der abtrünnige Marcus Pretzell noch Mitglied in der Fraktion „Europa der Nationen und der Freiheit“ ist.

War Freiburger AfD-Ersatzkandidatin in rechts-christlichen Verein aktiv?

Die Diplom-Ingenieurin Steffi Focke aus Titisee-Neustadt kandidierte als Ersatzkandidatin zur Landtagswahl im März 2016 im Kreis Freiburg I.
Focke, Kandidatin
Eine Person selben Namens wird in einem Rundbrief von 2012 des Anfang 2014 aufgelösten Vereins „Die Wende – Aktion zur geistig-kulturellen Erneuerung Deutschlands aus seinen christlichen Wurzeln“ als neue Schatzmeisterin benannt.

Die christlichen FundamentalistInnen in der AfD bringen sich zum Listenparteitag in Position

In einer diesem Watchblog zugespielten Email für „Mitglieder und Interessenten von ChrAfD Baden-Württemberg“ wird vor dem Listenparteitag in Kehl am Wochenende noch einmal auf den „Christen in der AfD“ (ChrAfD) nahe stehende Bewerberinnen um ein Amt beworben. Es sind konkret:

„Hardi Helmut Schumny, Kandidat für Platz 6
Alois August Degler, Kandidat für Platz 9
Joachim Hans Kuhs, Kandidat für Platz 5 oder 8“

Hardi Schumny aus Blaustein ist stellvertretender Sprecher des AfD-Kreisverbands Ulm / Alb-Donau und ist seit Oktober 2015 Schatzmeister in der Bundesvereinigung der Christen in der AfD. Er ist Unterzeichner der „Erfurter Resolution“ von 2015 und soll Mitglied der Burschenschaft Rheno-Palatia Augsburg sein.

Der Rechtsanwalt Alois Degler aus Rastatt ist Mitglied des AfD-Landesschiedsgericht in Baden-Württemberg und war 2009 bis 2011 stellv. Bundesvorsitzender der christlichen „Zentrumspartei“.

Hans Joachim Kuhs aus Baden-Baden ist seit 2015 Schriftführer des AfD-Landesvorstandes. Er fungierte laut Impressum zeitweise als Verantwortlicher der Website der „Patriotischen Plattform”.

Merkels Repräsentant bei den deutschen Evangelikalen geht in Konkurrenz zur AfD

Der baden-württembergische CDU-Bundestagsabgeordnete Volker Kauder aus Tuttlingen ist nicht nur offiziell Vorsitzender der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, er fungiert inoffiziell auch als eine Art von CDU-Repräsentant unter deutschen Evangelikalen, also konservativen bis fundamentalistischen ProtestantInnen.
Obwohl er Merkels Kurs in der Flüchtlingsfrage stützte, machte Kauder immer wieder durch Positionen auf sich aufmerksam, die seinem konservativ-religiösen Überzeugungen entspringen. So lehnte er gemeinsame Gebete und religiöse Feiern mit Muslimen oder Angehörigen
anderer Religionen ab. Ebenso erteilte den Plänen für ein volles Adoptionsrecht von homosexuellen Paaren eine Absage, weil dies angeblich den Interessen von Kindern widersprechen würde.
Im Jahr 2012 veröffentlichte er das Buch „Verfolgte Christen – Einsatz für die Religionsfreiheit“ im christlichen Hänssler-Verlag in Stuttgart, in dem auch Bücher erschienen sind, in denen Homosexualität als heilbare Krankheit dargestellt wird.
Ebenso positionierte er sich gegen Schwangerschaftsabbrüche („Als Christ bin ich gegen Abtreibungen, außer im Fall einer Vergewaltigung.“).
Als Referent trat er u.a. für den „Wertekongress christlicher Führungskräfte“ (2011) oder auf der Konferenz der evangelikalen „Deutschen Evangelischen Allianz“ (DEA) in Bad Blankenburg (2011) zum Thema „Christenverfolgung“ auf.
Kauder gegen Gender
BILD: Screenshot PRO-Magazin, PDF-Version

Nur einen Tag vor dem AfD-Bundesprogrammparteitag in Stuttgart forderte Kauder nun eine verstärkte Beobachtung von Moscheen in Deutschland.
Offenbar versucht Kauder am rechten und christlichen Rand ein paar Stimmen für seine Partei zurückzugewinnen.
Natürlich gibt es in der muslimischen Minderheit Deutschlands fundamentalistische, sprich islamistische Tendenzen. Aber wer die Muslimbrüder beobachten lässt und die Piusbruderschaft nicht, die/der offenbart damit eine Motivation, die nicht religiösen Fundamentalismus an sich als Problem betrachtet.

Pforzheimer AfD-Sympathisant als Referent für AfD in Sachsen angekündigt

Gassmann bei AfD Erzgebirge
Für den 24. April 2016 war der AfD-Sympathisant Dr. Lothar Gassmann aus Pforzheim als Referent für die AfD-Kreistagsfraktion Erzgebirge angekündigt. Laut Ankündigung soll er im Losnitz zum Thema „Grün‐Rote Gender‐Ideologie vs. Christliches Menschenbild“ referieren.
Wie dieser Blog berichtete rief Gassmann vor der Landtagswahl zur Wahl der AfD auf.