Der AfD-Abgeordnete Stein und die „Wissensmanufaktur“

Udo Stein schrieb am 23. Juni 2017 auf Facebook:

„Am vergangenen Dienstag traf ich im Rahmen unserer Fraktionsveranstaltung in Heilbronn Prof. Dr. Karl Albrecht Schachtschneider.
Wir standen bereits vor den Zeiten der AfD in engem Kontakt und lernten uns über die „Wissensmanufaktur“ kennen.
2014 schlug ich ihn als möglichen Kandidaten für die Europawahl vor, was er leider ablehnte.
Es hat mich daher besonders gefreut, ihn bei einer unserer AfD-Veranstaltungen wieder zu treffen.“

Der Ultra-Rechtsaußen Schachtschneider sitzt im wissenschaftlichen Beirat der „Wissensmanufaktur“, die sich ähnlich wie die AfD als rechte Alternative zur aktuellen Situation versteht. Der so genannte „Plan B“ der „Wissensmanufaktur“ bezieht sich offen auf das „Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft“ des frühen NSDAP-Theoretikers Gottfried Feder (1883-1941).

Lesetipp: kritischer FAZ-Artikel über die MitarbeiterInnen der Südwest-AfD

In einem sehr lesenswerten FAZ-Artikel wird einer ganzen Reihe extrem rechter MitarbeiterInnen der AfD benannt.

Alice Weidel verbalrandaliert

Ähnlich wie Meuthen wird die – neben Alexander Gauland – bundesweite Spitzenkandidatin Alice Weidel immer noch in den Medien als Vertreterin eines angeblich in der Partei vorhandenen gemäßigten Flügels interpretiert.
Diese Mäßigung setzt aber in letzter Zeit immer öfter aus. Ob das Kalkül oder eine Art individuelle Rechtsradikalisierung ist, ist unklar.
So forderte Weidel unlängst im Interview mit dem Berliner „Tagesspiegel“ ein Verbot von Kopftüchern im öffentlichen Raum:

„Kopftücher gehören aus dem öffentlichen Raum und von der Straße verbannt. Das sollte auf jeden Fall gesetzlich festgelegt werden.“

Und auf Facebook äußert sie sich deutlich geschichtsrevisionistisch:

„Nach 1945: Aus dem kollektiven Gedächtnis erfolgreich gelöscht. Die Gräueltaten an der deutschen Bevölkerung nach dem zweiten Weltkrieg. Man hat gewartet bis die Zeugengeneration stirbt, um für immer zu schweigen. Denn es mag so gar nicht zu dem Schuldkult passen.“

Vokabeln wie „Schuldkult“ gelten als typisch rechte Vokabeln.

Ex-Republikaner-Vorsitzender mit von der Party

Am 25. März 2017 fanden auf der Burg Lichtenberg in Oberstenfeld ein Vortrag von Thilo Sarrazin statt. Veranstalter waren das „Studienzentrum Weikersheim“ (SZW) und der „Verein zur Erhaltung der Rechtsstaatlichkeit und der bürgerlichen Freiheiten“.
Der letztgenannte Verein unterstützte den Wahlkampf der AfD mit millionenstarken Kampagnen.
Der Sarrazin-Vortrag war auch ein wichtiger Vernetzungsort von AfD-Mitgliedern und -SympathisantInnen. Deswegen ist es interessant, wer da war. Dankenswerterweise hat die rechte Wochenzeitung „Jungen Freiheit“ (JF) einen Film über die Veranstaltung veröffentlicht.
Das waren Alice Weidel (AfD), Dieter Stein (JF-Chefredakteur), Maximilian Krah (AfD, Ex-CDU), Barbara Rosenkranz (FPÖ), Karl-Albrecht Schachtschneider (SZW), Jost Bauch (SZW), Malte Kaufmann (AfD) und Nicolaus Fest (AfD). Aber auch Rolf Schlierer, Ex-Bundesvorsitzender der Republikaner, ist auf einem Bild zu entdecken.
Schlierer beim Verein für Rechtsstaatlichkeit

Gedeon in der AfD offenbar doch nicht so isoliert

Am 19. Juni 2017 referierte der AfD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Gedeon für die AfD in Pforzheim zum Thema „Geopolitik: Deutschland zwischen Trump und Putin“.