„Junge Alternative Ravensburg-Bodenseekreis“ vergleicht Boykott mit Judenverfolgung

Die JA Ravensburg-Bodenseekreis schrieb am 2. März 2017 auf ihrer Facebook-Seite:

„Fall 2: ähnlich aber nicht ganz, denn hier lässt der Wirt eben jene Partei bei sich sprechen, macht also von seinem Hausrecht Gebrauch undwird nicht nur wüst beschimpft, sondern noch als Antidemokraten bezeichnet und es wird wie zu „Kauft-beim-Juden-nicht!“-Zeiten „empfohlen“ dort nicht mehr einzukehren.
Welch eine Schande für unser Land. Wie traurig, dass es soweit schon kommen musste.“

JA Ravensburg betreibt Holocaustbanalsisierung
Damit wird der Boykott einer Kneipe, in der eine rechtspopulistische Partei Veranstaltungen durchführen kann gleich gesetzt mit dem staatlich organisierten Terror gegen eine religiöse Minderheit, welche von einer Vorurteilsstruktur (Antisemitismus) motiviert war.

Markus Frohnmaier hetzt gegen ihm unliebsamen Journalisten

Was Pressefreiheit angeht, so ist das Verhältnis vieler AfD-Mitglieder zu diesem Grundrecht sehr stark selektiv geprägt. So auch bei Frohnmaier, der die Festnahme des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel durch das Erdogan-Regime wie folgt am 27. Februar 2017 in einem Tweet kommentierte:

„National-Borderliner #Yücel hätte in Deutschland schon längst wegen Beleidigung und Volksverhetzung Gefängnis von innen erleben sollen“

Frohnmaier gegen Yücel
Später legte er nochmal nach und schrieb am 28. Februar:

„tränengenährte Kommentare für den Deutschlandhasser und mutmaßlichen Linksterrorist Deniz Yücel“

Frohnmaier gegen Yücel II

Marc Jongen unter Neuen Rechten

Marc Jongen, u.a. stellvertretender AfD-Landessprecher, ist bei der 17. Winterakademie des radikal neurechten „Institut für Staatspolitik“ (IfS) in Schnellroda in Sachsen-Anhalt aufgetreten. Das IfS und sein Publikum bezeichnete Jongen als „Freunde im Geiste“.
Jongen beim IfS
In dem Mitschnitt seines Vortrags rekurriert Jongen auf sein altbekanntes Bild vom Thymos. Der griechische Begriff, der übersetzt soviel wie Spannung heißt, ist für ihn auch ein Begriff für Nationalismus bzw. Nationalstolz. Dieser ist für ihn eine ‚natürliche‘ Haltung in der Bevölkerung. Dieser darf nicht übertrieben werden, wofür er als Beispiel den Nationalsozialismus nennt. Er wünscht sich aber wieder mehr Thymos-Spannung, sonst seien die Deutschen „wehrlos gegen den Migrantenstrom“. Die AfD verortet er in einer „Zone der Dissidenz“, in der eine ‚gesunde‘ thymiotische Spannung vorherrsche.

CDU-Rechtsaußenbündnis will sich in Schwetzingen gründen

Am 25. März 2017 soll in Schwetzingen die Gründungsversammlung des „Freiheitlich-konservativen Aufbruchs“ stattfinden, in dem sich die „Konservativen Kreise“ vom rechten Rand der Union sammeln. Es sind von Merkels Politik enttäuschte Rechtskonservative, die (noch) nicht zur AfD abgewandert sind.
Die „Schwetzinger Zeitung“ schrieb am 21. Februar 2017 unter der Überschrift „Konservative in der CDU formieren sich“ zu dem Treffen:

„Dass die Versammlung in Schwetzingen stattfindet, beruht vor allem auf der Tatsache, dass der Plankstadter Alexander Mitsch als Mitinitiator von „Konrads Erben“ und des „Freiheitlich-konservativen Aufbruchs der Union“ die offizielle Gründungsversammlung dieser Initiative nach Schwetzingen geholt hat. Mitsch ist Beisitzer im neuen Vorstand der CDU-Mittelstandsvereinigung Heidelberg und einer von sechs Sprechern des Sprecherrates der in Schwetzingen und der Region aktiven „Bürgerinitiative Aufbruch 2016″, die sich seit gut eineinhalb Jahren vor allem mit der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung kritisch auseinandersetzt.“

Das ist durchaus interessant, weil der „Aufbruch 2016“ auch Kontakte zur AfD pflegt und sogar darüber hinaus. Denn die genannte Bürgerinitiative „Aufbruch 2016“ mit Sitz in Schwetzingen ist offenbar angegliedert an das neurechte Netzwerk „Ein Prozent“. Sie erscheint jedenfalls auf der Vernetzungslandkarte von „einprozent.de“.

Die im Oktober 2015 gegründete Initiative „Ein Prozent für Deutschland“ beschreibt sich selbst als „patriotische NGO“, ist aber dem organisierten Rechtsradikalismus zuzurechnen.
Beteiligt sind beispielsweise der Rechtsaußen-Professor Karl Albrecht Schachtschneider, der radikal neurechte Vordenker Götz Kubitschek, der Rechtspopulist Jürgen Elsässer oder Dr. Hans-Thomas Tillschneider, AfD-Landtagsabgeordneter in Sachsen-Anhalt und Vorsitzender der „Patriotischen Plattform“ in der AfD.

Jongen publiziert in neurechten Theorieorgan

Marc Jongen referiert nicht nur für den neurechten thinktank „Institut für Staatspolitik“ (IfS), sonder publiziert auch in dessen Hausblatt „Sezession“.
Jongen in Sezession Sreenshot
Er schreibt in der aktuellen „Sezession“ zum Thema „Migration und Streßtraining“.